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Wirtschaftsindikatoren: Definition und Ausprägungen

Allgemein haben Wirtschaftsindikatoren seit jeher vor allem im Rahmen von Konjunkturanalysen Anwendung gefunden.

Daher ist manchmal auch statt Wirtschaftsindikatoren von Konjunkturindikatoren die Rede.

Seit einiger Zeit werden Wirtschaftsindikatoren zunehmend auch für andere Analysen herangezogen.

Wozu braucht man Wirtschaftsindikatoren?

Allen Wirtschaftsindikatoren ist gemein, dass sie dazu dienen, Aussagen über gewisse wirtschaftliche Faktoren und Konzepte zu treffen.

Dabei geht es vor allem um solche Größen, die selbst schwer messbar sind oder über die nur mit zeitlicher Verzögerung konkrete Aussagen getroffen werden können. Genau das macht die Wirtschaftsindikatoren so interessant.

Würde man in der Wirtschaft nur mit „harten“ Fakten arbeiten, so wäre es sehr viel schwerer, Prognosen über die aktuelle oder auch künftige wirtschaftliche Lage eines Staates oder auch eines Unternehmens anzufertigen.

Denn müsste man immer erst auf konkrete Zahlen warten, so wäre der Zeitraum, für den man eine Prognose braucht, häufig schon verstrichen.

Dieses Problem löst man beispielsweise mit Hilfe der Wirtschaftsindikatoren. Diese werden stellvertretend für noch ausstehende Fakten verwendet, um so Prognosen erstellen zu können, an denen man sich orientieren kann.

Dabei geben Indikatoren Auskunft über den aktuellen, künftigen oder auch vergangenen Status der Entwicklung. Vor allem wenn sich Wendepunkte herauskristallisieren, kann dies für das wirtschaftliche Handeln sehr wichtig sein, um rechtzeitig angemessen reagieren zu können.

Die verschiedenen Wirtschaftsindikatoren

Grundsätzlich lassen sich die Wirtschaftsindikatoren hinsichtlich ihres zeitlichen Rahmens, über den sie eine Aussage treffen, in drei Gruppen aufteilen. So wird zwischen vorlaufenden, gleichlaufenden und nachlaufenden Wirtschaftsindikatoren unterschieden.

Bei vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren (auch Frühindikatoren; z.B. Aktienindex, Gewinnerwartungen, Einzelhandelsumsätze, Investitionsabsichten) findet quasi eine vorgelagerte Situationsbeschreibung statt.

Das heißt, es wird eine Aussage darüber getroffen, wie die Lage in der Zukunft sein wird. Es bleibt also abzuwarten, ob diese Angaben zutreffen werden. Mit Hilfe dieser Indikatoren werden Prognosen über die zukünftige Entwicklung gemacht.

Bei gleichlaufenden Wirtschaftsindikatoren (auch Präsenzindikatoren; z.B. Bruttoinlandsprodukt des Monats, aktuelle Konsumzahlen, Industrieproduktion, Lagerbestände) werden Aussagen zur aktuellen Situation getroffen.

Zwar mag man zunächst meinen, solche Indikatoren seien weniger nützlich, weil man auch einfach die gegenwärtige Lage betrachten kann.

Wie bereits erwähnt gibt es hierbei aber häufig das Problem, dass konkrete Aussagen zu einer Situation selten zeitnah, sondern mit teils erheblicher Verzögerung zur Verfügung stehen. Daher können also auch gleichlaufende Wirtschaftsindikatoren sehr hilfreich sein.

Bei den nachlaufenden Wirtschaftsindikatoren (auch Spätindikatoren; z.B. Bruttoinlandsprodukt des Vorjahres, Inflationsrate, Arbeitslosenquote, Zinsniveauentwicklung) wird eine Aussage über eine bereits in der Vergangenheit liegende Situation getätigt.

Auch hier gilt, dass sie aufgrund von Verzögerung bis zum Bekanntwerden von konkreten Daten wichtig sein können. Schließlich lässt sich mit ihrer Hilfe bereits eine erste Aussage darüber treffen, ob zuvor gestellte Prognosen zutreffend sind oder nicht. Dieses Wissen ist für die wirtschaftliche Handlungsstrategie von Staaten, Unternehmen und Händlern wichtig.

Des Weiteren wird zwischen Mengen- (z.B. Arbeitslosenquote, Industrieproduktion) und Preisindikatoren (z.B. Aktienkurse, Währungskurse, Inflationsrate, Lebenshaltungskosten) unterschieden sowie zwischen quantitativen und qualitativen Wirtschaftsindikatoren.

In den vergangenen Jahren sind die qualitativen Indikatoren beliebter geworden. Sie erhält man beispielsweise durch Umfragen.

31. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.