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Wiener Schule der Nationalökonomie und ihre Vertreter

Wirtschaftskrisen wie die Weltwirtschaftskrise von 1929 wie auch die Finanzkrise seit 2007 sind laut der Theorien der Anhänger der Wiener Schule auf eine staatliche Einmischung ins Wirtschaftsgeschehen zurückzuführen.

Die volkswirtschaftliche Lehrmeinung der Wiener Schule, auch unter den Begriffen Österreichische Schule oder Österreichische Grenznutzenschule bekannt, bildet sich Ende des 19. Jahrhunderts in Österreich heraus und erhält in den USA seit den 1970er Jahren starken Zuspruch.

Insbesondere die ausufernde Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank lässt viele Ökonomen wieder an die Thesen der Vertreter der Wiener Schule zurückdenken.

Thesen der Wiener Schule weiterhin anwendbar

Speziell amerikanische Ökonomen sind der Wiener Schule auch in der heutigen Zeit noch sehr verbunden. Die Einmischung ins Marktgeschehen seitens der Regierung z.B. durch staatliche Geldpolitik sehen sie als Störung des Marktgleichgewichts. Dieser Politik der Einmischung wird dann dementsprechend die Schuld an wirtschaftlichen Krisen gegeben.

Lösungen zur Überwindung wirtschaftlicher Notzeiten bietet die Wiener Schule jedoch auch nicht an. Der Glaube an die Selbstheilungskräfte des Marktes kann durch kein negatives Wirtschaftsgeschehen erschüttert werden.

Erklärung von Konjunkturzyklen

Keine zentrale Stelle wie z.B. in der heutigen Zeit die Zentralbanken, soll den Wert eines Gutes oder des Geldes mittels Regulierung des Zinses bestimmen dürfen. Jeder Bürger nimmt den Geldwert schließlich individuell wahr, und zwar jeweils nach seinen finanziellen Möglichkeiten. Schon Ludwig von Mises (*1881, †1973)  und Friedrich August von Hayek (*1899, †1992)  plädierten für diese subjektive Werteinschätzung eines Gutes.

Die Geldschöpfung der Zentralbanken verzerrt nach von Mises den Produktionsprozess, da die daraufhin verstärkten Investitionen auf zu geringen Zinsätzen beruhen. Die Geldmenge erhöht sich, so dass die Preise steigen und inflationäre Tendenzen entstehen.

Diese Erklärung von Konjunkturzyklen findet auch heutzutage noch ihre Anwendung.

Verbreitung in den USA

Während die Wiener Schule in Europa relativ unbekannt ist, findet sie in den USA spätestens seit den 1970er Jahren  starke Verbreitung.

Murray N. Rothbard (*1926, †1995), der von Mises Thesen zum Anarchokapitalismus ausgebaut hat, ist hier zu nennen. Der Anarchokapitalismus strebt nach einem freien Markt ohne staatliche Interventionen und einer auf Freiwilligkeit des Handelns basierten Gesellschaft.

Israel Meir Kirzner (*1930) wiederum entwickelte von Mises Theorien in Richtung des Unternehmertums weiter. Da den Märkten eine ständige Bewegung inne wohnt und ein Marktgleichgewicht eher die Ausnahme darstellt, kann kein vollständiger Informationsfluss an die Unternehmen erfolgen. Ein erfolgreicher Unternehmer erkennt jedoch auch brachliegende Ressourcen z.B. Arbeit und Kapital und nutzt diese.

Die Thesen der Wiener Schule finden somit auch in der heutigen Zeit noch Gehör und werden kontinuierlich weiterentwickelt und auf weitere Bereiche angewandt. Freiheitliches Wirtschaften und die subjektive Wertschätzung eines Gutes können als Eckpfeiler dieser Theorie genannt werden.

3. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.