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Zyklisches Investieren vermeiden – wie viel Rendite es kostet

Mögen die Börsenexperten auch noch so sehr davor warnen, zyklisch zu handeln – die Masse der Privatanleger macht genau das. Sie kauft, wenn die Kurse hoch stehen und die Börse bereits deutlich im Aufschwung ist. Verkauft wird erst, wenn die Kurse offensichtlich stark am Fallen sind – und damit meist zu spät.

Doch wie viel Rendite kostet zyklisches Investieren genau und ist es wirklich ein großer Fehler?

Sonderstudie

Zwei Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für Asset Management der RWTH Aachen (FIFAM) haben sich diesem Thema gewidmet. Christan Rouette und Rüdiger von Nitzsch wollten genau wissen, wie viel Rendite zyklisches Investieren kostet.

Die Fragestellung lässt erkennen, dass man davon ausgehen kann, mit zyklischem Investieren nicht das Maximum aus seinem Depot herauszuholen. Ganz klar: Man kommt dabei grundsätzlich einen Schritt zu spät und verpasst die Wendepunkte im Markt.

Verglichen wurden hierbei 2 Zeiträume, in denen die Aktien umgeschichtet wurden; zum einen, wenn das Depot alle 12 Monate aktualisiert wird, zum anderen, wenn man sich alle 3 Monate darum kümmert. Diese Renditezahlen wurden dann mit Anlegern verglichen, deren „Spezialgebiet“ zyklisches Investieren ist.

Das Ergebnis: Erfolgt eine Umschichtung alle 12 Monate, verliert der zyklische Investor dabei im Durchschnitt 1,2% pro Jahr. Im Gegensatz zum Anleger, der alle 3 Monate sein Depot neu organisiert, sind es 1,36% per anno.


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Der Unterschied kann noch weiter gesteigert werden, wenn man beim 3-monatigen Umschichten auch noch auf aktuelle Risikoprämien achtet. Das bedeutet, man kauft günstig bewertete Aktien und ignoriert die bereits stark gestiegenen. Dabei sollte man als Anleger auch eher zur riskanten oder „chancenreichen“ Strategie tendieren.

Nimmt man dieses Verhalten als Maßstab, dann kostet zyklisches Investieren sogar 2,4% im Jahr. Andersherum ausgedrückt: Als etwas risikobereiter Anleger, der sein Portfolio alle 3 Monate neu überdenkt, gewinnt man im Vergleich zum zyklischen Investieren 2,4% p.a.

Antizyklisch investieren – so funktioniert’s

Mit diesem Wissen ist es doch eigentlich ganz einfach, mehr aus der Börse herauszuholen. Warum machen es aber dann nicht alle so, wenn doch jeder Experte diese Strategie empfiehlt?

Das ist eben der Haken an dem Zyklus. Er kann nur entstehen, wenn die breite Masse sich bewegt. Dann kann man gegen dem Strom schwimmen bzw. antizyklisch handeln. Doch wenn sich alle Privatanleger gleichzeitig umdrehen, wechselt auch der Strom seine Richtung. Demzufolge würde nicht mehr antizyklisch investiert werden.

Letztlich ist es oft eine Frage der Zeit, wie viel man als Privatinvestor in sein Depot investierten möchte. Der alte Schlag der Trader glaubt wahrscheinlich noch André Kostolany, der riet, Aktien zu kaufen und diese 10 Jahre nicht anzuschauen, um Profit zu machen.

Doch heutzutage sind die heutigen Märkte volatiler und der Abstand zwischen den Krisen wird kürzer. 10 Jahre sind eine zu lange Zeit, um nicht in sein Depot zu schauen. Das zeigt schon der Vergleich mit der Studie, die bestätigt, dass mit einer Neuaufstellung alle 3 Monate tatsächlich mehr Ertrag erwirtschaftet wird.

Wie viel Rendite zyklisches Investieren kostet

Je nach Eifer und konsequent umgesetztem Tradingplan kostet zyklisches Investieren also zwischen 1,2% und 2,4% pro Jahr. Wem das zu wenig ist, um alle 3 oder 12 Monate sein Depot unter die Lupe zu nehmen, der kann natürlich weiterhin zyklisch investieren.

Wenn der Nachbar mitbekommen hat, dass die Börse das Tief überschritten hat, dann kauft man ein. Wenn die Bild-Zeitung „Börsencrash“ titelt, dann verkauft man. So einfach kann zyklisches Investieren sein und deshalb machen es auch so viele.

Von der Ironie im letzten Absatz abgesehen – es ist durchaus lohnenswert, sich von Zeit zu Zeit Gedanken über seine Aufstellung im Depot zu machen, wie auch die oben erwähnte Studie zeigt. Doch wie schafft man es, wenn man bisher zyklisch investiert hat, aus diesem Kreislauf auszubrechen und sich öfter Gedanken über seine Aktien zu machen?

Man kann alle 3 bis 6 Monate feste Termine eintragen, zu denen man sein Depot analysieren soll. Über diesen Zeitraum hat sich der Markt für einzelne Aktien oft geändert, so dass eine neue Betrachtung angebracht ist.

So kann man auch wiederkehrende Ereignisse als Erinnerungshilfe nutzen. Zahlt man beispielsweise seine Autoversicherung quartalsweise, kann man die Abbuchung als Hilfestellung ansehen, sich wieder einmal das Depot vor Augen zu halten.

Ist man Fußballfan, sollte zumindest der Beginn der Hin- und Rückrunde ein Zeichen sein, sich einen Auszug über seine Aktien anzusehen. Dann hat man zwar nur 2 Umschichtungen pro Jahr, aber es ist immerhin ein Anfang.

Oder man nimmt den Beginn einer neuen Jahreszeit im Kalender. Was auch immer man als Eselsbrücke nutzt – das Ziel jedes Privatanlegers sollte es sein, aus dem Kreislauf des zyklischen Handels auszubrechen.

25. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.