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Wie viel Einkommensteuer zahlt man in Frankreich?

Die Einkommensteuer in Frankreich ist neben der Mehrwertsteuer die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Sie wurde 1914 zur Kriegsfinanzierung eingeführt.

Auf Französisch heißt sie „L’impôt sur le revenu“ und wird mit IR oder mit IRPP abgekürzt. Das steht für „L’impôt sur le revenu des personnes physiques“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Einkommenssteuer für physische Personen“.

Die Einkommensteuer in Frankreich ist üblicherweise eine progressive Steuer. Das bedeutet, wer mehr verdient, muss mehr abgegeben. Allerdings sind bereits niedrige Einkommen mit sehr hohen Steuersätzen belastet.

Einkommensteuer: Steuererklärung in Frankreich

Die Einkommensteuer in Frankreich ist – wie in vielen anderen Ländern auch – eine direkte Steuer. Demnach wird der Arbeitnehmer an der Quelle besteuert und der Arbeitgeber überweist die Beträge direkt an das Finanzamt.

Grundsätzlich zahlen laut geltendem Recht nur natürliche Personen Einkommensteuer in Frankreich. Personengesellschaften können jedoch bei bestimmten Formen eines Unternehmens mit ihrem Geschäftsgewinn auch unter die Einkommenssteuer fallen.

Um als Personengesellschaft in Frankreich Einkommensteuer zu zahlen, muss man also eine natürliche Person sein und seinen Wohnsitz in Frankreich haben. Franzosen mit ausländischem Wohnsitz zahlen grundsätzlich keine Einkommensteuer in Frankreich.

Zudem können Personen, deren Einkommen in Frankreich erwirtschaftet wird, unter das Einkommensteuergesetz fallen. Das findet aber auch nur in einem Fall statt: Falls Frankreich mit dem Staat, in dem der Steuerpflichtige lebt, kein Doppelbesteuerungsabkommen hat.

Die Steuererklärung hat jeder Steuerpflichtige im Regelfall bis im Mai für das Vorjahr abzugeben. Seit 1990 müssen alle Steuerpflichtigen auf einem speziellen Formular alle ausländischen Bankkonten angeben, die in ihrem Besitz sind.

Steuersatz in Frankreich

Einkommen bis zu einer Höhe von 9.700 € sind in Frankreich steuerfrei. Von 9.700 € bis 25.791 € beträgt der Satz 14%, danach bis 71.826 € 30%. Von 71.826 € bis 152.108 € unterliegen einem Steuersatz von 41%.

Alle Einkommen von über 152.108 € im Jahr werden in Frankreich mit einem Steuersatz von 45% besteuert. Der Spitzensteuersatz liegt bei 49% ab 500.000 €. Es gibt Pläne, dass dieser deutlich angehoben werden soll. Allerdings wurde diese Erhöhung Ende 2012 vom Verfassungsrat abgelehnt.

Der Steuersatz für Steuerpflichtige mit einem Einkommen von mehr als 1 Mio. € soll zukünftig bei 75% angesetzt werden. Da dieser Steuersatz noch nicht abgesegnet wurde, gibt es für die Steuern des Jahres 2012 und 2013 in Frankreich eine sogenannte Reichensteuer mit einem Grenzsteuersatz ab 500.000 € von 49% und zusätzlichen 4% Reichensteuer. Einkommen zwischen 250.000 € und 500.000 € werden mit rund 48% plus 3% Reichensteuer belastet.

Wie das oft so ist, kennen die Großverdiener auch Ausweichmöglichkeiten. Somit ist der Effekt eingetreten, dass viele wohlhabende Franzosen beispielsweise nach Belgien emigrieren. Das prominenteste Beispiel ist der Schauspieler Gérard Depardieu, der aus Protest nicht nur ausgewandert ist, sondern sogar die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat.

Einkommensteuer in Frankreich: Einkommensarten

Die Einkommenssteuer Frankreich kennt 8 Arten von Einkommen:

  • Gehälter und Renten
  • leitende Angestellte
  • Gewinne aus Handel und Gewerbe
  • nicht kommerzielle Gewinne
  • Gewinne aus landwirtschaftlicher Tätigkeit
  • Einkünfte aus Immobilien
  • Einkünfte aus Wertgegenständen
  • Wertsteigerungen von Immobilien, Wertgegenständen und berufsbezogenen Gütern.

Die zuletzt genannte Variante wird bei der Einkommensteuer in Frankreich pauschal besteuert.

30. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.