DAX berechnen: So geht’s
Börsentäglich wird der DAX berechnet und bekanntgegeben.
Er spiegelt die Entwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen an der Börse wider.
Kursschwankungen entscheiden über Gewinn oder Verlust von Unternehmern oder Anlegern.
Die Aufgabe des DAX besteht darin, die Preisentwicklung eines Unternehmens in einer einzigen Zahl auszudrücken. Wie genau diese Zahl entsteht, welche die Börse jeden Tag aufs Neue in so große Aufregung versetzen kann, erklären wir Ihnen hier. So wird der DAX berechnet.
Mehr dazu: Erklärung des DAX
Den DAX berechnen – die Formel nach Laspeyres
Bei seiner Einführung im Jahr 1988 wurde der DAX noch als Ergänzung zu den schon bestehenden Indices verstanden.
Nach und nach entwickelte er sich jedoch zum Hauptindex der deutschen Börse.
Die Indexberechnung basiert auf einer Formel des deutschen Ökonomen und Statistikers Ernst Louis Étienne Laspeyres.
Diese Formel hatte jener bereits im Jahre 1871 entwickelt. Sie gilt auch als grundlegend bei der Berechnung anderer Indices.
Das Wesentliche und Wichtigste an Laspeyres’ Formel ist die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Faktoren.
Dadurch haben die 30 gelisteten Unternehmen durch ihre nicht einheitliche Gewichtung bei der Berechnung des DAX auch verschiedene Einflussmöglichkeiten.
Wichtig: Streubesitz
Die Gewichtung im DAX ist nicht auf den unternehmerischen Gesamtwert zurückzuführen, sondern vielmehr auf die frei verfügbaren Aktien eines DAX-Mitglieds, dem sogenannten Streubesitz.
Es gilt also nur die Marktkapitalisierung des Streubesitzes eines Unternehmens.
Der Besitz von fünf Prozent und mehr an einem Unternehmen zählt nicht mehr zum Streubesitz und fließt so nicht in die Indexgewichtung mit ein.
Auch die Einflussmöglichkeiten eines Unternehmens sind begrenzt. Nicht mehr als zehn Prozent Gewicht im Index darf ein Unternehmen halten. Somit ist einer unverhältnismäßigen Einflussnahme auf den DAX vorgebeugt.
Vor- und Nachteile der Laspeyres-Formel
Da in der Berechnung nach Laspeyres nur Kursveränderungen wiedergegeben werden, ist sie leicht verständlich und lässt eine sehr gute Vergleichbarkeit des Indexverlaufs zu.
Negativ anzuführen ist jedoch, dass der Streubesitz der Unternehmen von der Deutschen Börse nur vierteljährlich überprüft wird und erst dann in die Gewichtung mit einfließt. Somit wird die Gewichtung dem Aktienkurs erst zeitverzögert angepasst.
XETRA
Bei der Berechnung des DAX spielt zudem das elektronische Handelssystem XETRA eine zentrale Rolle.
Es berechnet börsentäglich ab 9 Uhr die Kurse der 30 DAX-Mitglieder.
Sollten bis 9.03 Uhr keine Kursnotierungen für ein Unternehmen eingegangen sein, wird der Kurs des Vortages bei Börsenschluss in die Berechnung aufgenommen. Die Berechnung der Kurse findet bis 17.30 Uhr im Sekundentakt statt.
DAX – Markttendenzen im Fokus
Um die Entwicklungen des DAX auch außerhalb der XETRA-Zeiten im Blick zu haben, berechnet die Deutsche Börse AG den L/E-DAX (Late/Early DAX). Dieser wird im Minutentakt in den Zeiträumen von 8-9 Uhr und von 17.45-20 Uhr ermittelt.
Noch bedeutsamer als der L/E-DAX ist der X-DAX. Seine Berechnung erfolgt zwischen 8 und 9 Uhr und von 17.45-22 Uhr und deckt so zeitlich die US-Börsen ab. Somit sind die Markttendenzen deutlicher vorhersagbar.



