MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

DAX berechnen: So geht’s

Börsentäglich wird der DAX berechnet und bekanntgegeben. Diese Berechnung erfolgt im Sekundentakt. Sobald sich der Wert nur einer DAX 30 Aktie verändert hat, reagiert der Index.

Er spiegelt so die Entwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen an der Börse wider.

Kursschwankungen entscheiden über Gewinn oder Verlust der Anleger. Grundlage sind dabei stets die allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und natürlich die konkrete Situation der einzelnen Unternehmen selber.

Die Aufgabe des DAX Index besteht darin, die Preisentwicklung einer ganzen Gruppe bestimmter Unternehmen in nur einer einzigen Zahl auszudrücken. Wie genau diese Zahl entsteht, welche die Börse jeden Tag aufs Neue in so große Aufregung versetzen kann, erklären wir Ihnen hier.

Hier können Sie die aktuelle Marktsituation des DAX sehen. Am Ende dieses Textes dieses Links sehen Sie eine Übersicht der 30 DAX Aktiengesellschaften.

Mehr dazu: Erklärung des DAX

Den DAX berechnen – die Formel nach Laspeyres

Bei seiner Einführung im Jahr 1988 wurde der DAX noch als Ergänzung zu den schon bestehenden Indices verstanden.

Nach und nach entwickelte er sich jedoch zum Hauptindex der deutschen Börse.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Die Indexberechnung basiert auf einer Formel des deutschen Ökonomen und Statistikers Ernst Louis Étienne Laspeyres.

Diese Formel hatte jener bereits im Jahre 1871 entwickelt. Sie gilt auch als grundlegend bei der Berechnung anderer Indices.

Das Wesentliche und Wichtigste an Laspeyres‘ Formel ist die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Faktoren. Die Rolle der Faktoren nehmen in unserem Fall die einzelnen Aktien ein. Durch die Idee von Laspeyres kann die unterschiedliche Bedeutung der Aktien entsprechend berücksichtigt werden.

Dadurch haben die 30 gelisteten Unternehmen durch ihre nicht einheitliche Gewichtung bei der Berechnung des DAX auch verschiedene Einflussmöglichkeiten.

Eine aktuelle Übersicht der Gewichtung der einzelnen DAX 30 Aktien sehen Sie hier. Bemerkenswert: die wichtigsten Aktien haben eine rund zehn Mal höhere Gewichtung als die Aktien mit den niedrigsten Indexgewichten.

Wichtig: Streubesitz

Die Gewichtung im DAX ist nicht auf den unternehmerischen Gesamtwert zurückzuführen, sondern vielmehr auf die frei verfügbaren Aktien eines DAX-Mitglieds, dem sogenannten Streubesitz.

Entscheidend ist also nur die Marktkapitalisierung des Streubesitzes eines Unternehmens. Die Idee dahinter: je höher der Marktwert eines Unternehmens, desto größer ist seine Bedeutung für die (Volks-)Wirtschaft und umso mehr Anlagekapital zieht es an.

Aber: Ein Besitz von fünf Prozent und mehr eines Aktienkäufers an einem Unternehmen zählt nicht mehr zum Streubesitz und fließt so nicht in die Indexgewichtung mit ein. Der Hintergrund dieser Regel: Hält ein Investor fünf oder mehr Prozent Anteile an einem Unternehmen, so kann man von einer strategischen langfristigen Investition ausgehen. Diese Aktien sind dem täglichen Handelsgeschäft an den Börsen faktisch entzogen.

Auch die Einflussmöglichkeiten eines einzelnen Unternehmens auf den DAX wurden begrenzt. Nicht mehr als zehn Prozent Gewicht im Index darf ein Unternehmen einnehmen. So wird einer zu dominanten Einflussnahme auf den DAX vorgebeugt.

Hier können Sie die aktuelle Marktsituation des DAX sehen. Am Ende des Textes sehen Sie eine Übersicht über die DAX 30 Aktiengesellschaften.

Vor- und Nachteile der Laspeyres-Formel

Da in der Berechnung nach Laspeyres nur Kursveränderungen wiedergegeben werden, ist sie leicht verständlich und lässt eine sehr gute Vergleichbarkeit des Indexverlaufs zu.

Negativ anzuführen ist jedoch, dass der Streubesitz der Unternehmen von der Deutschen Börse nur vierteljährlich überprüft wird und erst dann in die Gewichtung mit einfließt. Somit wird die Gewichtung dem Aktienkurs erst zeitverzögert angepasst.

XETRA

Bei der Berechnung des DAX spielt zudem das elektronische Handelssystem XETRA eine zentrale Rolle.

Es berechnet börsentäglich ab 9 Uhr die Kurse der 30 DAX-Mitglieder und daraus den entsprechenden Wert für den DAX.

Sollten bis 9.03 Uhr keine Kursnotierungen für ein Unternehmen eingegangen sein, wird der Kurs des Vortages bei Börsenschluss in die Berechnung aufgenommen, bis ein aktueller Kurs vorliegt. Die Berechnung der Kurse findet bis 17.30 Uhr im Sekundentakt statt.

DAX – Markttendenzen im Fokus

Um die Entwicklungen des DAX auch außerhalb der XETRA-Zeiten im Blick zu haben, berechnet die Deutsche Börse AG den L/E-DAX (Late/Early DAX). Dieser wird im Minutentakt in den Zeiträumen von 8-9 Uhr und von 17.45-20 Uhr ermittelt.

Noch bedeutsamer als der L/E-DAX ist der X-DAX. Seine Berechnung erfolgt zwischen 8 und 9 Uhr und von 17.45-22 Uhr und deckt so zeitlich die US-Börsen ab. Somit werden auch die Markttendenzen an ausländischen Börsen im Deutschen Leitindex sichtbar gemacht. Die unterschiedlichen Namen zeigen dabei nur die verschiedenen Zeiträume der Berechnung an. Inhaltlich sind die Werte nahezu identisch.

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.