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Die Asienkrise: Die „Japan Inc.“ noch heute in der Krise

Seit 1989 befindet sich der asiatische Markt in einer Wirtschaftskrise. Vor allem der japanische Raum ist von den Auswirkungen betroffen. Seit Beginn der Krise sanken die Kurse um 63,5 Prozent.

Die Japaner besitzen die Fähigkeit, die amerikanische Marktwirtschaft in vielen Aspekten zu kopieren. Leider betrifft dies auch Börsencrashs, die im asiatischen Raum jedoch deutlich größer ausfallen als jeder amerikanische Crash.

Crash des Nikkei auch heute noch

Der Crash des Nikkeis hat sich inzwischen in einen riesigen Abwärtsstrudel ausgeweitet, der jede Chance auf Erholung schon im Keim erstickt. Auch hier beginnt es mit einem boomenden Markt in den 1980er Jahren.

Nach einer langen Erholungsphase nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Fall der Atombomben hatte sich die japanische Wirtschaft eine Vorreiterrolle in der Welt erkämpft. Zusammen mit anderen asiatischen Märkten bildete er eine unhaltbare wirtschaftliche Macht.

Erfolgsmacht Japan: Die Japan Inc.

„Japan Inc.“ war eine gute Bezeichnung dafür, wie die japanische Wirtschaft, Unternehmen und die Regierung miteinander verwoben waren. Unternehmen aus aller Welt sandten ihre Mitarbeiter nach Fernost, um die Geheimnisse der Japaner zu erkunden und am Erfolg teilzuhaben.

In wahrer Geschäftsmanier profitierten die Japaner von diesen Industriebesuchern durch Spesenabrechnungen und den Einsatz von Industriespionage. Schnell entwickelte sich die japanische Wirtschaft zur echten Alternative für die krisengeschüttelten Investoren, die viel Geld am Schwarzen Montag 1987 verloren hatten.

Die Preise steigen rapide an

Zwischen 1955 und 1990 stiegen die Grundstückspreise auf der japanischen Insel um mehr als das 70-Fache, nur übertroffen durch den 100-fachen Abstieg der Aktienkurse. Der Aktienhandel wurde zum Nationalsport, und die Japaner entwickelten schnell eine ähnliche Blindheit wie die Amerikaner vor der Großen Depression.

Während der 1980er waren einzelne japanische Firmen mehr wert als all ihre amerikanischen Konkurrenten zusammen und Tokios Golfplätze waren mehr wert als der Wert aller Aktien der australischen Börse zusammen.

Klare Zeichen von Blasenbildung

Investoren mögen bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt haben, dass der Nikkei klare Zeichen einer Blasenbildung entwickelte, doch die enge Verknüpfung von Wirtschaft und Regierung versprach weitere konstante Anstiege.

Dieser Anstieg wandelte sich jedoch ins Gegenteil um, als japanische Firmen begannen, den Buchwert ihres Landbesitzes zum Kauf von Aktien zu verwenden, die sie zur Finanzierung von amerikanischen Vermögenswerten einsetzten (das Rockefeller Center gehört zu 80 Prozent der Mitsubishi Estate Company).

Mehr zum Thema: Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis am Nikkei eine Falle

Genau wie der Wohlstand des römischen Reiches wurde auch hier das Geld zum Verhängnis, als Korruption zum immer stärker werdenen Problem ausuferte.

Regierung versetzt Todesstoß

Die Regierung versuchte, diesem Treiben und den steigenden Aktienkursen durch eine Zinserhöhung entgegen zu wirken. Leider hatte diese Erhöhung unerwartete Folgen. Statt einer leichten Beruhigung sorgte sie für rapide Kursabfalle, der Nikkei stürzte um mehr als 30.000 Punkte in den Keller.

Das Platzen der asiatischen Blase sorgte beinahe dazu, dass auch die amerikanische Wirtschaft vernichtet worden wäre. Hier zeigten sich jedoch die positiven Auswirkungen der Krise von 1987, die schlimmere Nachwirkungen verhindern konnten.

22. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.