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Kein Cent zu viel: Wie Anleger diese Steuerformulare richtig ausfüllen

Dieser Beitrag zeigt die Vorgehensweise zum Zeitpunkt des Erscheinens. Die Rahmenbedingungen haben sich entscheidend geändert. Die aktuellen Empfehlungen und Entwicklungen finden Sie in den laufenden Ausgaben des „Geldanlage-Beraters“.

Wie Sie Ihre Steuererklärung selbst erledigen

Diesmal kommt der Einkommensteuererklärung besondere Bedeutung zu. Der Grund: Kapitaleinkünfte und speziell Erlöse aus Aktienspekulationen stehen in den deutschen Finanzämtern bei der Prüfung ganz oben. In jedem zweiten Amt sollen die Anlagen KAP, SO, VA und AUS diesmal besonders akribisch unter die Lupe genommen werden.

Der Hintergrund liegt auf der Hand: Bundesfinanzminister Eichel vermutet hier und besonders bei den Spekulationsgewinnen viele Schwarzgeldeinnahmen. Diesen sollen die Finanzbeamten auf die Spur kommen. Dazu müssen sie alle Angaben exakt überprüfen, Veränderungen zum Vorjahr dokumentieren, alle Angaben auf Plausibilität checken und die Kapitaleinkünfte in Relation zu den Gesamteinnahmen stellen. Daher sollten Sie diesmal Ihre Steuerformulare besonders akribisch ausfüllen. Die Mühe lohnt sich. Denn wenn Sie – auch durch einen falschen Verdacht – erst einmal aufgefallen sind, ist es schwer, wieder davon loszukommen.

Das gilt auch für die Geldanleger, die ihre Steuererklärung durch einen Berater machen lassen. In diesem Fall sollten Sie die Angaben Ihres Steuerberaters vor Ihrer Unterschrift noch einmal kritisch prüfen. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Berater nach dem genauen Grund für seine Angabe. Insgesamt müssen Sie als Geldanleger bis zu 8 Seiten zusätzlich ausfüllen, unübersichtlich, verworren und gespickt mit schwierigen Steuerfachbegriffen. Hinzu kommt das Problem: Woher nehmen Sie die notwendigen Angaben, die das Finanzamt von Ihnen wissen will? Daher gebe ich Ihnen auf den folgenden Seiten eine detaillierte Ausfüllhilfe für die notwendigen Formulare.

Übrigens: Sollten Sie Ihre Steuererklärung bis zum 31. Mai 2004 nicht schaffen, können Sie eine Fristverlängerung bis zum 30. September 2004 beantragen. Das ist problemlos möglich, auch wenn Sie Ihre Steuererklärung selbst erledigen. Ein formloses Schreiben mit der Bitte um Fristverlängerung genügt. Als Gründe akzeptiert der Fiskus Umzug, Krankheit, Kur, aber auch Arbeitsüberlastung und einen aus beruflichen Gründen vorgezogenen Urlaub.

Ein entsprechendes Musterschreiben steht Lesern des „Geldanlage-Beraters“ als Word-Datei zur Verfügung. Sie erhalten dieses kostenlos per Faxabruf (siehe Seite 5). Zusätzlich steht Ihnen das Musterschreiben im Internet unter www.geldanlage-berater.de unter der Rubrik Musterschreiben zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Die Faustregel: Wenn Sie für das Jahr 2003 Steuernachzahlungen erwarten, sollten Sie Ihre Erklärung möglichst spät abgeben. Immerhin verschafft Ihnen die Fristverlängerung bis Ende September 2004 einen viermonatigen Zinsvorteil. Wenn Sie dagegen Geld vom Finanzamt zurückerwarten, profitieren Sie von einer möglichst schnellen Abgabe Ihrer Steuererklärung. Auch wenn Ihnen eine Fristverlängerung einen größeren zeitlichen Freiraum verschafft, sollten Sie die Steuererklärung 2003 nicht auf die „lange Bank“ schieben. Damit Ihnen das Ausfüllen der Anleger-Steuerformulare gut gelingt, gebe ich Ihnen nachfolgend wichtige Ausfülltipps.

Tragen Sie alle abzugsfähigen Werbungskosten zusammen

Wenn Sie in Ihrer Steuererklärung für das letzte Jahr Einnahmen aus Kapitalvermögen (Einkünfte über 1.601 € bei Ledigen und 3.202 € bei Verheirateten) angeben müssen, sollten Sie im Gegenzug auch sämtliche Kosten geltend machen. Achtung! Die seit dem 1. Januar 2004 geltenden Steueränderungen und speziell die Senkung des Sparerfreibetrags auf 1.370/2.740 € für Ledige/Verheirate gilt erst für das Steuerjahr 2004.

Doch Sie müssen eines beachten: Für Dividenden aus deutschen und ausländischen Aktien (schon seit 2001) gilt das so genannte Halbeinkünfteverfahren. Das bedeutet: Sie brauchen zwar nur noch die Hälfte zu versteuern, können im Gegenzug aber auch nur die Hälfte der Werbungskosten Steuern mindernd geltend machen.

Das gilt hingegen nicht für Zinseinnahmen. Diese müssen Sie weiterhin voll versteuern, können aber sämtliche damit in Zusammenhang stehenden Kosten voll absetzen. Das bedeutet aber auch: Ordnen Sie Ihre Werbungskosten richtig zu, sonst verschenken Sie bares Geld. Erste Erfahrungen zeigen, dass das Finanzamt die Zuordnung der Werbungskosten pingelig prüft. Zahlreiche Einspruchsverfahren sind die unangenehme Folge. Wie Sie Ihre Werbungskosten absetzen können, hängt von deren Höhe ab.

Keine Werbungskosten oder maximal 51/102 €

Betragen Ihre Werbungskosten nicht mehr als 51 € (Ehepaare 102 €) pro Jahr, brauchen Sie gar nichts zu tun. In diesem Fall berücksichtigt das Finanzamt automatisch den Pauschbetrag von 51 € (bei Ehepaaren 102 €) – ohne Aufteilung. Übrigens: Um den Werbungskosten-Pauschbetrag brauchen Sie sich nicht zu kümmern. Geben Sie keine oder geringere Werbungskosten als 51 € an, berücksichtigt das Finanzamt den Werbungskostenfreibetrag automatisch in Ihrem Steuerbescheid.

Werbungskosten bis 500 € und mehr

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat für Werbungskosten bis 500 € (Ehegatten 1.000 €) ein vereinfachtes Verfahren zugelassen (Az.: IV C1 – A 2252 – 184/02). Sie dürfen die Werbungskosten nach dem Verhältnis der Anteilskurswerte am Abrechnungsstichtag (31.12.) aufteilen.

Beispiel

  • Sie und Ihre Frau besaßen laut dem Depotauszug vom 31.12.2003 folgendes Wertpapiervermögen:15.000 Euro aus Zinspapieren,10.000 Euro aus Aktien.Ihre Werbungskosten betrugen im letzten Jahr 850 Euro.Demnach machen die Zinspapiere 60% Ihres Gesamtdepots aus,40% Ihres Depots entfallen auf Aktien.

Aufgeteilte Kosten Absetzbar Steuervorteil*

  • Werbungskosten, voll absetzbar (60% von 850 €)

  • 510 €

  • 510 €

  • 261 €

  • Werbungskosten,die dem Halbeinkünfteverfahren unterliegen (40% von 850 €)

  • 340 €

  • 170 €

  • 87 €

*48,5% Spitzensteuersatz 2003 inklusive 5,5% Solidaritätszuschlag

Wenn Sie höhere Ausgaben hatten, müssen Sie diese akribisch jeder Kapitalanlage einzeln zuordnen. Einfach ist dies noch, wenn Kosten konkret mit einer bestimmten Kapitalanlage zusammenhängen, beispielsweise Kreditzinsen. Dabei sollten Sie darauf achten, hohe Zinsen möglichst den voll steuerpflichtigen Wertpapieren zuzuordnen. Sonst verschenken Sie die Hälfte.

Schwieriger wird es bei Werbungskosten, die gleichzeitig für Dividenden und für Zinsen anfallen, wie Depotgebühren, Vermögensverwaltungskosten, Fachliteratur, Steuerberatungskosten, Computerprogramme, Seminarkosten, Bürokosten. Diese Ausgaben müssen Sie pauschal aufteilen. Dazu teilen Sie Ihre Wertpapiere zunächst in zwei Gruppen:

Gruppe 1: Wertpapiere, deren Erträge dem Halbeinkünfteverfahren unterliegen. Dazu zählen Aktien sowie Aktienfonds deutscher Kapitalanlagegesellschaften, zum Beispiel DWS oder ADIG, ebenso GmbH-Anteile, Genossenschaftsanteile und Genussscheine, die neben dem Gewinnanteil auch das Recht auf einen Liquidationserlös gewähren.

Gruppe 2: Wertpapiere mit voll steuerpflichtigen Erträgen, wie zum Beispiel festverzinsliche Wertpapiere, Finanzinnovationen, Wandelanleihen, Gewinnobligationen, Genussscheine als Gläubigerpapier, die nicht mit einem Recht auf Liquidationserlös ausgestattet sind, stille Beteiligungen, partiarische Darlehen, Options- und Termingeschäfte.

Achtung: Bei Investmentfonds gilt folgende Besonderheit: Bei inländischen Investmentfonds gilt das Halbeinkünfteverfahren nur für Dividenden und vergleichbare Bezüge aus deutschen und ausländischen Aktien, die der Fonds vereinnahmt und die in der Ausschüttung enthalten sind (§ 40 Abs. 2 KAGG). Für die anderen Fondserträge, beispielsweise Zinsen, gilt das Halbeinkünfteverfahren also nicht. Auch wird das Halbeinkünfteverfahren nicht angewandt auf Einnahmen aus Rückgabe oder Veräußerung von Fondsanteilen (§ 40a Abs. 2 KAGG).

Bei ausländischen Fonds hingegen sind sowohl Dividenden als auch Einnahmen aus Rückgabe oder Veräußerung ausdrücklich vom Halbeinkünfteverfahren ausgeschlossen (§§ 17, 18 AuslInvestmG). Das aber bedeutet, dass Sie bei Mischfonds deutscher Kapitalanlagegesellschaften deren Depotwert zusätzlich aufteilen müssen. Ist bei einem Fonds der genaue inländische Aktienanteil nicht bekannt, können Sie pauschal 50% des Depotwerts der Wertpapiergruppe, für die das Halbeinkünfteverfahren gilt, zuordnen. Dann müssen Sie anhand der Kurswerte am Abrechnungsstichtag (meist 31.12.) die Zusammensetzung Ihres Depots berechnen. Eine Beispielrechnung finden Sie auf der folgenden Seite.

Beispiel:

  • Sie und Ihre Frau haben folgende Werbungskostenaufteilung vorgenommen.

Gruppe 1 Kapitalanlagen mit Halbeinkünfteverfahren

Gruppe 2 Übrige Kapitalanlagen

  • Anleihen Aktienanleihen (Finanzinnovation) Aktien Genossenschaftsanteile Fondsanteile (50% :50%) Summe Anteile in % gesamte Werbungskosten Davon direkt zugeordnet Werbungskosten,die beide Gruppen betreffen Davon entfallen auf Gruppe 1 (37%) Davon entfallen auf Gruppe 2 (63%) Summe

  • 100.000 € 10.000 €

  • 50.000 € 10.000 € 10.000 € 70.000 €

  • 10.000 € 120.000 €

  • 37%

  • 63%

  • 2.500 €

  • 200 €

  • 800 €

  • 1.500 €

  • 555 €

  • 755 €

  • 945 € 1.745 €

  • Absetzbar Steuervorteil*

  • 377,50 € (½ von 755 €)

  • 193 €

  • 1.745 € 893 €

* 48,5% Spitzensteuersatz 2003 inklusive 5,5% Solidaritätszuschlag

Welche Werbungskosten das Finanzamt anerkennt

  • Arbeitsmittel (Akten- und Bücherschrank, PC, Drucker, Lampe, Schreibtisch, Stuhl. Kosten über 475,60 € müssen Sie über die Nutzungsdauer abschreiben)

  • Beratungskosten

  • Depotgebühren

  • Fachliteratur,keine Probleme bei Spezialzeitschriften und Börseninformationsdiensten.Auch die Kosten Ihres Geldanlage-Beraters erkennt der Fiskus als Werbungskosten an.Doch selbst 100%ige- Wirtschaftspublikationen,wie zum Beispiel das „Handelsblatt“,können Probleme machen.Ein positives Urteil: BFH,VI R 193/95

  • Fahrtkosten,Verpflegungspauschalen sowie Übernachtung beim Besuch einer Hauptversammlung

  • Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers (anteilige Miete und Nebenkosten oder anteilige Abschreibung und Zinsen beim Eigenheim,Renovierungskosten) bis 1.250 Euro im Jahr

  • Internetanschluss (Gebühren,Telefonkosten)

  • Kreditzinsen

  • Safemiete

  • Software,zum Beispiel zur Vermögensverwaltung

  • Steuerberatergebühren

  • Telefongebühren plus anteilige Grundgebühr

  • Vermögensverwaltungskosten

Beachten Sie jedoch: Liegen die Anschaffungskosten eines Gegenstands über 475,60 € (inklusive Mehrwertsteuer) können Sie diese nicht sofort in einer Summe als Werbungskosten absetzen, sondern müsse den Betrag über die Nutzungsdauer verteilt abschreiben. Beispiel: Sie haben sich einen modernen PC nebst Drucker und Flachbildschirm für die Verwaltung Ihres Vermögens angeschafft. Gesamtkosten: 2.400 €. Den PC nutzen Sie nur für Ihre Geldanlage. Die Nutzungsdauer eines Computers beträgt laut amtlicher Abschreibungstabelle 3 Jahre. Sie dürfen somit für Ihren PC jedes Jahr 800 € Steuern mindernd geltend machen.

Ein Auszug aus der amtlichen Abschreibungstabelle Büromöbel 13 Jahre Drucker 3 Jahre Faxgerät 10 Jahre

  • PC oder Laptop Software Telefon

  • 3 Jahre 3 Jahre 10 Jahre

Haben Sie Ihre Werbungskosten geordnet, gilt der nächste Schritt Ihren Einkünften aus der Geldanlage. Die Anlage KAP enthält Angaben zu allen Zins- und Dividendeneinkünften. Sie ist für den Fiskus die wichtigste Informationsquelle. Daher müssen Sie sie sorgfältig ausfüllen.

Anlage KAP: So füllen Sie das wichtigste Formular Ihrer Steuererklärung finanzamtssicher aus

Einkünfte aus Kapitalvermögen, also in erster Linie Dividenden und Zinsen, erfasst das Finanzamt mit dem Formular KAP. Es ist damit für Sie das wohl wichtigste Formular der ganzen Einkommensteuererklärung. Hinweis: Dieses Formular betrifft nur private Kapitaleinkünfte. Zinsen oder Dividenden, die Ihre Firma oder Praxis betreffen sowie Erträge, die im Rahmen Ihrer Vermietungseinkünfte anfallen, gehören hier nicht hinein, sondern müssen dort zugeordnet werden. Das Einkommensteuergesetz unterscheidet bei Kapitalerträgen zwischen Zinsen und Dividenden sowie Spekulationseinkünften (private Veräußerungsgeschäfte). Spekulationsgewinne oder -verluste müssen Sie in der Anlage SO geltend machen.

Der Aufbau des Steuerformulars Anlage KAP

  • Zeilen 4 bis 15 Zinsen und andere Erträge (Inland)

  • Zeilen 17 bis 25 Dividenden (Inland); Anrechnungs- und Halbeinkünfteverfahren

  • Zeilen 33 bis 36 ausländische Kapitalerträge

  • Zeilen 37 bis 46 Einnahmen aus Beteiligungen (z.B.Personengesellschaften,atypisch stille Gesellschaften)

  • Zeilen 48 bis 51 anzurechnende Steuern und Solidaritätszuschlag aus Beteiligungen

  • Zeilen 53 bis 61 Werbungskosten

Faustregel: Alle erforderlichen Angaben in der Anlage KAP finden Sie in den Steuerabrechnungen Ihrer Bank, Sparkasse oder Fondsgesellschaft. Bei Firmenbeteiligungen erhalten Sie eine Abrechnung des Unternehmens oder den Feststellungsbescheid des Finanzamts. Erträgnisaufstellungen erleichtern Ihnen das Ausfüllen der Steuerformulare erheblich. Fordern Sie diese daher von Banken und Fondsgesellschaften für Konten und Depots an, für die Ihnen keine vorliegen.

Tipp: Erstellen Sie eine separate Liste, in die Sie sämtliche Einnahmen (Zinsen und Dividenden) und die abgezogenen Steuern (Zinsabschlag-, Kapitalertrag-, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag) für jedes Ihrer Konten und Depots eintragen und addieren. Diese sowie die Bankformulare im Original fügen Sie als Anlage Ihrer Steuererklärung bei. Der Finanzbeamte kann so Ihre im Formular gemachten Angaben auf einen Blick kontrollieren und abhaken. Das erleichtert ihm die Arbeit erheblich, bewahrt Sie vor zeitaufwändigen Rückfragen und sichert Ihnen damit eine schnelle Bearbeitung Ihrer Steuererklärung.

Eine Musterliste und für PC-Anwender ein funktionsfähiges Excel-Sheet erhalten Sie kostenlos unter der Internetadresse www.geldanlage-berater.de. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Ausfüllhilfe mit Tipps, wie Sie am besten vorgehen. Mustermann, Max X 123/4567/8901 59.050 25.100 3.202 24.284 40 4.800 0 0 1.440 00 15.000 15.000 0 2.250 00 78.850 40.100 0 00 27.974 40 93.990 0 18.798 00 21.750 1.957 50 115.740 0 20.755 50

Zeile 4: Geben Sie Ihre Zinsen an

Zinsen aus Sparbüchern,Sparverträgen,Festgeldern,Sparbriefen,Tagesgeldkonten und Fremdwährungskonten (wenn der Schuldner seinen Sitz in Deutschland hat).

Zeile 5: Bausparzinsen

  • Zinsen aus Bausparguthaben.Ausnahme:Der Bausparvertrag dient dem Kauf oder Umbau einer Mietimmobilie.In diesem Fall müssen die Erträge in der Anlage Vermietung angesetzt werden (Zeile 11).

Zeilen 6 und 7: Einnahmen aus festverzinslichen Wertpapieren

  • • festverzinsliche Anleihen,

  • • Pfandbriefe,

  • • Bundesschatzbriefe

  • • Sparbriefe,

  • • Finanzierungsschätze des Bundes,

  • • Schuldverschreibungen,

• Währungsanleihen (soweit sie nicht zu ausländischen Einkünften gehören). Die beim Verkauf festverzinslicher Papiere eingenommenen Stückzinsen gehören ebenfalls wie die zugeflossenen Zinsen zu Ihren Einnahmen (laut Abrechnung).Beim Kauf gezahlte Stückzinsen sind negative Einnahmen, KEINE Werbungskosten.Stückzinsen können Sie direkt mit den übrigen Einnahmen verrechnen. Tipp: Hat die Bank in der Abrechnung die positiven Einnahmen (Zinsen,Stückzinsen) schon mit negativen (gezahlte Stückzinsen) verrechnet,brauchen Sie hier nur die Differenz einzutragen.

Auch Erträge aus Papieren ohne laufende Zinszahlungen (Zero-Bonds,U-Schätze,Bundesschatzbriefe Typ B,auf- und abgezinste Sparbriefe) müssen Sie hier angeben,ebenso Schuldverschreibungen und Schuldbuchforderungen,wenn Stückzinsen nicht besonders in Rechnung gestellt werden,ebenfalls Index-Anleihen (Rück- und/oder Zinszahlungen hängen von einem Index,z.B.DAX,ab),Hochzins- und Umtauschanleihen sowie Gleit- und Kombizins-Anleihen.

Bei der Steuer orientiert sich der Fiskus bei den oben genannten Papieren an der so genannten Emissionsrendite,also der Rendite,die Ihnen bei Ausgabe des Wertpapiers für den Zeitpunkt der Einlösung versprochen wurde.Davon müssen Sie die Ihnen eventuell bereits zugeflossenen und versteuerten Zinsen abgezogen werden.Ist Ihnen diese Emissionsrendite nicht bekannt, müssen Sie die Marktrendite auf einem separaten Blatt errechnen:Einnahmen aus dem Verkauf/der Einlösung des Wertpapiers minus Kaufpreis. Tipp: Bei Wertpapieren in ausländischer Währung ermitteln Sie die Marktrendite in dieser Währung und rechnen sie anschließend in Euro um.

Zeile 7: Tafelpapiere

Zinsen aus so genannten Tafelpapieren (Papiere,die nicht in einem Depot verwahrt werden) müssen Sie getrennt aufführen,da hier die einbehaltene Zinsabschlagsteuer 35% beträgt.

Zeile 8: Zinsen aus Investmentfonds

Erträge aus Investmentfonds mit Zinspapieren.Hier hinein gehören auch die Zinsanteile von Aktienfonds. Achtung! Dividendeneinnahmen aus Fonds müssen Sie in Zeile 19 angeben.Welche Erträge Ihre Fonds ausschütten,entnehmen Sie der jeweiligen Jahressteuerbescheinigung.Zwischengewinne wie sie beim Verkauf von Fondsanteilen anfallen,sind ebenfalls Einnahmen oder negative Einnahmen.

Zeile 9: Immobilienbesitzer

Hier können Sie Zinsen aus der Instandsetzungsrücklage einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder aus einer hinterlegten Mietkaution eintragen.

Zeile 10: Wandelanleihen

Hier tragen Sie die Zinseinnahmen aus Wandelanleihen ein.Dies sind Schuldverschreibungen,die neben einem festen Zins ein Recht auf Umtausch in Aktien einräumen.Gewinnobligationen sind Schuldverschreibungen,die eine Zusatzverzinsung zahlen,die sich nach der Höhe der Gewinnausschüttung des Schuldners richtet.

Zeile 11: Lebensversicherungen

Zinsen aus einer steuerpflichtigen Lebensversicherung (Laufzeit unter 12 Jahre).Die Zinsen sowie die eventuell von der Gesellschaft einbehaltene Kapitalertragsteuer entnehmen Sie der Abrechnung.

Zeile 12: Stille Gesellschafter

Erträge aus einer typisch stillen Gesellschaft/partiarischen Darlehen.Sie müssen hier sämtliche Einnahmen als stiller Gesellschafter angeben,z.B.regelmäßige Zinszahlungen,Aufgelder,Damnum oder ein erzielter Mehrerlös beim Verkauf der Einlage. Ein partiarisches Darlehen liegt vor,wenn Sie keine Zinsen,sondern Gewinnanteile erhalten.

Zeile 13: Zinsen vom Fiskus

Vom Finanzamt gezahlte Zinsen,etwa wegen verspäteter Bearbeitung Ihrer Erklärung,tragen Sie hier ein.

Zeile 14: Zinsen aus privaten Darlehen

Erträge aus Kapitalforderungen,von denen kein Zinsabschlag einbehalten wurde.Dies sind zumeist Zinsen aus Darlehen zwischen Privatpersonen sowie Erträge aus Hypotheken,Grundschulden und Renten aus Rentenschulden.

Zeilen 18 bis 19 und 22 bis 25: Dividenden

Hier hinein gehören Ihre Gewinnanteile (Dividenden) aus

  • • Aktien,

  • • Genussrechten (Beteiligung am Gewinn und Liquidation),

  • • Anteilen an GmbHs und

  • • Anteilen an Genossenschaften.

Zu den Erträgen,die Sie hier angeben müssen,gehören auch

  • • Verkaufserlöse aus Dividendenscheinen,

  • • Erlöse aus Kapitalherabsetzungen und

  • • Liquidationserlöse.

Geben Sie hier KEINESFALLS die innerhalb von 12 Monaten erzielten Kursgewinne (Spekulationsgewinne) an.Diese müssen Sie im Formular Anlage SO eintragen.

Zeile 21: Vergütete Körperschaftsteuer

Wurde Ihnen von der auszahlenden Bank schon Körperschaftsteuer vergütet,müssen Sie diese hier in einer Summe eintragen.Die Höhe der Vergütung ersehen Sie aus den Bank- und Firmenabrechnungen. Fügen Sie Original-Belege bei!

Zeilen 30 bis 36: Ausländische Einnahmen

Zu den ausländischen Kapitalerträgen zählen:

  • •Dividenden von Aktien ausländischer Unternehmen,wenn diese in Deutschland gehandelt und deren Dividenden durch deutsche Banken ausgezahlt werden,

  • •Zinsen aus Darlehen an ausländische Schuldner,

350 200 580 0

  • •Erträge aus Guthaben in Euro bei ausländischen Banken,

  • •Erträge aus Guthaben in ausländischer Währung bei einer Auslandsbank,wenn die Zinszahlung über eine deutsche Bank gutgeschrieben werden,

  • •Erträge aus Anleihen ausländischer Schuldner in Euro,die bei einer deutschen Bank verwahrt werden,

  • •Erträge aus Kapitalvermögen,das durch ausländischen Grundbesitz gesichert ist.

Geben Sie die Erträge unabhängig davon an,ob im Ausland Quellensteuer abgezogen wurde.Diese können Sie im speziellen Formular Anlage AUS angeben und sich auf Ihre Steuerzahlungen anrechnen lassen.

Zeilen 37 bis 46: Beteiligungen an Personengesellschaften

Hier müssen Sie Einkünfte aus Beteiligungen (z.B.Personengesellschaften,atypisch stille Gesellschaft) angeben.Das Finanzamt will zunächst den Namen,das zuständige Finanzamt und die Steuernummer der Gesellschaft/en wissen.Bei mehr als 2 Beteiligungen machen Sie Ihre Angaben auf einem separaten Blatt.Die auf Sie entfallenden Erträge aus der Beteiligung sowie deren Art (Zinsen, Dividende) entnehmen Sie der Steuerabrechnung der Firma (so genannte gesonderte und einheitliche Feststellung) und ordnen sie entsprechend zu.

Erhalten Sie beispielsweise als atypisch stiller Gesellschafter einen Gewinnanteil, tragen Sie diesen in Zeile 45 ein.Wurden Ihnen von der Firma direkt Steuern von Ihrem Gewinnanteil abgezogen,können Sie diese in der Zeile 49 geltend machen,je nachdem,ob es sich um Zinsabschlag,Kapitalertrag- oder Körperschaftsteuer handelt.

Zeile 51: Werbungskosten – Solidaritätszuschlag

Hier geben Sie den gezahlten Solidaritätszuschlag in einer Summe an.Die entsprechenden Zahlen entnehmen Sie den jeweiligen Steuerbescheinigungen der Bank.

Zeilen 54 bis 61: Ihre Werbungskosten

Wenn Sie keine Werbungskosten oder maximal 51 Euro (bei zusammen veranlagten Ehegatten 102 €) hatten,brauchen Sie hier keine Angaben zu machen.Der Fiskus berücksichtigt die Werbungskosten-Pauschale automatisch,ebenso den Sparer-Freibetrag (1.550 € für Ledige, 3.100 € für Verheiratete). Wenn Sie höhere Ausgaben hatten,müssen Sie diese hier exakt angeben und der jeweiligen Einkunftsart (Zeilen 4 bis 26 auf der Vorderseite des Formulars) genau zuordnen.

Beachten Sie auch,dass Sie Werbungskosten,die Dividendeneinkünfte betreffen,wegen des Halbeinkünfteverfahrens nur noch zur Hälfte Steuern mindernd absetzen können. Achtung! Ausländische Werbungskosten tragen Sie zusätzlich zu den Zeilen 57 und 58 auch in den Zeilen 8 bis 10 der Anlage AUS – aufgeteilt nach den verschiedenen Staaten – oder in den Zeilen 15 und 16 der Anlage AUS ein. Nachdem Sie die Anlage KAP ausgefüllt haben, müssen Sie entscheiden, welche weiteren Formulare Sie benötigen.

  • Haben Sie 2003 mit Wertpapieren oder Immobilien Spekulationsgewinne oder -verluste erzielt, müssen Sie die Anlage SO ausfüllen. Eine detaillierte Hilfe beim Ausfüllen finden Sie im Anschluss.

  • Wollen Sie im Jahr 2003 erzielte Verluste ins Jahr 2002 zurücktragen oder ins Jahr 2004 vortragen, machen Sie zusätzliche Angaben in Anlage VA. Die Ausfüllhilfe für dieses Formular beginnt auf der Seite S 74/024.

  • Bei ausländischen Kapitaleinkünften ist die Anlage AUS für Sie ein Muss (siehe Ausfüllhilfe auf Seite S 74/028).

Anlage SO: So erklären Sie Ihre Spekulationsgewinne

Mit dem Formular SO erfasst das Finanzamt neben Renten und andere Unterhaltsleistungen auch die für Sie wichtigen „privaten Veräußerungsgeschäfte“ – besser bekannt als Spekulationsgeschäfte.

Denken Sie bei der Vergangenheit an die Zukunft

Die im Laufe des Jahres 2003 auf den Weg gebrachten Steuerverschärfungen sollten Sie in Ihre Strategieüberlegungen mit einbeziehen. Rückwirkende Auswirkungen müssen Sie dagegen nicht befürchten. Es sei denn, Sie hätten in vorherigen Steuererklärungen die Angabe von Spekulationsgewinnen oder Zinseinkünften versehentlich unterlassen. In diesem Fall steht Ihnen die Möglichkeit einer Nachversteuerung zur Verfügung.

Ich habe im Vorfeld meiner 2003er Steuererklärung noch einmal alle Belege sowie meine Aufzeichnungen mit meinen Angaben in den drei letzten Steuererklärungen verglichen. Bei Differenzen hätte ich bei meinem Finanzamt eine Nachversteuerung (keine Selbstanzeige!) beantragt. Dies ist bei überschaubaren Beträgen der klügere Weg. Bei höheren Beträgen ist der Gang zu einem Steuerberater oder Fachanwalt ratsam.

Private Veräußerungsgeschäfte: Was Sie neu beachten müssen

Der wichtigste Punkt Ihrer Steuerstrategie für die Einkommensteuererklärung 2003 betrifft Spekulationsgeschäfte, die seit 1999 „private Veräußerungsgeschäfte“ heißen. In der Anlage SO müssen Sie nur private Veräußerungsgewinne oder -verluste angeben. Darunter fallen die für Grundstücke, Immobilien und Wertpapiere. Betriebliche Wirtschaftsgüter bleiben außen vor.

Für das Finanzamt ist der Zeitraum zwischen Kauf und Verkauf die wichtigste Größe. Wird dieser eingehalten, bleiben Veräußerungsgewinne stets steuerfrei. Im Gegenzug können Sie eingetretene Verluste jedoch auch nicht Steuern mindernd geltend machen.

Die gültigen Spekulationsfristen

Gegenstand der Veräußerung Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte andere Wirtschaftsgüter,insbesondere Wertpapiere Termingeschäfte,bei denen auf Grund der Börsen- oder Marktpreise eine Differenz zum Kaufpreis entstanden ist Veräußerungsgeschäfte,bei denen die Veräußerung früher als der Erwerb erfolgt (Termingeschäfte,Optionsscheine)

steuerlich schädliche Frist 10 Jahre 1 Jahr

  • 1 Jahr

  • unmittelbar

Übrigens: Spekulationsgewinne bleiben bis zu 511,99 Euro jährlich stets steuerfrei. Bei Verheirateten mit gemeinsamen Depot verdoppelt sich diese Freigrenze. Wird sie jedoch um nur einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Spekulationsverluste können Sie nicht mit anderen positiven Einkünften (Gehalt, Mieten, Zinsen) ausgleichen. Auch unter Ehegatten nicht. Sie können sie nur mit vorhandenen Spekulationsgewinnen verrechnen. Dennoch sind Verluste nicht verloren, falls Sie sie im selben Jahr nicht verrechnen können. Denn per Rücktrag ins zurückliegende Jahr und der Verrechnung mit dort eventuell vorhandenen Gewinnen, erhalten Sie die damals gezahlten Steuern zurück.

Haben Sie im Vorjahr jedoch auch keine Gewinne gemacht oder bleiben nach der Verrechnung Verluste übrig, können Sie diese vortragen, das heißt, mit Gewinnen in der Zukunft verrechnen. Wenn Sie Verluste zurück- und/oder vortragen wollen, füllen Sie zusätzlich das Formular VA (Verlustabzug) aus und nehmen dort in Zeile 9 einen Rücktrag, in Zeile 26 einen Vortrag vor.

Grundstücke und Immobilien

Bei Grundstücken und Immobilien kommt es auf den Zeitpunkt des obligatorischen Rechtsgeschäfts an, also auf das Datum des Notarvertrags. Steuerfalle: Bei Grundstücken müssen Sie beachten, dass Sie ein innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist darauf errichtetes Gebäude bei der Berechnung des Spekulationsgewinns, nicht aber bei der Frist berücksichtigen müssen. Bei der Frist zählt das Kaufdatum des Grundstücks. Das macht Grundstücke zu einem Gestaltungsmodell. Wer ein Grundstück kauft, kurz vor Ablauf der 10-jährigen Spekulationsfrist darauf selbst ein Gebäude errichtet und beides nach Ablauf der Spekulationsfrist ab Grundstückskauf veräußert, schlägt dem Fiskus ein Schnippchen.

Der komplette Verkaufserlös ist dann steuerfrei. Der Verkauf von Eigenheimen bleibt stets steuerfrei, wenn Sie und Ihre Familie das Gebäude im Verkaufsjahr und den zwei vorangegangenen Jahren selbst bewohnt haben. Verlängerung der Spekulationsfristen ab 1999: Grundstücke und Immobilien, die Sie vor dem 1.1.1997 gekauft haben, waren nach alter Rechtslage nur bis 31.12.1998 in der Spekulationsfrist (2 Jahre). Durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 wurde die Frist verfünffacht – sogar rückwirkend.

So berechnen Sie einen Verkaufsgewinn bei Immobilien

  • Veräußerungspreis in Euro (Kauf,Tausch,Rentenzahlung) abzüglich • Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Immobilie/des Grundstücks • Anschaffungsnebenkosten • Notar,Amtsgericht,Grunderwerbsteuer • Veräußerungskosten/Werbungskosten (z.B.Makler) • Beratungskosten • Baugenehmigung • Architektenhonorar • sonstige Kosten zuzüglich • Abschreibungen,soweit in Anspruch genommen für nach dem 31.7.1995

  • angeschaffte Objekte

  • = Gewinn aus einem Immobiliengeschäft

Tipp: Haben Sie 2003 ein Grundstück oder eine Immobilie verkauft, dessen Spekulationsfrist vor 1999 bereits abgelaufen war, sollten Sie eine Versteuerung des Spekulationsgewinns nicht akzeptieren. Legen Sie unter Hinweis auf die nachfolgend genannte Entscheidung Einspruch ein und beantragen Sie Aussetzung der Vollziehung. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat das Gesetz als verfassungswidrig eingestuft (Beschluss vom 5.3. 2001, Az.: IX B 90/00). Nun muss das Bundesverfassungsgericht endgültig entscheiden.

Extra-Tipp: Mit Urteil vom 12.12.1996, Az. X R 65/95, entschied der BFH, dass selbst vergebliche Planungskosten (z. B. Architektenhonorar) zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören, wenn das Grundstück innerhalb der Spekulationsfrist ohne Bebauung wieder verkauft wurde.

Wertpapiere: Achten Sie auf die 1-jährige Spekulationsfrist

Auch wenn Sie in Aktien investiert haben, müssen Sie für das Jahr 2003 Kursgewinne als Spekulationsgewinne versteuern. Vorausgesetzt, sie sind innerhalb der einjährigen „Spekulationsfrist“ angefallen. Allerdings gilt, wie bei Dividenden, auch bei der Spekulationsbesteuerung das Halbeinkünfteverfahren – für in- wie für ausländische Aktien.

Unter das Halbeinkünfteverfahren fallen: • in- und ausländische Aktien, • deutsche Fonds, die in in- und ausländische Aktien investieren, • Leerverkäufe. NICHT unter das Halbeinkünfteverfahren fallen: • Optionsscheine, • Zertifikate, • Termingeschäfte, • Derivate und Zertifikate, selbst wenn sie auf Aktienindizes basieren, • Futures.

Das Halbeinkünfteverfahren bedeutet für Sie, dass Sie Spekulationsgewinne nur noch zur Hälfte versteuern müssen. Allerdings stehen damit auch nur noch die Hälfte eventuell angefallener Verluste zur Verrechnung mit Spekulationsgewinnen zur Verfügung. Auch mit dem Gewinn/Verlust zusammenhängende Werbungskosten (Maklerprovision, Bankgebühren) werden nur zur Hälfte anerkannt.

Spekulationsfrist bei Wertpapiergeschäften

Hier kommt es für die Berechnung der Spekulationsfrist auf den Kauf- und Verkaufstag, die in der Bankabrechnung genannt sind, an. Beispiel: Kauf am 7. Mai 2003, Verkauf mit Gewinn ab dem 8. Mai 2004 steuerfrei möglich.

Mustermann, Max X 123/4567/8901

Zeilen 1 bis 14 (Leibrenten)

Was viele nicht wissen: Renten sind stets steuerpflichtig, vor allem die in den Zeilen 2 bis 6 genannten. In diesen Zeilen müssen die Renteneinnahmen im Jahr 2003, für Ehepaare getrennt, angegeben werden. Das Gute: (Noch) sind Renten nur mit Ihrem Ertragsanteil (Zeile 12) steuerpflichtig. Dieser ist abhängig vom Alter bei Beginn des Rentenbezugs. Beispiel:Wer mit 65 Jahren in Rente geht, braucht nur 27% zu versteuern.

Zeile 11

Der hier einzutragende Betrag ist meist nicht mit der ausgezahlten Rente identisch. Der Jahres(brutto)- rentenbetrag steht in der Renten(anpassungs)mitteilung. Einbehaltene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung dürfen NICHT davon abgezogen werden. Machen Sie diese als Kosten (Sonderausgaben) in Zeile 68 des Mantelbogens geltend. Zuschüsse einer Rentenversicherung sind steuerfrei und brauchen nicht zur Rentensumme addiert zu werden.Angaben getrennt nach Ehepartnern.

Zeile 13

Hier hinein gehören Werbungskosten (z. B. Kosten für Rentenberater). Machen Sie keine Eintragungen, berücksichtigt der Fiskus automatisch einen Pauschbetrag von 102 Euro.

Zeile 14

Rentennachzahlungen für mehrere Jahre, falls diese in 2003 erfolgt sind.

Zeile 16

Hier müssen Sie Einnahmen eintragen, die keine Leibrenten sind, z. B. Zeitrenten, regelmäßige Bezüge bei Vermögensübertragungen im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge wegen Erbschaft- und Schenkungssteuer.

Zeile 17

Unterhalt von einem geschiedenen Ehepartner gehört hier hinein.Voraussetzung: Dieser setzt seine Zahlungen mit Ihrer Zustimmung als Sonderausgaben ab. Machen Sie keine Werbungskosten geltend, erhalten Sie den Pauschbetrag (102 €), falls dieser nicht bereits bei den Renteneinkünften (Zeile 13) berücksichtigt wurde.

Zeile 18

Werbungskosten aus den sonstigen Einnahmen.

Zeilen 19 bis 21

Einnahmen und Werbungskosten aus gelegentlichen Vermittlungsgeschäften, aus der Vermietung beweglicher Wirtschaftsgüter und aus Stillhaltergeschäften im Optionshandel.

Zeilen 27 und 28

Einkünfte und Werbungskosten aus so genannten Altersvorsorgeverträgen, z. B. privaten Rentenpolicen. Geben Sie keine Werbungskosten an, berücksichtigt der Fiskus pauschal 102 Euro, falls dieser Betrag nicht schon verbraucht ist (Zeilen 13 und 18).

Aktien (siehe Anlage)

– 25.000

Zeilen 30 bis 41

Hier müssen Sie Verkäufe von Grundstücken/ Immobilien und grundstücksgleichen Rechten (z. B. Erbbaurecht) innerhalb der Spekulationsfrist (10 Jahre) angeben. Selbst genutzte Immobilien sind stets steuerfrei.Aber: Den auf das häusliche Arbeitszimmer oder vermietete Räume/Wohnungen entfallenden Gewinn müssen Sie versteuern (Zeile 33).

Zeile 32

Für die Berechnung der Spekulationsfrist ist sowohl für Kauf wie Verkauf das obligatorische Geschäft maßgebend, dass dem Kauf oder dem Verkauf zu Grunde liegt. Das ist jeweils das Datum des notariellen Kaufvertrags. Bei mehr als einem Objekt legen Sie eine separate Liste bei und vermerken Sie: „siehe Anlage“.

Zeile 36

Bei Immobilien, die Sie nach dem 31. Juli 1995 erworben haben, müssen Sie die in Anspruch genommene Abschreibung (AfA = Absetzung für Abnutzung), erhöhte AfA und Sonderabschreibungen hier zum Verkaufserlös addieren. Das erhöht Ihren Gewinn.

Zeilen 38 bis 40

Hier berechnen Sie Ihren Gewinn/Verlust aus dem Immobiliengeschäft und teilen diesen gegebenenfalls auf die Ehepartner auf.

Zeile 42

Hier hinein gehören Angaben zu den Wertpapieren, mit denen Sie 2003 innerhalb von 12 Monaten Spekulationsgewinne oder -verluste gemacht haben. Bei zahlreichen Wertpapiertransaktionen fügen Sie am besten eine separate Liste bei, in der Sie für jede Transaktion Verkaufspreis, Kaufpreis,Werbungskosten und den sich daraus ergebenden Gewinn oder Verlust aufführen.

Zeile 43

Kauf- und Verkaufsdatum laut Wertpapierabrechnung der Bank (separate Liste beifügen).

Zeile 44

Verkaufspreis laut Wertpapierabrechnung OHNE Nebenkosten. Diese müssen Sie in Zeile 46 aufführen.

Zeile 45

Kaufpreis laut Wertpapierabrechnung. Unter Anschaffungskosten versteht der Fiskus den Kaufpreis der Wertpapiere plus Anschaffungsnebenkosten (Maklerprovision, Bankgebühren).

Zeile 46

Kosten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Wertpapiere (Provision, Gebühren)

Zeile 47

Gewinn oder Verlust als Summe aus Ihrer separaten Liste.

Zeilen 50 und 51

Hier müssen Sie den in Zeile 47 errechneten Gewinn/Verlust trennen nach Halbeinkünfteverfahren und keinem Halbeinkünfteverfahren und die Beträge auf die Ehepartner verteilen (entsprechend Ihrem Anteil). Bei gemeinsamem Depot jeweils zur Hälfte.

Zeilen 52 bis 56

Angaben zu Termingeschäften (z. B. Optionen, Optionsscheine, Futures – allesamt keine Halbeinkünfteverfahren).Auch hier müssen Sie eine separate Liste beifügen, wenn Sie 2003 zahlreiche Geschäfte mit Optionsscheinen gemacht haben.

Zeile 54

Einnahmen aus Termingeschäften, z. B. Devisen-, Effekten- und Warentermingeschäfte.

Zeile 55

Werbungskosten. Dazu gehören auch z. B. die Kosten für den Kauf des Optionsscheins.

Zeile 56

Der mit dem Optionsschein gemachte Gewinn oder Verlust oder die Summe aus Ihrer Anlage (bei vielen Geschäften separate Liste beifügen).

Zeilen 57 bis 58

Gegebenenfalls Aufteilung der Gewinne/Verluste auf die Ehepartner.

Zeile 59

Weitere Gewinne/Verluste aus Termingeschäften laut separater Aufstellung.

Zeile 60

Aufteilung der Gewinne/Verluste von gemeinsamen Geschäften (z. B. Ehepartner).

Zeile 61

Einnahmen aus Termingeschäften, die dem Halbeinkünfteverfahren unterliegen, getrennt nach den Ehepartnern.

Zeile 62

Wichtig: Mit einem Kreuzchen hier machen Sie den Beamten darauf aufmerksam, dass Sie Ihre nicht ausgeglichenen Verluste per Anlage VA auf das Jahr 2003 zurücktragen und mit dort gemachten Spekulationsgewinnen verrechnen wollen. Im Formular VA (Zeile 9 und 26) können Sie genau angeben, wie viele Verluste Sie nach 2002 zurück- oder nach 2004 vortragen wollen. Wenn Sie 2003 auch ausländische Einkünfte erzielt haben, müssen Sie ein weiteres Formular ausfüllen, die Anlage AUS. Das gilt selbst dann, wenn Sie einen deutschen Aktienfonds im Depot haben, der im Ausland anlegt. Eine Ausfüllhilfe finden Sie ab Seite S 74/028.

Haben Sie 2003 Spekulationsverluste erlitten, die Sie nicht mit Spekulationsgewinnen ausgleichen können, müssen Sie den Fiskus in der Anlage VA darüber informieren, was Sie mit den nicht ausgeglichenen Verlusten machen wollen, zum Beispiel mit Gewinnen im Jahr 2002 verrechnen oder ins Jahr 2004 vortragen. Eine Ausfüllhilfe finden Sie auf den folgenden Seiten.

Anlage VA: Wie Sie Verluste zu Ihrem Vorteil verrechnen

Wenn Sie 2003 Verluste gemacht haben, egal ob mit einem Gewerbebetrieb, einer Immobilie oder mit einem Wertpapiergeschäft, kann Ihnen die Anlage VA eine Menge Steuern sparen. Der Grund: Mit diesem erstmals 1999 eingeführten Vordruck üben Sie Ihr Rücktragswahlrecht nach dem Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 aus.

Dies ist besonders für Verluste aus Wertpapiergeschäften (so genannte private Veräußerungsgeschäfte) wichtig, die Sie nur mit Spekulationsgewinnen verrechnen können. Verluste aus „normalen“ Einkunftsarten (zum Beispiel Gewerbebetrieb, Vermietung) können Sie dagegen unter bestimmten Voraussetzungen mit anderen positiven Einkünften verrechnen und so Ihre Steuerlast drücken.

Haben Sie 2003 nur Spekulationsverluste gemacht, können Sie diese in das Jahr 2002 rücktragen (Verlustrücktrag) oder vor sich herschieben (Verlustvortrag). Achtung: Wollen Sie die 2003 nicht ausgeglichenen Verluste nicht ins Jahr 2002 rücktragen, müssen Sie die Anlage VA 2003 ausfüllen. Versäumen Sie dies, greift die gesetzliche Rücktragsregel. Das bedeutet: Das Finanzamt würde die Verluste aus 2003 zunächst mit Gewinnen im Jahr 2002 verrechnen und nur nicht ausgeglichene Verluste weiter vortragen. Das bedeutet: Die Anlage VA müssen Sie stets dann ausfüllen, wenn Sie keinen oder eben einen bestimmten Rücktrag wünschen.

Das macht besonders dann Sinn, wenn Sie schon bei der Abgabe der Steuererklärung 2003 wissen, dass Sie im laufenden Jahr erheblich höhere Einnahmen haben und in die höchste Steuerprogression rutschen. Dann ist es sinnvoll, die Verluste aus 2003 gezielt für die Steuersenkung im Jahr 2004 einzusetzen. Tragen Sie Ihre Verluste auf 2002 zurück, muss das Finanzamt Ihren Steuerbescheid des Jahres 2002 ändern und Ihnen zu viel gezahlte Steuern erstatten. Vorsicht: Wie bei Steuerformularen üblich steckt auch hier der Teufel im Detail. Nachfolgend gebe ich Ihnen ausführliche Ausfüllhilfen für das Formular VA anhand eines Beispiels für Spekulationsverluste.

Unser Tipp: Achten Sie darauf, dass auch beim Verlustrücktrag die Freigrenze von 512 Euro berücksichtigt wird. Der Fiskus rechnet den Gewinn immer bis auf Null herunter. Damit verschenken Sie Verlustpotenzial. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Az.: 2 K 1545/02) hat entschieden, dass der Fiskus die Freigrenze bezogen auf das Jahr der tatsächlichen Gewinn-/Verlustentstehung berücksichtigen muss. Halten Sie Ihren Bescheid unbedingt offen (Einspruch).

Gefahr droht Anlegern, die in ihrer Steuererklärung 2003 Spekulationsverluste angeben, in den Vorjahren aber nie Gewinne deklariert haben. Wer Spekulationsgewinne in den Vorjahren vergessen hat, sollte vor Abgabe der Steuererklärung 2003 mit einem Steuerberater sprechen. Meist lässt sich das Malheur durch ein simples Nacherklären beheben. Auch vergessene Verluste können Sie innerhalb der 4-jährigen Festsetzungsfrist nachmelden.

Entscheidungscheckliste für Spekulationsgewinne oder -verluste im Jahr 2003

Spekulations-

-verluste in 2003

-gewinne in 2003

  • • Spekulationsverluste in 2003 geltend machen • Prüfen,ob Sie 2002er Gewinne angegeben haben,

  • -gewinne in 2002 sonst Nacherklärung

  • • Verrechnung mit 2003er Verlusten (gegebenenfalls Steuererstattung) • nicht verrechnete Verluste nach 2004 vortragen • Prüfen,ob Sie 2002er Verluste angegeben haben. Wenn ja:2003er Verluste ebenfalls geltend machen. Wenn nein:2002er Verluste nacherklären und 2003er Verluste geltend machen oder • Verluste aus 2002 und 2003 spätestens in der Erklärung für 2006 nacherklären

  • • 2003er Gewinne angeben,prüfen,ob 2002er Gewinne versteuert wurden,sonst Nachversteuerung

  • • Spekulationsgewinne

  • 2003 angeben und mit

-verluste in 2002

  • Verlustvortrag aus 2002 Steuern sparend ver-

  • rechnen

Tipp: Wenn Sie in Ihrer Steuererklärung 2003 Spekulationsgewinne oder -verluste angeben, sollten Sie Ihren kommenden Steuerbescheid offen halten (Einspruch). Nur so erhalten Sie Geld zurück, falls die Spekulationssteuer für verfassungswidrig erklärt wird (BFH, Az.: IX R 62/99).

Beispiel für die Verlustverrechnung

Sie haben im Jahr 2002 Spekulationsgewinne mit Aktien in Höhe von 10.000 € versteuert. 2003 haben Sie 25.000 € Verluste gemacht.Sie geben Ihre 2003er Verluste an und rechnen wie folgt:

  • Spekulationsverlust aus Aktien 2003: Verlustrücktrag nach 2002: Verlustvortrag nach 2004:

  • 25.000 €,davon steuerlich abzugsfähig (½) – 12.500 € (10.000 € – 512 €) 9.488 € (12.500 € – 9.488 €) 3.012 €

Fazit: Durch den Verlustrücktrag erhalten Sie die im Jahr 2002 gezahlten Steuern – bei Spitzenverdienern rund 5.117 €* – komplett zurück.

* 48,5% Spitzensteuersatz 2003 inklusive 5,5 % Solidaritätszuschlag

Mit der neuen Anlage VA steuern Sie Verlustvor- und -rückträge

Musterstadt, 123/4567/8901 2.7.03 9.488 3.012

Zeilen 1 bis 7

Hier tragen Sie die 2003er Verluste der sieben einzelnen Einkunftsarten ein,die Sie ins Jahr 2002 rücktragen wollen,getrennt nach Steuerpflichtigem und Ehegatten.

Zeile 9

Hier müssen Sie die Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften (Spekulationsverluste aus Immobilien- und Wertpapiergeschäften) eintragen,die im Jahr 2003 angefallen sind und die Sie ins Jahr 2002 rücktragen wollen.

Zeile 10

Hier hinein gehören Verluste aus sonstigen Einkünften,z.B.Renten,die rückgetragen werden sollen.

Zeilen 12 und 13

Verluste aus gewerblicher Tierzucht/-haltung und aus gewerblichen Termingeschäften müssen Sie separat aufführen.

Zeilen 14 und 15

Hier führen Sie eventuelle Verluste aus so genannten Verlustzuweisungsgesellschaften auf.Notwendig sind zusätzlich Name,Finanzamt und Steuernummer unter der die Gesellschaft geführt wird. Die Seite 2 der Anlage VA müssen Sie nur ausfüllen,wenn die rückgetragenen Verluste nicht vollständig mit Gewinnen des Jahres 2002 verrechnet wurden und somit ein Vortrag auf 2004 und folgende Jahre notwendig ist.

Zeilen 18 bis 24

Hier tragen Sie die nach der Verrechnung mit 2002er Gewinnen übrig gebliebenen Verluste ein,die weiter vorgetragen werden sollen – getrennt nach den sieben Einkunftsarten.

Zeile 26

Hier hinein gehören die Spekulationsverluste,die Sie mit zukünftigen Spekulationsgewinnen (ab 2004) verrechnen wollen.

Zeilen 29 und 30

Hier gehören die vorzutragenden Gewinne aus Tierzucht/-haltung und gewerblichen Termingeschäften.

Zeilen 32 und 33

Vorzutragende Verluste aus Verlustzuweisungsgesellschaften tragen Sie hier ein.

Zeile 35

Verluste aus den Jahren 1998 und früher müssen Sie hier separat aufführen. Haben Sie im Jahr 2003 ausländischen Einkünfte gehabt, müssen Sie zusätzlich das Formular AUS abgeben. Wie Sie dieses ausfüllen, zeige ich Ihnen auf den folgenden Seiten.

Anlage AUS: So erklären Sie ausländische Kapitaleinkünfte

Ihre ausländischen Einnahmen müssen Sie sowohl in der Anlage KAP als auch in der Anlage AUS angeben. Dies ist aber nur dann erforderlich, wenn Quellensteuer einbehalten wurde oder Sie ausländische Verluste melden müssen. Haben Sie Gehälter im Ausland bezogen, müssen Sie diese zusätzlich in der Anlage N, ausländische Mieteinnahmen in der Anlage V angeben. Nachfolgend eine Ausfüllhilfe mit Tipps, wie Sie am besten vorgehen:

Zeile 3: Staat

Tragen Sie hier die Namen der Staaten ein,aus denen Sie 2003 Kapitaleinkünfte erhalten haben.Das Formular bietet Platz für vier Staaten.Reicht dies nicht,verwenden Sie einen weiteren Vordruck.

Zeile 4: Einkunftsquellen

Nennen Sie hier Ihre ausländischen Einkunftsquellen,zum Beispiel Festgeld,festverzinsliche Wertpapiere,Fondsanteile,Aktien.Da der Platz bei mehr als einer Angabe kaum reicht,fügen Sie eine separate Aufstellung als Anlage bei.

Zeile 5: Ausländische Kapitaleinkünfte

Hier machen Sie Angaben zu ausländischen Kapitaleinkünften aus Festgeld,festverzinslichen Wertpapieren,Fondsanteilen,je Fonds eine Angabe,und anderen Zinseinkünften.Diese Einnahmen tragen Sie mit dem Bruttobetrag (einschließlich der einbehaltenen Quellensteuer,aber ohne fiktive Quellensteuer) für jeden Staat getrennt ein.Besitzen Sie beispielsweise mehrere Auslandsanleihen eines Landes,addieren Sie die Zinsen und geben die Summe an.Die Summe der hier gemachten Angaben muss mit denen im Formular KAP,Zeilen 33,34 und 41 übereinstimmen.

Zeile 6: ausländische Dividenden

Für ausländische Dividenden gilt seit 2001 das Halbeinkünfteverfahren:Danach brauchen Dividenden nur noch zur Hälfte versteuert zu werden.Deshalb brauchen Sie hier auch nur die Hälfte der zugeflossenen Dividenden ausländischer Aktien oder Firmenbeteiligungen einzutragen.Die Summe der hier gemachten Angaben muss 50% der im Formular KAP,Zeilen 35 und 44,eingetragenen Summe ergeben.

Zeile 7: Summe der Einkünfte

Addieren Sie die Zeilen 5 und 6 jeder Spalte und tragen Sie das Ergebnis hier ein.

Zeile 8: Werbungskosten bei Zinsen

Die mit den Einkünften aus Zeile 5 zusammenhängenden Werbungskosten müssen Sie ebenfalls für jeden Staat separat eintragen.Ohne ausländische Steuer.Diese gehört in Zeile 11.

Zeile 9: Werbungskosten aus Dividenden oder Beteiligungen

Für ausländische Dividenden gilt seit 2001 das Halbeinkünfteverfahren:Danach brauchen Dividenden nur noch zur Hälfte versteuert zu werden.Allerdings sind damit zusammenhängende Kosten ebenfalls nur zur Hälfte absetzbar.Tragen Sie hier die Hälfte der Werbungskosten ein,die den ausländischen Dividendeneinkünften zugeordnet werden können.

Zeile 10: Summe der Werbungskosten

Addieren Sie die Zeilen 8 und 9.

Zeile 11: gezahlte Quellensteuer bei Abzug

Bei Quellensteuer,für die kein Erstattungsanspruch beim ausländischen Fiskus mehr besteht,haben Sie ein Wahlrecht:Entweder Sie lassen sich die Quellensteuer auf Ihre deutsche Steuer anrechnen oder Sie ziehen wie Werbungskosten ab.Dieses Wahlrecht können Sie für alle Einkünfte aus einem Staat nur einheitlich,für jeden Staat aber gesondert ausüben.Nur wenn Sie den Abzug wünschen,machen Sie hier Angaben.Die Anrechnung ist meist günstiger.Tragen Sie hier keine fiktive Quellensteuer ein.Die Steuerreform verbessert nun die Chancen,die Quellensteuer von den Einnahmen abzuziehen,denn sie gilt – trotz des Halbeinkünfteverfahrens – weiterhin in voller Höhe als Minusposten.

Zeilen 12 bis 18: Inländische Wertpapierfonds

Bei inländischen Investmentfonds sind in Ertragsausschüttungen und Ertragsthesaurierungen häufig ausländische Erträge enthalten.Die darauf entfallende ausländische Quellensteuer wird von den Fondsgesellschaften in der Erträgnisaufstellung separat ausgewiesen und kann ebenfalls in der Einkommensteuererklärung angerechnet oder wie Werbungskosten abgezogen werden. In diesem Fall machen Sie in der Anlage AUS folgende Angaben:

  • •Die ausländischen Kapitalerträge des Fonds geben Sie in Zeile 14 an.Nur bei reinen Aktienfonds tragen Sie die Ausschüttung (Dividenden) in Zeile 13 ein.

  • •Falls die ausländische Quellensteuer wie Werbungskosten abgezogen werden soll,tragen Sie den Betrag in Zeile 17 ein.

  • •Wünschen Sie die Anrechnung der ausländischen Quellensteuer,setzen Sie den Betrag in Zeile 23 ein.

Falls Sie ausländische Quellensteuer aus mehreren inländischen Investmentfonds geltend machen,machen Sie die entsprechenden Angaben für alle Fonds zusammengefasst.

Zeilen 19 bis 20: Einkunftsquelle (KEINE Kapitaleinkünfte)

Tragen Sie hier die Art Ihrer ausländischen Einkunftsquelle (zum Beispiel Gehalt,Miete) ein.

Zeile 21: Einkünfte

Hier hinein gehört die Höhe der ausländischen Einkünfte.Die ausländischen Einkünfte müssen Sie hier unterschiedlich eintragen:

  • •mit Steuerabzügen (netto),falls Sie einen Abzug der Auslandssteuern wünschen,

  • •ohne Abzüge (brutto) falls Sie eine Verrechnung der Auslandssteuern wünschen.

Zeile 22: abgezogene ausländische Steuern

Nehmen Sie hier nur eine Eintragung vor,wenn Sie die ausländischen Steuern wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen wollen.Wünschen Sie dagegen eine Verrechnung mit Ihren deutschen Steuern,müssen Sie die ausländischen Steuern in Zeile 23 eintragen.

Zeile 23: gezahlte Quellensteuer bei Anrechnung

Bei Quellensteuer,für die kein Erstattungsanspruch beim ausländischen Fiskus mehr besteht,haben Sie ein Wahlrecht:Entweder Sie lassen sich die Quellensteuer auf Ihre deutsche Steuer anrechnen oder Sie ziehen sie wie Werbungskosten ab.Dieses Wahlrecht können Sie für alle Einkünfte aus einem Staat nur einheitlich,für jeden Staat aber gesondert ausüben. Nur wenn Sie die Anrechnung wünschen, machen Sie hier Angaben.Die Anrechnung ist meist günstiger.Tragen Sie hier keine fiktive Quellensteuer ein. Die Steuerreform verbessert die Chancen,die Quellensteuer von den Einnahmen abzuziehen, denn sie gilt – trotz des Halbeinkünfteverfahren – weiterhin in voller Höhe als Minusposten.

Zeile 24: fiktive Quellensteuer

Hier können Sie die fiktive Quellensteuer bestimmter Auslandsanleihen und anderer Zinseinkünfte eintragen.Ein Abzug wie Werbungskosten ist hier nicht zulässig.

Zeile 30: Einkünfte mit Pauschalversteuerung

  • Bestimmte ausländische Einkünfte (zum Beispiel als Sportler oder Künstler und für bestimmte Betriebsstätteneinkünfte) können auf Antrag in Deutschland mit einem Pauschalsatz versteuert werden.Diese Einkünfte müssen,wenn der Antrag gewünscht ist,hier angegeben werden.

Zeilen 32 und 33: Hinzurechnungsbesteuerung

Wenn Sie 2003 ausländische Einkünfte aus z.B.einer Personengesellschaft oder Erbengemeinschaft hatten, müssen Sie den auf Sie entfallenden Gewinnanteil hier eintragen.Dieser wird vom ausländischen Finanzamt auf Antrag festgelegt.Ihre Steuernummer,das Finanzamt und den Staat müssen Sie ebenfalls nennen.

Zeilen 34 bis 39: ausländische Verluste – steuerpflichtig

Bestimmte ausländische Verluste,zum Beispiel aus Landwirtschaft,Vermietung,Gewerbebetrieb oder stiller Gesellschaft dürfen Sie nicht mit deutschen Einkünften verrechnen,sondern nur mit positiven Einkünften derselben Art und – mit Ausnahmen – aus demselben Staat.Hier hinein gehören nur steuerpflichtige ausländische Einkünfte.Welche dies sind,regeln die Doppelbesteuerungsabkommen.

  • Spalte 1: Tragen Sie hier den Staat ein.

  • Spalte 2: Tragen Sie hier ein,aus welcher Einkunftsart der Verlust resultiert.

  • Spalte 3: Hier tragen Sie die „alten“,noch nicht verrechneten Verluste der Jahre 1993 bis 2002 ein.

  • Spalte 4: Hier hinein gehört ein eventueller Verlust aus dem Jahr 2003.

  • Spalte 5: Hier können Sie notieren,wenn Sie diese Verluste in einem anderen Formular der Einkommensteuererklärung angegeben haben.

  • Spalte 6: Gewinne,die im Jahr 2003 angefallen sind,können Sie hier eintragen.

  • Spalte 7: Hier notieren Sie,wenn Sie diese Gewinne in einem anderen Formular der Einkommensteuererklärung angegeben haben.

  • Spalte 8: Addieren Sie nun die Zeilenangaben in den Spalten 3,4 und 6.Den Gewinn oder Verlust tragen Sie hier ein.

Zeilen 41 bis 45: Steuerfreie Einkünfte mit Progressionsvorbehalt

Bestimmte Auslandseinkünfte (zum Beispiel Gewinnanteile aus einer Schweizer Personengesellschaft) sind in Deutschland steuerfrei.Sie werden im ausländischen Staat besteuert.Näheres regeln die Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).Jedoch unterliegen die ausländischen Einkünfte in Deutschland dem so genannten Progressionsvorbehalt.Das bedeutet,sie werden zwar nicht direkt besteuert,erhöhen aber den Steuersatz mit dem die deutschen Einkünfte besteuert werden. Diese Einkünfte müssen hier genannt und nach Staat,Einkunftsquelle,Einkunftsart (z.B.Gewerbebetrieb, Vermietung) und Höhe der Einkünfte einzeln aufgeführt werden.

Zeilen 51 bis 56: ausländische Verluste – steuerfrei

  • Bestimmte ausländische Verluste,z.B.aus Landwirtschaft,Vermietung,Gewerbebetrieb oder stiller Gesellschaft dürfen Sie nicht mit deutschen Einkünften verrechnen,sondern nur mit positiven Einkünfte derselben Art und – mit Ausnahmen – aus demselben Staat.Hier hinein gehören nur steuerfreie ausländische Einkünfte.Welche dies sind,regeln die Doppelbesteuerungsabkommen.

  • Spalte 1: Tragen Sie hier den Staat ein.

  • Spalte 2: Tragen Sie hier ein,aus welcher Einkunftsart der Verlust resultiert.

  • Spalte 3: Hier tragen Sie die „alten“,noch nicht verrechneten Verluste der Jahre 1993 bis 2002 eintragen.

  • Spalte 4: Hier hinein gehört ein eventueller Verlust aus dem Jahr 2003.

  • Spalte 5: Gewinne im Jahr 2003 tragen Sie hier ein.

  • Spalte 6: Addieren Sie nun die Zeilenangaben in den Spalten 3,4 und 5.Den Gewinn notieren Sie hier.

  • Spalte 7: Notieren Sie hier,in welcher Zeile (AUS,41–45) Sie die steuerfreien Gewinne schon aufgeführt haben.

Zeilen 57 bis 61: Auslandsaktivitäten

Hier müssen Sie eventuelle Gründungen,Käufe und Verkäufe von ausländischen Firmen sowie Beteiligungen melden.Dazu müssen Sie ein weiteres Formular (BfF2) ausfüllen,dass Sie mit einem Kreuzchen anfordern können.

Ausfülltipps und -hilfen finden Sie für die Anlage KAP ab Seite S 74/008,für die Anlage SO ab Seite S 74/015,für die Anlage VA ab Seite S 74/024 und für die Anlage AUS ab Seite S 74/028.

Ein „Geldanlage-Berater“-Beitrag von Lutz Schumann, Wesseling, Lutz Schumann ist Steuerexperte und leitender Redakteur von „Geldanlage und Steuern“, das in Kürze im Fachverlag für Privatfinanzen erscheint.

20. Februar 2004

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.