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Wie Unternehmen von einer Wechselfinanzierung mehrfach profitieren

Die Wechselfinanzierung ist ein Klassiker unter Geschäftsleuten und bietet gegenüber anderen Finanzierungsformen wie Kontokorrentkredit, Annuitäts- oder auch Hypothekendarlehen entscheidende Vorteile: günstigere Diskont-Kreditzinsen und bessere Einkaufskonditionen. Voraussetzung ist eine gute Bonität.

Wechselfinanzierung – Definition als Dreiecksgeschäft

Zunächst: Eine Wechselfinanzierung ist ein Dreiecksgeschäft. Ein Unternehmen, das einem Kunden Ware liefert und dafür einen sogenannten Wechsel erhält, kann diesen an eine Bank weiterreichen. Dieser wird dann das Geld für die Ware vom Kunden gezahlt.

Der Wechsel ist dabei ein Zahlungsversprechen. Wird er nach drei Monaten nicht eingelöst, kann die Bank beim Kunden vollstrecken.

Dieses Vorgehen ist auch unter dem Begriff Lieferantenkredit oder Wechseldiskontkredit bekannt. Wechselfinanzierungen sind gerade in der Industrie und im Export geläufig. Durch den Umweg über die Bank kann ein Käufer dank seiner Bonität bessere Einkaufskonditionen beim Lieferanten erreichen, wie lange Ziele und Skontoabzüge.

Notenbankfähigkeit als Türöffner

Die klassische Wechselfinanzierung setzt jedoch voraus, dass ein Unternehmen „notenbankfähig“ ist. Nur dann kann eine Bank die Forderung an das Unternehmen auch an die Bundesbank abtreten, die Sicherheiten dafür verlangt, dass sie die Bank mit Geld versorgt.

Eine entsprechende Bonitätsprüfung bei der Landeszentralbank besteht in einem Vor-Ort-Gespräch und der Vorlage der letzten drei Bilanzen sowie aktuellen Zahlen. Das Ganze ist kostenlos. Ein positives Ergebnis ist ein Gütesiegel, ein Türöffner allein schon für erheblich günstigere Zinsen.

Kauft die Hausbank nämlich einen Wechsel an und schreibt ihn nach Abzug von Spesen auf dem Kundenkonto gut, so kann sie ihn an die Zentralbank weiterverkaufen.

In dem Moment fallen nicht die üblichen horrenden Kontokorrentzinsen an, sondern es liegt der extrem günstige Basiszins zugrunde. Zwar kommen noch ein Zinsaufschlag und die Marge für die Bank hinzu, doch wenn der Diskontzins dann bei ca. 5% liegt, ist der Zinsvorteil enorm.

Zwischenfinanzierung mit mehreren Vorteilen

Zu diesem Geschäft trägt sowohl die Bonität des Käufers als auch die des Verkäufers bei. Der Käufer erhält somit eine günstige Zwischenfinanzierung, und zwar dadurch, dass der Verkäufer den Wechsel auf ihn ausstellt.

Im Gegenzug kann der Käufer ihm einen Scheck überreichen, mit dem er abzüglich Skonto, den Kaufpreis zahlt. Löst er dann den Wechsel nach drei Monaten bei der Bank ein, hat er in mehrfacher Hinsicht gespart.

Mit Wechselfinanzierungen kann aber auch das Überleben von Unternehmen oder das Wachstum von Start-Ups gefördert werden. Hierbei kommen Unternehmensberatungen ins Spiel.

Das einkaufende Unternehmen kann dank der Bonität des Verkäufers die benötigten Waren und Produkte einsetzen ohne sofort dringend benötigte Liquidität angreifen zu müssen. Der Verkäufer wiederum hat sein Geld gesichert.

Nicht ohne fachmännischen Rat

Derartige Geschäfte erfordern jedoch wasserdichte Vertragskonditionen. Sollte etwa ein Wechsel nicht eingelöst werden können, wird der Verkäufer rückbelastet, womit er das Geld, das er durch den Scheck erhalten hatte, auf dem Wege verliert.

Der Haken an der Sache: Selbst der übliche Eigentumsvorbehalt an der gelieferten Ware nützt ihm nichts mehr, weil der bei der Scheckeinreichung entfallen ist. Eine Wechselfinanzierung muss also nach allen Richtungen hin abgesichert sein. Je nach Unternehmen und Geschäft ist ein Fachanwalt unumgänglich.

4. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.