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Wirtschaft USA: Geschichte des amerikanischen Modells

Im Wahlkampf der USA streiten traditionell die Demokraten und die Republikaner um die Vorherrschaft.

Eines der wichtigsten Themen dabei ist stets die Erhaltung und Umsetzung des US-Wirtschaftssystems.

Vom Merkantilismus zur Liberalen Marktwirtschaft

Die USA wie Europa haben jeweils ausgeprägte, in sich konsistente und auf die jeweiligen Erfordernisse passende Wirtschaftssysteme.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war die Wirtschaftsordnung der meisten Staaten in Europa der Merkantilismus.

Somit war das Wirtschaftsgeschehen durch eine Vielzahl staatlicher Eingriffe und Protektionismus gekennzeichnet.

Seit dem zweiten Weltkrieg ist die Soziale Marktwirtschaft die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland.

Dabei wechseln sich bis heute Phasen, die durch staatliche Eingriffe gekennzeichnet sind, mit Phasen, in denen die Liberalisierung der Märkte fortschreitet und staatliche Eingriffe zurück geführt werden, ab.

Das amerikanische Wirtschaftsmodell geht noch einen Schritt weiter als die soziale Marktwirtschaft, dort pflegt man die so genannte Liberale Marktwirtschaft.

Im Rahmen der Liberalen Marktwirtschaft werden Privatinitiative und Investitionen durch wirtschaftsfreundliche Gesetze, leistungsfreundliche Steuerpolitik, Schutzzöllen gegenüber ausländischen Produkten und direkte Förderungen für Bildung vom Staat gefördert.

Man räumt den Bürgern, die ein Unternehmen eröffnen wollen die Hürden aus dem Weg und errichtet sie nicht in Form von übertriebener Bürokratie oder notwendige Prüfungen und Konzessionen.

Nicht der Staat sagt, wer ein Unternehmen eröffnen darf, sondern der Konsument entscheidet welcher Betrieb überleben wird.

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“?

Zurückzuführen ist die vergleichsweise große Autonomie der US-Wirtschaft auf einen tief verwurzelten Glauben an die Funktionstüchtigkeit und Selbstheilungskräfte der Märkte.

Zwei theoretische Grundwerte stehen hinter dem ausgeprägten Wirtschaftsliberalismus: Individuelle Freiheit und Gleichheit.

Die viel zitierte Redewendung „vom Tellerwäscher zum Millionär“ illustriert den Glauben, dass persönlicher Einsatz und Initiative Schlüssel zum sozialen Aufstieg sind.

Ein Indikator hierfür ist die vergleichsweise niedrige Staatsquote: Der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt in den USA beträgt heute knapp 35 Prozent. In Deutschland liegt dieser Wert bei über 45 Prozent.

Ein weiterer Indikator dafür, dass der Staat in den USA weniger stark in die Wirtschaftsprozesse einzugreifen versucht, ist die Abgabenquote:

Der Anteil von Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung der USA umfasst etwa 29 Prozent, während dieser in Deutschland wesentlich höher liegt.

Staatliche Zurückhaltung

Zurückhaltend ist der Staat in den USA aber nicht nur, was das finanzielle Engagement der öffentlichen Hand anbelangt.

Die amerikanische Wirtschaft wird zudem durch deutlich weniger Vorschriften für einzelne Branchen reguliert als die Wirtschaftssysteme der meisten europäischen Länder.

Der Preis dafür ist, dass das soziale Netz weit weniger ausgebaut ist als beispielsweise das in Deutschland.

Arbeitslosengeld wird nur 26 Wochen gezahlt, eine anschließende Arbeitslosenhilfe existiert nicht, es bleibt nur der Gang zum Sozialamt.

Unbekannt sind in den USA auch die in Deutschland übliche gesetzliche Krankenversicherungspflicht, eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie Kinder- und Erziehungsgeld.

Selbst wenn in den USA auch Sozialpolitik gemacht wird, gemessen an den europäischen Wohlfahrtsstaaten sind die Vereinigten Staaten kein Sozialstaat.

15. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.