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Wie Anleger die besten Fonds für ihre Anlagezwecke finden

Dieser Beitrag ist besonders dann für Sie geeignet, wenn Sie sich jetzt Schritt für Schritt ein eigenes Fondsdepot zusammenstellen und verschiedene Fonds miteinander vergleichen wollen.

Ein Beitrag von Chefredakteur Dr. Werner Kurzawa. Als gelernter Bankkaufmann ist er ein gefragter Experte der deutschen und internationalen Wertpapiermärkte und Redner auf zahlreichen Investmentkongressen und -Seminaren.

Warum Sie zwischen Benchmark- und Total-return-Fonds unterscheiden sollten

Die Geldanlage über Investmentfonds ist nach meiner Beobachtung bei vielen von Ihnen mit so großen Missverständnissen verbunden wie bei kaum einem anderen Anlageinstrument. Das haben die vielen Gespräche, die ich im Rahmen meiner Redaktionssprechstunden und der von mir durchgeführten Anlageberatung führe, immer wieder gezeigt.

Einer der folgenschwersten Irrtümer besteht in der Auffassung, dass ein Fonds wegen seiner größeren Risikostreuung Ihnen auch bei abwärts gerichteter Börsentendenz mehr Sicherheit bieten könne als ein Einzelinvestment.

Überlegen Sie selbst: Was kann der Manager eines reinen Aktienfonds, selbst wenn dieser zu den besten seiner Klasse gehört, tun, wenn er zu der Auffassung kommt, dass die Börsenkurse auf mittlere oder sogar längere Sicht nach unten tendieren? Er kann entweder die Bargeldquote seines Fonds nach oben fahren – was nach deutschem Investmentrecht bis zu maximal 49% des Fondsvermögens möglich ist – oder – falls die Fondsrichtlinien dies erlauben – den Aktienbestand seines Fonds durch teure Terminmarktinstrumente gegen Verluste absichern.

Gerade wenn ein Aktienfonds ein sehr großes Anlagevolumen aufweist, wird es dem Fondsmanager schwer fallen, mehr als 10 bis 20% des ihm zur Verfügung stehenden Vermögens als Baranlage zu halten oder von einem Tag auf den anderen beträchtliche Umschichtungen vorzunehmen. Das liegt einerseits daran, dass die Leistung fast aller Fondsmanager daran gemessen wird, inwieweit es ihnen gelingt, die jeweilige Benchmark zu schlagen. Also wird sich jeder hüten, den Bargeldanteil zu hoch zu fahren, weil er sich damit auch dem Risiko aussetzt, bei wieder anziehenden Märkten sehr schnell hinter der Entwicklung zurückzubleiben.

In aller Regel wird daher selbst ein noch so gut gemanagter reiner Aktienfonds ungefähr die Entwicklung mitmachen, die der Markt vorgibt. Und wenn er dann – wie beispielsweise einer der besten internationalen Aktienfonds, der DWS-Vermögensbildungsfonds I, in einem Jahr „nur“ 35% verliert, während der Markt um 42% verliert, kann sich der Manager mit Recht auf die Schulter klopfen. Das heißt für Sie aber nichts anderes, als dass Sie mit einem solchen „Benchmarkfonds“ in einer Baissephase wie der von 2000 bis 2003 zwangsläufig erheblich verlieren – wenn Sie nicht zuvor die Reißleine gezogen und Ihren Aktienfondsanteil tüchtig reduziert haben.

Die 2 Grundtypen von Investmentfonds Benchmarkfonds Total-return-Fonds wesentliche Anlageziele mindestens so gut oder noch Kapitalerhalt auch bei nachgebesser abzuschneiden wie der benden Kursen; positive Rendite maßgebliche Index, z. B. der DAX in allen Börsenphasen

Anders sieht es bei Fonds aus, die sich dem so genannten Total-return-Ansatz verschrieben haben und sich erklärtermaßen nicht an einer solchen Benchmark orientieren. Diese können in Phasen, in denen die Märkte stark nachgeben, auch völlig aus dem Aktienmarkt aussteigen und beispielsweise in Anleihen oder in Geldmarkttitel investieren, um der drohenden Abwärtsbewegung zu entgehen. Die Entwicklung solcher Fonds hängt dabei aber ganz vom Können und der Erfahrung des jeweiligen Managers ab – das kann im ungünstigen Fall auch nachteilig für Sie sein.

Als Anleger müssen Sie also auch im Fondsbereich sehr genau wissen, wie Sie sich entscheiden. Bei der Fülle von inzwischen über 6.000 am deutschen Markt zur Verfügung stehenden Fonds fällt einem die Entscheidung naturgemäß schwer. Ich zeige Ihnen daher auf den folgenden Seiten,

  • wie Sie in 8 Schritten zur richtigen Fondsauswahl kommen und

  • worauf Sie unbedingt achten sollten, wenn Sie die Wertentwicklung verschiedener Fonds miteinander vergleichen

So kommen Sie in 8 Schritten zur richtigen Entscheidung

Dem von mir jeweils zum Jahresbeginn herausgegebenen und Ihnen als Beziehern dieses Werks automatisch zugehenden FondsReport entnehmen Sie, wie sich die dort von mir untersuchten mehr als 2.400 Fonds in den verschiedenen Anlagezeiträumen entwickelt haben.

Der Report ist eine Fundgrube für jeden, der an einer Geldanlage in Investmentfonds interessiert ist. Die ausgewiesenen Kennziffern und Rangfolgen und die von mir mit 1 bis 5 Sternchen vorgenommene Bewertung machen es Ihnen leicht, aus der Fülle des Angebots die Fonds auszusuchen, die im jeweiligen Anlagesegment besonders viel versprechend erscheinen.

Dennoch müssen Sie sich als Anleger grundsätzlich darüber klar werden, wie Ihr Anlagekonzept mit Fonds eigentlich aussehen soll. Mit den folgenden Schritten gelingt es Ihnen problemlos, hierbei zu richtigen Entscheidungen zu kommen und eine an Ihre Vorstellungen angepasste, nicht allein unter Renditegesichtspunkten vorzunehmende Fondszusammenstellung zu finden.

Entscheiden Sie zuerst über Ihre Anlagemotive und Anlageziele

Ihr persönliches Anlageprofil hängt davon ab, welche Rangfolge und welches Gewicht Sie den 4 miteinander konkurrierenden Zielen des „magischen Vierecks“ der Geldanlage (Sicherheit, Rendite, Liquidität und Steuerersparnis) zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung einräumen wollen.

  • Sind Sie besonders an der Erhaltung Ihres Kapitals interessiert, und möchten Sie nur geringe Risiken eingehen (sicherheitsorientiertes Anlageprofil)?

  • Legen Sie eher Wert auf eine hohe Rendite, die Sie unter Inkaufnahme größerer Risiken erzielen können (risikobewusstes Anlageprofil)?

  • Oder setzen Sie auf höchstmögliche Renditen, was eine entsprechend hohe Risikobereitschaft bei Ihnen voraussetzt (spekulatives Anlageprofil)?


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Je nach Beantwortung dieser Fragen kommen für Sie zum jeweiligen Zeitpunkt nur bestimmte Fondsgruppen in Betracht, während sich andere ausschließen. Das folgende Schaubild zeigt Ihnen, auf welcher Höhe der Anlagepyramide sich die verschiedenen Fondsgruppen befinden.

Das Schaubild zeigt, dass, je weiter oben in der Pyramide der jeweilige Fondstyp angesiedelt ist, desto höher das Risiko, aber auch die Renditechance ist.

Bevorzugen Sie die Fondsgruppen, die Ihrem Anlageprofil am ehesten entsprechen: Je weniger Risiken Sie eingehen wollen, um so stärkeres Gewicht sollten die im unteren Teil der Pyramide angesiedelten Fonds für Sie haben.

Beachten Sie dabei, dass es auch innerhalb dieser verschiedenen Fondstypen unterschiedliche Anlagerisiken gibt. So steigt Ihr Anlagerisiko mit zunehmender Spezialisierung der Fonds:

  • Regionale Fonds und Länderfonds etwa sind einem höheren Risiko ausgesetzt, weil sie sich von der Entwicklung eines bestimmten Marktes abhängig machen und auf eine größere Risikostreuung durch Nutzung von Märkten vieler Länder verzichten.

  • Branchenfonds wie Rohstoff-, Energie- und Technologiefonds bergen ein erhebliches Verlustrisiko, weil eine breite branchenübergreifende Risikostreuung von vornherein ausgeschlossen wird.

Bestimmen Sie die Höhe und ungefähre Anlagedauer Ihres Investments

Je kürzer dieser Zeitraum, desto mehr müssen Sie darauf achten, Fonds zu wählen, die keinen oder nur einen geringen Ausgabeaufschlag haben, der ansonsten Ihre Rendite erheblich schmälern kann. Wenn Sie beispielsweise einen international anlegenden Rentenfonds kaufen wollen und in der derzeitigen Tiefzinsphase von einer Rendite um 4 bis 5% ausgehen, haben Sie bei einem Ausgabeaufschlag des Fonds von 4% Ihr Anlagekapital nach einem Jahr gerade mal erhalten.

Bei einem Anlagezeitraum von 5 bis 10 Jahren und länger können Sie auch kurzfristig risikoreichere Fonds wie internationale Aktienfonds kaufen, weil die Risiken solcher Fonds sich auf so lange Sicht abmildern. Gerade die vergangenen 3 Jahre von Frühjahr 2000 bis 2003 haben Ihnen aber gezeigt, dass das einfache Festhalten an einem Fondsinvestment, wenn es sich denn um einen reinen Aktienfonds handelt, in einer starken Abwärtsbewegung der Märkte hohe Verluste zur Folge haben kann.

Stimmen Sie die Auswahl und Gewichtung der Fondsgruppen auf Ihre Anlageziele ab

Wenn Sie sich für bestimmte Fondstypen entschieden haben, legen Sie die ungefähren prozentualen Anteile fest, die diese Fonds an Ihrem Wertpapierdepot haben sollen. Auf diese Weise stimmen Sie Ihr Depot noch mehr auf Ihre persönlichen Anlageziele ab. Ausgehend von den 3 grundlegenden Risikoklassen der

  • Aktienfonds (AF),

  • Rentenfonds (RF),

  • Geldmarkt- und offenen Immobilienfonds (GF/IF)

sind folgende idealtypische Aufteilungen – je nach Ihrer persönlichen Risikobereitschaft – möglich:

Entscheiden Sie sich zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds

Thesaurierende Fonds legen die anfallenden Erträge aus Zinsen und Dividenden wieder an, was für Sie normalerweise vorteilhafter ist als eine regelmäßige Ausschüttung. Denn die Kosten für die Ausschüttung fallen weg, sodass der Fonds dadurch auch eine höhere Rendite erzielen kann. Die Fondsgesellschaft kann besser planen, weil sie die zur Wiederanlage zur Verfügung stehenden Mittel genau kennt, während sie beim ausschüttenden Fonds die Wiederanlage nur ungefähr schätzen kann. Sie selbst müssen sich zudem nicht ständig Gedanken darüber machen, ob und wie Sie die ausgeschütteten Beträge wieder anlegen wollen.

Überlegen Sie sich daher, ob ein ausschüttender Fonds Ihnen tatsächlich Vorteile gegenüber einem thesaurierenden Fonds bietet. Wenn Sie daran interessiert sind, können Sie eine regelmäßige Verfügung über Teilbeträge Ihres Fondsvermögens ja auch dadurch erreichen, dass Sie jeweils Anteile in Höhe des benötigten Gegenwerts zurückgeben. Dafür können Sie bei den meisten Fondsgesellschaften oder Ihrer Bank auch einen Auszahlungsplan vereinbaren.

Beschaffen Sie sich die historischen und aktuellen Daten zur Wertentwicklung

Diese erhalten Sie für die wichtigsten der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds automatisch durch meinen FondsReport. Wenn Sie im weiteren Jahresverlauf Entscheidungen treffen wollen und an den zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen interessiert sind, erhalten Sie die reinen Angaben zur Performance-Entwicklung auch bei der Fondsgesellschaft direkt, Ihrer Bank, dem Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften e. V./BVI (Eschenheimer Anlage 28, 60318 Frankfurt/M., Tel. 069/1540-900) oder über die Seiten der meisten Direktanlagebanken im Internet.

Beachten Sie dabei die unterschiedliche Art der Angaben zur Wertentwicklung

Wichtig für Sie ist nicht die Rendite, die ein Fonds vor, sondern nach Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags und der übrigen Kosten und Gebühren erwirtschaftet. Ob die jeweils angegebenen Entwicklungen – wie dies beim Fonds- Report der Fall ist – auf dieser Basis berechnet worden sind, sollten Sie genauestens prüfen. Die meisten Publikationen ermitteln die Rendite erst gar nicht und geben lediglich die vom BVI in den monatlichen Statistiken ausgewiesenen Werte bekannt. Auf Seite 011 finden Sie aber die Formel, die Ihnen eine Umrechnung der BVI-Daten ermöglicht.

Entscheidend für Sie ist dabei die auf der Grundlage dieser Berechnung sich ergebende Rendite nach Abzug der von Ihnen möglicherweise zu entrichtenden Steuern. Die fallen auf Dividenden und Zinserträge an (gleich, ob der Fonds diese Erträge direkt an Sie ausschüttet oder wieder anlegt), falls Sie Ihre Sparerfreibeträge von 1.550/3.100 Euro für Ledige/Verheiratete bereits ausgeschöpft haben.

Beachten Sie auch: In der Vergangenheit erzielte Renditen eines Fonds sind keine Garantie für die Zukunft. Je kürzer der zur Verfügung stehende Beobachtungszeitraum, desto geringer die Aussagekraft der Angaben.

Prüfen Sie neue, gerade auf den Markt gekommene Fonds besonders kritisch: Ergebnisse über einen kurzen Anlagezeitraum von weniger als 2 bis 3 Jahren sind nicht aussagekräftig im Hinblick auf die künftige Entwicklung eines Fonds.

Informieren Sie sich in diesem Fall besonders gründlich über die Anlagerichtlinien des Fonds und die Ergebnisse, die das Fondsmanagement in der Vergangenheit mit anderen Fonds erzielt hat. Solche Unterlagen kann Ihre Bank Ihnen jederzeit besorgen.

Achten Sie auf das richtige Timing

Wie beim direkten Kauf und Verkauf von Wertpapieren gibt es auch für den Kauf und Verkauf von Fondsanteilen günstigere und ungünstigere Zeitpunkte. Die Entwicklungen der Fonds folgen den Marktbewegungen, die für die im Fonds enthaltenen Wertpapiere maßgebend sind. Deshalb sollten Sie sich genau überlegen, ob es vielleicht lohnend ist, mit dem Einstieg noch zu warten, um zum Beispiel bei einem gerade stark „gekommenen“, vielleicht überkauften Fonds erste Reaktionen abzuwarten. Bei unsicherer Entscheidungslage steigen Sie besser zunächst immer nur mit einem Teilbetrag von 1/3 oder ½ des für den Fonds von Ihnen vorgesehenen Betrags ein. Dieselbe Schritt-für-Schritt-Strategie können Sie auch gut beim Ausstieg aus einem Fonds verwenden.

Prüfen Sie die Anlagerichtlinien des Fonds

Überprüfen Sie die Anlagerichtlinien und -politik des Fonds daraufhin, ob sie mit Ihren Anlagezielen und -motiven übereinstimmen, und lassen Sie sich die Verkaufs-, Rechenschafts- und Zwischenberichte der in Frage kommenden Fonds aushändigen. Diese Unterlagen muss Ihre Bank oder die Investmentgesellschaft Ihnen vor dem Kauf zur Verfügung gestellt haben – ansonsten können Sie die Transaktion nachträglich anfechten. Den Anlagerichtlinien entnehmen Sie auch, ob es sich bei dem jeweiligen Fonds um einen Benchmark- oder einen Total-return-Fonds handelt.

Kalkulieren Sie bei Auslandsfonds mögliche Währungsrisiken und steuerliche Nachteile ein

Es nützt Ihnen wenig, wenn die Wertentwicklung eines Fonds aufgrund der besonderen Kurschancen der darin enthaltenen Wertpapiere gute Aussichten verheißt, falls diese Entwicklung durch eine gegenläufige Tendenz der Fremdwährung gegenüber dem Euro gestoppt oder der Gewinn wieder „aufgefressen“ wird.

Achten Sie bei Auslandsfonds vor allem darauf, dass Sie keine steuerlichen Nachteile haben. Das ist in der Regel der Fall, wenn diese Fonds in Deutschland nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind oder steuerrechtlich nicht mit solchen Fonds gleichgestellt sind. Auch das entnehmen Sie dem Fondsprospekt.

So rechnen Sie die BVI-Wertentwicklung in die wahre Anlegerrendite pro Jahr um

In der Regel können Sie den einschlägigen Finanzpublikationen nur die vom BVI veröffentlichte Wertentwicklung entnehmen. Die Wertentwicklung eines Fonds wird in den meisten Publikationen im 1-, 3-, 5-, 10- oder 20-jährigen Vergleich angegeben. Hierbei sollten Sie darauf achten, ob dabei der Ausgabeaufschlag mit in die Berechnung einfließt (wie in den wenigsten Fällen) oder nicht. Bei den BVI-Angaben ist der Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt. Das ist grundsätzlich auch nicht ganz falsch, da Sie wegen der vielen Rabatte, die Ihnen heute beispielsweise von den Direktanlagebanken und Discountbrokern auf den Ausgabeaufschlag gewährt werden, individuell sehr unterschiedliche Aufschläge zahlen.

Wenn Sie sich mit diesen Zahlen nicht begnügen wollen, sollten Sie diese Angaben auf die Renditekennzahlen, wie ich sie im FondsReport (FR) ermittle, umrechnen. Nur das erlaubt Ihnen einen angemessenen Vergleich zwischen den Ergebnissen der Fonds derselben Klasse. Benutzen Sie dabei die auf der folgenden Seite aufgeführte Formel, die Sie am besten in ein Rechenprogramm Ihres Computers eingeben.

Welche Vorteile Ihnen eine solche Umrechnung bringt, entnehmen Sie dem folgenden Beispiel. Der BVI-Statistik gibt für den Fonds A folgende Kennzahlen an:

Wertentwicklung in % nach BVI (per Ultimo 2002) 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre 7,3 59,5 151,5 330,3

In meinem FondsReport dagegen folgende Angaben:

finden Sie für denselben Fonds

1/n W + 100 –1 jährliche Rendite % = ( [ ]x 100 A + 100 )

Die FR-Renditen sind unter Berücksichtigung des normalen Ausgabeaufschlags (AA) berechnet worden. Das heißt: Im Zeitraum vom 31.12.2001 bis zum 31.12.2002 hat der Wert des Fonds-Anteils um 3,2% zugelegt. Falls Sie selbst den vollen Ausgabeaufschlag von 4% zahlen mussten, entspricht das genau der Rendite des von Ihnen Ende 2001 investierten Kapitals. Aus 10.000 Euro wären dann 10.320 Euro geworden und nicht, wie das BVI-Ergebnis zu verstehen gibt, 10.730 Euro.

In der 3-Jahres-Periode vom 31.12.1999 bis 31.12.2002 hat Ihre Anlage Jahr für Jahr eine Rendite von 15,1% erzielt. Wenn Sie Ihren Anlagebetrag von 10.000 Euro mit dem entsprechenden Zinseszinsfaktor (1,151 × 1,151 × 1,151 = 1,5248) multiplizieren, hat sich dieser Betrag auf 15.248 Euro erhöht. Sie haben also innerhalb dieses 3-Jahres-Zeitraums einen Wertzuwachs von 5.248 Euro erzielt. Das ist ein Anstieg um 52,5% im gesamten Zeitraum. Das BVI- Ergebnis liegt hierbei mit 59,5% um 7 %-Punkte höher und ist insofern ungenau.

Checkliste: So kommen Sie zur richtigen Auswahl

  • Nutzen Sie Investmentfonds auch und vor allem dann, wenn Sie nur über geringe Anlagebeträge verfügen oder ein direktes Engagement – beispielsweise in Emerging Markets – zu große Risiken mit sich bringen würde. Machen Sie sich dabei aber klar, dass solche Fonds kaum weniger risikoreich sind als Direktinvestments.

  • Lassen Sie sich von kurzfristigen Ergebnissen eines Fonds nicht zu falschen Entscheidungen verleiten, wenn diese Ergebnisse nicht durch eine besondere, zukunftsträchtige Anlagestrategie begründet werden können. Gute Ergebnisse über längere Zeiträume bieten Ihnen eine bessere Gewähr für die zukünftig zu erwartende Wertentwicklung.

  • Orientieren Sie sich beim Fondsvergleich an den wirklich von Ihnen erreichbar gewesenen Ergebnissen. Am besten eignet sich dafür die Berechnung der Anlegerrendite nach dem Ihnen im FondsReport vorgestellten Verfahren. Nutzen Sie daher die Ihnen in diesem Beitrag erläuterten Formeln zur Umrechnung der BVI-Daten, um von diesen Grunddaten zu den Vergleichsdaten zu kommen, die für Sie wirklich aufschlussreich sind.

  • Machen Sie sich bei der Ermittlung der durchschnittlichen Anlagerendite pro Jahr nach Ausgabeaufschlag klar, dass diese Renditen unter erheblichen Preisschwankungen des Anteilswerts zustande gekommen sein können.

  • Seien Sie sich ferner darüber im Klaren, dass das Endresultat Ihrer Anlageperformance entscheidend davon abhängig ist, wann Sie Ihre Fondsanteile wieder veräußern. Fällt dieser Zeitpunkt in eine Baisse, wie Sie diese von 2000 bis 2003 erleben mussten, können sich die Gesamtergebnisse und auch die durchschnittlichen Anlagerenditen in allen Anlagezeiträumen schnell ganz erheblich reduzieren.

Ein Beitrag von Chefredakteur Dr. Werner Kurzawa. Als gelernter Bankkaufmann ist er ein gefragter Experte der deutschen und internationalen Wertpapiermärkte und Redner auf zahlreichen Investmentkongressen und -Seminaren.

Mehr zum Thema: Was Sie über Fonds wissen müssen

12. August 2003

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.