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Wirtschaftskreislauf Beispiel: So bewegen sich Geld und Güter

Die Volkswirtschaft besteht aus mehreren Akteuren, die miteinander agieren und Handel treiben. Damit diese Tauschbeziehungen für jedermann verständlich sind, gibt es das Modell des Wirtschaftskreislaufs.

Dieser Kreislauf stellt schematisch auf einfache Art und Weise die Güter- und Geldströme zwischen den einzelnen Wirtschaftssubjekten dar, sodass auch Nicht-Wirtschaftswissenschaftler die Volkswirtschaft besser verstehen können. Insgesamt können zu solch einem Modell bis zu 5 Akteure gehören: die privaten Haushalte, die Unternehmen, Banken, der Staat und das Ausland.

Allerdings reicht es für das Verständnis von Tauschbeziehungen aus, lediglich die privaten Haushalte, die Unternehmen und die Banken zu betrachten – so wie im folgenden Beispiel für einen sogenannten erweiterten Wirtschaftskreislauf.

Beispiel eines Wirtschaftskreislaufs

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf besteht aus 3 Wirtschaftssubjekten: den privaten Haushalten, den Unternehmen und den Banken. Zum Beispiel bietet der private Haushalt „Strebsam“ dem Unternehmen „Universal“ seine Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden und Kapital) an, wofür er ein Einkommen (Lohn, Zins, Pacht) von 9.000 Geldeinheiten erhält.

Insgesamt standen dem Unternehmen aber 10.000 Geldeinheiten zur Verfügung. Das heißt, es hat 1.000 Geldeinheiten einbehalten. Diese hat das Unternehmen der Bank „Blingbling“ zum Sparen übergeben.

Darüber hinaus spart auch der Haushalt „Strebsam“ insgesamt 1.000 Geldeinheiten. Damit befinden sich einerseits nur 8.000 Geldeinheiten bei dem Haushalt und andererseits 2.000 Geldeinheiten bei der Bank „Blingbling“. Die übrig gebliebenen 8.000 Geldeinheiten gibt der Haushalt „Strebsam“ in unserem Modell vollständig für Güter vom Unternehmen „Universal“ aus.

Damit der Kreislauf nun aber in einem Gleichgewicht ist und die entzogenen 2.000 Geldeinheiten wieder in den Kreislauf zurückkehren, muss das Unternehmen bei Bedarf von der Bank „Blingbling“ Kredite im Wert von 2.000 Geldeinheiten aufnehmen.

Das Modell des erweiterten Wirtschaftskreislaufs

Unser Beispiel ist ein erweiterter Wirtschaftskreislauf, der im Gegensatz zum einfachen Wirtschaftskreislauf auch die Banken mit einbezieht. Im einfachen Wirtschaftskreislauf konsumieren die privaten Haushalte alle Güter und die Unternehmen produzieren lediglich.

Im erweiterten Wirtschaftskreislauf stellen die privaten Haushalte die Produktionsfaktoren den Unternehmen zur Verfügung (Güterstrom), aus denen dann die Güter hergestellt werden. Dafür erhalten die privaten Haushalte eine Entlohnung.

Das erhaltene Einkommen (Geldstrom) wird dann von den privaten Haushalten komplett verkonsumiert (Güterstrom und Geldstrom), sodass damit der Kreislauf wieder geschlossen wird.

In der Realität geben die privaten Haushalte nicht das gesamte Einkommen für Güter aus und die Unternehmen tätigen neben der Produktion auch Investitionen. Daher schiebt sich im erweiterten Wirtschaftskreislauf der Faktor Bank zwischen die beiden Akteure. Die Haushalte haben nun die Möglichkeit, einen Teil ihres Einkommens bei einer Bank zu sparen (Geldstrom) und dafür einen Zins zu erhalten.

Unternehmen können dies ebenfalls machen. Sie bilden Rücklagen, zahlen diese bei der Bank ein (Geldstrom) und steuern damit auch einen Beitrag zur Vermögensbildung bei. Anschließend haben die Banken die Möglichkeit, in Höhe der Spargelder Kredite an die Unternehmen zu vergeben (Geldstrom), um so den Kreislauf wieder zu schließen.

Mit den zusätzlichen Geldern können die Unternehmen dann Sachanlageinvestitionen vornehmen, das heißt Produktionsanlagen erwerben. Sollten die Banken hingegen keine Kredite vergeben, würde die Volkswirtschaft nicht dynamisch verlaufen. Stattdessen wäre Stagnation die Folge, da Gelder für Sachanlageinvestitionen fehlten.

2. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.