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Der Schwarze Montag: Hohe Kursverluste – an nur einem Tag

Den 19 Oktober 1987 bezeichnet man auch als Schwarzen Montag. An diesem Tag begann eine Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten, bei der an nur einem Tag rund 22,6% oder 500 Milliarden US-Dollar an den Börsen verloren gingen. Nie zuvor waren die Kurse an einem Tag so stark abgesackt.

Dieser Crash war zwar schon lange erwartet worden, dennoch wog die Arbeit der US Securities and Exchange Commission die Anleger in falscher Sicherheit. Diese Kommission war Jahre zuvor von Präsident Roosevelt nach der Depression gegründet worden – mit dem klaren Ziel, die Märkte zu überwachen und weitere Crashs zu verhindern.

SEC lockt Anleger in den Markt

Die Behörde macht ihre Arbeit gut und lockte ab den 1960ern wieder zahlreiche Investoren in die Märkte. Jedoch offenbarte sich zu dieser Zeit ein großes Problem. Die SEC konnte die Leute zwar informieren, gleichzeitig aber keine Verhaltensregeln etablieren.

In den 60ern und 70ers suchten Investoren daher nicht nach Unternehmen mit großem Wert, sondern nach Firmen, die in der öffentlichen Wahrnehmung ein gutes Bild besaßen. Dabei ließen sie sich von zahlreichen leeren Phrasen aus den Marketingabteilungen blenden:

„Synergy Space-Bovubetribucs hilft dabei, organisches Leben in der Milchstraße an neue Grenzen zu bringen, um eine Synergie des großen Ganzen zu ermöglichen. Dieses triumphale Paradigma wird durch eine fremdfinanzierte Unterstützung begünstigt.“

Leere Aussagen locken Investoren

Auch wenn diese Aussagen sehr vage blieben, lockten sie Investoren in Scharen auf die Aktienmärkte. Das Streben nach Neuerungen bleib dabei der einzige Antrieb bei der Unternehmensauswahl.

Die SEC verlangte von den Unternehmen, klarzustellen, dass diese keine Vermögenswerte und eine Chancenlosigkeit am Markt besaßen, aber selbst diese klaren Aussagen hielten die Anleger nicht vom Kauf ab. Das Potenzial dieser Firmen schien doch unendlich zu sein.

Dieser Übermut, der auch Insolvenzen und kleinere Kursstörungen überstand, setzte sich bis in die 80er fort, in dem große Unternehmen Übernahmeschlachten und Zusammenschlüsse als Heilmittel für die kränkelnden Bilanzen ansaßen.

Unternehmen setzten auf Expansion

Im Rahmen der „New Economy“ setzen diese Firmen auf rasante Expansion – gezielte sinnvolle Übernahmen blieben die Ausnahme.

Das SEC schaffte es nicht, diese Preistreiber aus der Börse fernzuhalten und so stiegen die Kurse weiter an. Selbst professionelle Anleger folgten bald schon der Idee, dass nur Aktien mit rasant steigenden Kursen die Geldanlage wert waren.

Oktober 1987 bringt großen Knall

Zu Beginn des Jahres 1987 startete die SEC zahlreiche Untersuchungen des Marktes im Bezug auf Insiderhandel. Diese „Störung“ durch die Kommission ängstigte die Anleger. Im Oktober kam dann der große Knall, als die Investoren in Scharen versuchten, aus dem verseuchten Aktienmarkt zu entkommen und in stabilere Anlageformen wie Anleihen zu flüchten.

Diese Massenflucht aus den Aktienmärkten brachte die Börsencomputer zum Kochen. Diese orderten sofortige Verkäufe an, doch die Menge brachte die Systeme zum Erliegen. Praktisch blind verfielen die Aktionäre der Panik.

Börsencomputer sorgen für blinde Panik

Massenverkäufe zu unbekannten Preisen waren die Folge, der Dow Jones fiel innerhalb weniger Stunden um 508,32 Punkte (22,6%) und 500 Milliarden Dollar lösten sich in Luft auf.

Nur dem neugewählten Vorsitzenden der US-Notenbank, Alan Greenspan, ist es zu verdanken, dass eine weitere Depression ausblieb, indem er Banken vor der Insolvenz rettete. So konnten sich die Märkte erholen. Die Computersysteme wurden nach dem Schwarzen Montag deutlich überarbeitet.

21. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.