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Wie Depotbanken die Einhaltung von Anlagegrenzen sichern

Investmentfonds unterliegen beim Kauf von Wertpapieren festgelegten Anlagegrenzen.

Das bedeutet, Anlagegrenzen sind sozusagen Beschränkungen für Investmentfonds.

Die Anlagegrenze legt also fest, bis zu welchem Umfang ein Fondsmanager das von ihm verwaltete Vermögen in bestimmte Wertpapiere anlegen darf.

Es handelt sich bei Anlagegrenzen demnach beispielsweise um Einschränkungen der Investitionsmenge in bestimmte Aktien.

Die Funktion von Anlagegrenzen

Mit Hilfe der Anlagegrenzen soll der Grundsatz der Risikodiversifikation geschützt werden.

Durch die Vorschriften zu den Anlagegrenzen wird eine höhere Diversifikation erzwungen, um die Anleger vor der Abhängigkeit des Fonds von einem Wertpapier zu bewahren.

Die Anlagegrenzen stellen sicher, dass nicht zu viel an einer einzigen Stelle investiert wird und verringern damit das Verlustrisiko für den Anleger.

Wo sind die Anlagegrenzen festgelegt?

Die wesentlichen Regelungen zu den Anlagegrenzen sind im Investmentgesetz festgehalten, das sich aus Bestimmungen des vormaligen Kapitalanlagegesellschaftsgesetzes und dem Auslandsinvestmentgesetzes zusammensetzt.

Die zentralen gesetzlichen Anlagegrenzen sind in den Paragraphen 52,60,61 und 64 InvG vorgegeben.

In Relation zum Wert eines Sondervermögens dürfen die dort festgesetzten Grenzen nicht überschritten werden.


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Es gibt allerdings auch Anlagegrenzen, die von einem Anlageausschuss festgelegt werden.

Ein Anlageausschuss ist ein Gremium, das die Kapitalanlagegesellschaft oder das Fondsmanagement berät. Der Anlageausschuss legt die Anlagepolitik der jeweiligen Fonds fest und ist demnach ebenfalls in der Lage Anlagegrenzen aufzusetzen.

Auch der Anleger selbst hat je nach Anbieter teilweise die Möglichkeit, seine Anlagegrenzen selbst festzusetzen.

Die Höhe der Anlagegrenzen

Die Anlagegrenzen werden oftmals auch als „5-%-Klausel“ bezeichnet.

Das Investmentgesetz (InvG) sieht vor, dass ein Investmentfonds nicht mehr als 5% seines Vermögens in Wertpapiere eines Emittenten bzw. Ausstellers investieren darf.

In Ausnahmefällen darf der Anteil eines Wertpapiers am Fondsvermögen auch zehn Prozent betragen.

Darüber hinaus finden sich noch weitere Bestimmungen zu Anlagegrenzen im InvG, zum Beispiel eigens auf die unterschiedlichen Arten von Sondervermögen (Fondsarten) abgestimmt.

Die Rolle der Depotbank bei der Einhaltung der Anlagegrenzen

Eine Depotbank ist ein Kreditinstitut, bei dem die Sondervermögen von Investmentfonds in Wertpapierdepots hinterlegt werden.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel Depotbank: Eine Definition, die Klarheit schafft.

Die Depotbanken sollen die  Einhaltung der geltenden gesetzlichen, in den Vertragsbedingungen festgelegten Anlagegrenzen überwachen.

Dabei ist wichtig, dass die Anlagegrenzprüfung durch interessenneutrale Akteure und auf der  Basis unabhängiger Datenhaushalte vorgenommen wird.

Die Depotbank handelt unabhängig von der Kapitalanlagegesellschaft. Um diese Unabhängigkeit zu gewährleisten sollte die Depotbank eigene Regeln und IT-gestützte Prüfprozesse aufsetzen.

Allerdings ist die Unabhängigkeit der Anlagegrenzprüfung eingeschränkt, wenn die Depotbank, die mit der Kapitalanlagegesellschaft zusammenarbeitet, die Prüfung durchführt.

Andererseits ist der Zugriff auf das Fondsbuchhaltungs- beziehungsweise Anlageprüfungssystem der Kapitalanlagegesellschaft für die Depotbank sehr bequem.

Was passiert im Falle einer Anlagegrenzverletzung?

Bei Anlagegrenzverletzungen wird zwischen aktiven und passiven Grenzverletzungen unterschieden.

Aktive Grenzverletzungen entstehen aufgrund von Handelsaktivitäten und sollten in der Regel im Rahmen einer Prüfung vor der Oderplatzierung auffallen. Diese Prüfung ist eine sogenannte „Pre-Trade-Prüfung“, also eine Prüfung vor der Handelsaktivität.

Die Pre-Trade-Prüfung kann nur von einem Asset-Manager oder der Kapitalanlagegesellschaft wahrgenommen werden.

Sobald eine Order durchgegangen ist und es zu einer aktiven Grenzverletzung kommt, sind auch die Depotbanken im Rahmen einer sogenannten „Post-Trade-Prüfung“ (nach der Handelsaktivität) dafür verantwortlich, die Grenzverletzung zu entdecken und nach zu verfolgen.

Eine passive Grenzverletzung entsteht, wenn Preis- oder Ratingveränderungen der im Sondervermögen befindlichen Vermögensgegenstände Anlagegrenzen verletzen.

In beiden Fällen muss für eine Rückführung gesorgt und das betreute Vermögen wieder in Einklang mit den Anlagegrenzen gebracht werden.

24. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.