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Wirtschaftskreislauf Definition – so funktionieren Tauschbeziehungen

Mittlerweile ist jeder von jedem abhängig und die Wirtschaft hat sich zu einem Geflecht entwickelt, das aus verschiedenen Wirtschaftssubjekten besteht. Der Staat handelt mit Unternehmen, Unternehmen wiederum handeln mit Banken, Banken mit Privatpersonen und so weiter.

Der Wirtschaftskreislauf ist ein Modell, das diese Verbindungen für jeden verständlich schematisch darstellt, um die Zusammenhänge einer arbeitsteiligen Wirtschaft besser zu verstehen. Bereits im 18. Jahrhundert nutzte der französische Ökonom François Quesnay dieses Modell, um aufzuzeigen, wie sich die Güter und das Geld zu den einzelnen Wirtschaftsubjekten bewegen.

Welche Bestandteile hat ein Wirtschaftskreislauf?

Das Modell Wirtschaftskreislauf verdeutlicht die wesentlichen Tauschvorgänge, die innerhalb einer Volkswirtschaft auftreten. Entscheidend ist dabei, wer alles mitspielt. Um beispielsweise einen Gesamtüberblick von den Aktivitäten eines Landes zu erhalten, müssen alle fünf Wirtschaftssubjekte betrachtet werden.

Dazu gehören die privaten Haushalte, die Unternehmen, der Staat, die Banken und das Ausland. Anhand dieses Modells lassen sich nun alle Güter- und Geldströme innerhalb eines Landes vereinfacht nachvollziehen.

Dabei verlaufen allerdings die Wertströme in entgegengesetzter Richtung. Denn mit Geld werden die Güter bezahlt und Geld stellt wiederum die Entlohnung für die Herstellung von Gütern dar. Zu den Güterströmen zählen alle realen Ströme, das heißt jegliche Arbeitsleistung, Waren, aber auch Boden beziehungsweise Rohstoffe. Als Geldstrom werden sämtliche monetäre Leistungen verstanden.

Beispiel eines Wirtschaftskreislaufs

Betrachtet man alle 5 Wirtschaftsteilnehmer in einem Modell, wird es sehr komplex. Deshalb bezieht der einfache Wirtschaftskreislauf nur die privaten Haushalte und die Unternehmen mit ein. Der Einfluss von Staat, Banken und Ausland bleibt zunächst außen vor.

Mehr zum Thema: Einfacher Wirtschaftskreislauf – tausche Geld gegen Gut.

Damit werden jedem Wirtschaftsinteressierten die Wechselwirkungen von Gütern und Geld auf einfache Art und Weise verständlich erklärt. Zur Vereinfachung geht dieses Modell davon aus, dass die privaten Haushalte alles konsumieren und die Unternehmen lediglich produzieren.

Das heißt, die privaten Haushalte stellen zuerst die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden und Kapital) den Unternehmen zur Verfügung, aus denen dann die Güter hergestellt werden. Dafür erhalten die privaten Haushalte den Geldstrom als Entlohnung. Mit dem erhaltenen Geld konsumieren anschließend die privaten Haushalte alle Güter, womit der Kreislauf wieder geschlossen wird.

Erweiterung des einfachen Wirtschaftskreislaufs

Da die privaten Haushalte in der Realität nicht den gesamten Lohn konsumieren, sondern einen Teil davon auch sparen und Unternehmen neben der Produktion auch Investitionen tätigen, kann der einfache Wirtschaftskreislauf um den Akteur Banken erweitert werden. Damit haben die privaten Haushalte die Möglichkeit zu sparen und dafür Zinsen zu erhalten. Im Gegensatz dazu geben die Banken den Unternehmen einen Kredit mit einem Zins.

Voraussetzung für diesen Kreislauf ist aber, dass die Sparhöhe der Investitionshöhe entspricht. Diese Erweiterung des einfachen Wirtschaftskreislaufs kann zusätzlich noch um die fehlenden Wirtschaftssubjekte Staat und Ausland vervollständigt werden, um so den gesamten Wirtschaftskreislauf für ein Land darzustellen.

Damit kann jeder, der beispielsweise eine wirtschaftspolitische Debatte im Fernsehen verfolgt, mittels des Wirtschaftskreislaufs einfacher nachvollziehen, wohin welche Güter, aber vor allem auch Gelder fließen.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.