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Wie werden Derivate gehandelt? Leitlinien für Einsteiger

Wie werden Derivate gehandelt? Diese Frage stellen sich etliche interessierte Anleger, die es noch nicht versucht haben. Und das ist zunächst auch besser so. Wer mal eben versucht, mit Derivaten schnelles Geld zu machen, der riskiert, genauso schnell alles zu verlieren.

Wie werden Derivate gehandelt – Absicherung und Spekulation

Der Vorteil von Derivaten: Bereits mit wenig Kapitaleinsatz kann man durch einen Hebeleffekt viel gewinnen. Aber sie eignen sich auch gut zur Absicherung gegen Preis- oder Kursschwankungen eines Depots. Sie sind so vielseitig in Einsatz, dass man auf alles Mögliche spekulieren und sowohl auf steigende als auch fallende Kurse setzen kann.

Übung und Sachverstand

Der besondere Reiz liegt natürlich darin, mit Derivaten zu spekulieren. Wer sich nun fragt, wie werden denn Derivate gehandelt, der sollte sich zuvor über einige Eigenheiten im Klaren sein. Mehr noch als bei Aktien erfordern Derivate Übung, Sachverstand und einen kühlen Kopf.

Das Universum der Derivate ist äußerst vielfältig und umfasst unter anderem Futures, Optionsscheine, Optionen oder Zertifikate.

Mehr Sicherheit beim Börsenhandel

Derivate können außerbörslich oder an der Börse gehandelt werden. Zahlreiche Online-Broker machen den Zugang zum Derivatehandel leicht. Für ungeübte Privatanleger empfiehlt sich auf jeden Fall  zuerst der Weg über die Börse wie etwa die Terminbörse Eurex. Hier ist das Sicherheitsniveau mit standardisierten Produkten und Regeln ungleich höher.

Der Grund für diese Entscheidung ist weniger das allgemeine Verlustrisiko, als vielmehr das Kontrahentenrisiko, also die Frage, wer Vertragspartner ist.

Bonität und Kontrahentenrisiko

Derivate stellen nämlich nicht den direkten Wert etwa einer Aktie oder Anleihe dar. Sie beziehen sich lediglich auf sie als Basiswert. Sie sind ein Vertrag, eine Wette darüber, wie sie sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickeln.

Deshalb ist der Inhaber eines Derivats auf eine Aktie nicht etwa Inhaber des Anteilsscheins, er steht auch in keiner Beziehung zum Unternehmen, dessen Aktie nur als Bezugsgröße dient. Beim Derivat handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung. Partner ist der Emittent des Derivats. Dessen Zahlungsfähigkeit muss gewährleistet sein.

Clearingstelle garantiert Vertragserfüllung

Werden Derivate an einer Börse gehandelt, steht deren Clearingstelle für die Bonität ein und haftet als koordinierender Vertragspartner für die Vertragserfüllung beider Seiten. Das bedeutet auch, dass der Anleger bei Bedarf Kapital nachschießen muss.

Das allerdings ist nicht einheitlich. Es gibt Derivate mit und ohne Nachschusspflicht. Notfalls wird die Position glattgestellt. Der Einsatz ist verloren.

Nie ohne Kenntnis der Basiswerte

Um sich vor Verlusten so gut wie möglich zu schützen, gibt es nur einen Weg: Solide Kenntnis der Basiswerte. Aktienderivate beispielsweise erfordern mindestens so viel Kenntnis über das jeweilige Unternehmen und seine Kennzahlen wie beim traditionellen Handel mit Aktien. Nur, wer den Aktienhandel beherrscht, sollte sich an Derivate wagen. Und das am Besten zunächst übungsweise mit einem Demo-Konto.

Denn auch die Terminbörse hat ihre Eigenheiten. Die Eurex etwa funktioniert in vielen Bereichen anders als andere reine Aktienbörsen. Der Unterschied liegt vor allem in der hohen Anforderung an das Verrechnen von Termingeschäften.

Hohes Verlustrisiko

Wer beispielsweise mit Aktienderivaten handeln will, sollte unbedingt Folgendes beachten: Nur wenn sie an eine Börse notiert sind, können sie jederzeit garantiert wieder verkauft werden.

Und: Als Spekulant gewinnt man nur, wenn sich der Kurs deutlich in die gewünschte Richtung entwickelt hat. Die Wahrscheinlichkeit beträgt eins zu drei: Entweder der Kurs fällt oder er steigt oder er bleibt gleich. Die Gewinnchancen sind genauso hoch wie die Verluste.

7. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.