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Handwerker: Probleme schnell und rechtssicher lösen

Wenn es um die so genannte „Unmöglichkeit der Leistung“ geht, haben es Lieferant, Kunde und im Streitfall deren Anwälte mit einer hochkomplizierten Rechtslage zu tun.

Wenn es dem Lieferanten nicht mehr möglich ist, die Leistung zu erbringen, wird er sinnvollerweise auch von der Pflicht zur Erfüllung freigestellt.

Dann stellt sich die zentrale Frage, ob ihm ein Verschulden vorzuwerfen ist. Falls ja, haben Sie als Kunde die folgenden Rechte:

  • Sie können vom Vertrag zurücktreten,
  • Sie können Schadenersatz verlangen und
  • Sie können anstelle des Schadenersatzes einen finanziellen Ausgleich für Ihre vergeblichen Aufwendungen wie beispielsweise bereits in Auftrag gegebene Vorarbeiten verlangen.

Beispiel: Ein Installateur sagt Ihnen zu, die Badewanne eines bestimmten Herstellers in einem Spezialmaß zu liefern und einzubauen.

Nach Abschluss der Vorarbeiten stellt sich heraus, dass der Hersteller Konkurs angemeldet hat und die Badewanne in diesem Typ und Maß nicht mehr lieferbar ist.


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Nun kommt es lediglich darauf an, ob dem Installateur zum Zeitpunkt der Auftragserteilung die Pleite des Herstellers hätte bekannt sein müssen.

Falls ja, wäre er zwar von der Lieferpflicht befreit, aber Sie könnten für die vergeblichen Vorarbeiten und notwendigen Änderungen vom Installateur Schadenersatz verlangen.

 Falls nicht, wäre er ebenfalls von seiner Leistungspflicht befreit, und Sie als Kunde hätten keine weiteren Ansprüche an ihn. Nach altem Recht hätten Sie jedoch selbst in diesem Fall, unabhängig von der Verschuldung des Installateurs, einen Schadenersatzanspruch geltend machen können.

Was Sie über Gewährleistung wissen sollten

Es ist immer umstritten, ob ein gelieferter Gegenstand als mangelhaft einzustufen war, wenn er zwar funktionstüchtig war, aber beispielsweise nicht in der im Kaufvertrag vereinbarten Farbe geliefert wurde.
Es steht juristisch ganz klar fest: Hat der Gegenstand oder die Leistung nicht vollständig die im Vertrag vereinbarte Beschaffenheit, ist dies kein „subjektiv bewertbarer Fehler“, sondern ganz objektiv ein klarer Mangel.

Selbst dann, wenn der gekaufte Gegenstand nicht den Werbeaussagen des Verkäufers oder Herstellers entspricht, kann dies nun als Mangel eingestuft werden.

So müssen Sie es beispielsweise nicht mehr hinnehmen, dass sich ein vom Verkäufer oder Hersteller als „strapazierfähig“ angepriesener Bodenbelag als empfindlich entpuppt.

Auch das Fehlen einer verständlichen Montage- oder Bedienungsanleitung gilt nach neuem Recht als Mangel, der reklamiert werden kann.

Wie Sie  bei Reklamationen vorgehen müssen

Sie haben wie beim Werkvertrag im Fall einer Mängelrüge einen so genannten „Nacherfüllungsanspruch“ haben.

Das bedeutet: Der Verkäufer muss entweder den Mangel beseitigen oder Ihnen als Ersatz den gekauften Gegenstand neu – und selbstverständlich mangelfrei – liefern.

Diesen Anspruch müssen Sie zuerst geltend machen. Erst wenn der Verkäufer die Nacherfüllung verweigert oder nicht durchführen kann, können Sie auf die weiteren Ansprüche ausweichen.

Schuldhaftes Verzögern schnell reklamieren

Dabei heißt „schuldhaftes Verzögern“ zum Beispiel: Wenn Sie den feuchten Fleck an der Wand bemerken, aber noch ein paar Tage warten, bis der Putz zu bröseln beginnt, liegt die Schuld für den zusätzlich entstandenen Schaden bei Ihnen.

Platzt jedoch das neu verlegte Heizungsrohr, während Sie sich im Urlaub befinden, trifft Sie keine Schuld daran, dass der Schaden erst von einem Hausbewohner gemeldet wird, bei dem das Wasser von der Decke tropft.

Im ersten Schritt müssen Sie vom Handwerker, Dienstleister oder Verkäufer die Nacherfüllung verlangen.

Hierbei müssen Sie nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, bis man sich zur Erfüllung Ihrer Ansprüche bequemt, sondern können eine angemessene Frist setzen.

Praxis-Tipp: Als angemessene Frist wird in der Regel ein Zeitraum von ein bis zwei Wochen angesehen.

Achtung: Als Kunde haben Sie im Grundsatz die Wahl zwischen Nachbesserung und Neulieferung. Wenn es einen wichtigen Grund gibt, kann der Lieferant jedoch die Neulieferung verweigern und lediglich die Nachbesserung anbieten.

Dies ist der Fall, wenn

  • die Neulieferung nicht möglich ist (etwa bei der Anfertigung eines Unikats) oder
  • für den Verkäufer nicht zumutbar ist (etwa wenn Sie bei einem nicht funktionierenden elektronischen Kleinteil die Reparatur eines neu gelieferten Heizungskessels verweigern und auf Neulieferung bestehen).

Erfolgt bis zum Ablauf der angemessenen Nachfrist weder Nachbesserung noch Neulieferung, können Sie vom Vertrag zurücktreten oder eine Minderung des Preises, bzw. Schadenersatz verlangen.

24. Mai 2002

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Thomas Hammer
Von: Thomas Hammer. Über den Autor

Thomas Hammer ist Betriebswirt und freier Wirtschaftsjournalist in Ötisheim. Er arbeitet für Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage und hat bereits mehrere erfolgreiche Ratgeber zu Finanzierungs- und Immobilienthemen verfasst.