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Die Florida-Real-Estate-Krise: Mit einer Bruchbude ins Promiviertel

Eine heftige Immobilienblase traf und zeichnete den amerikanischen Bundesstaat Florida im Jahr 1926.

Innerhalb nur eines Jahres konnte Land, welches für 800.000 Dollar gekauft worden war, für 4 Millionen weiter verkauft werden. Wenig später war die Blase jedoch beendet und die Preise fielen zurück auf das Ausgangsniveau.

„Dieser Wohlstand wird niemals enden“ – ein Irrglaube

Während der Krise waren die Preise so überteuert, dass eine kleine Wohnung so viel kostete wie der heutige Kauf einer Villa im Promiviertel von Miami (rund 4,5 Millionen Dollar) – und das ohne die Berechnung der Inflation.

In den 1920ern ähnelte die Situation in Amerika der des britischen Empires im 18. Jahrhundert. Die Bürger waren der Überzeugung, dass dieser Wohlstand niemals enden würde. In diesem Fall schlug sich dieser Übermut jedoch nicht auf dem Aktienmarkt nieder, sondern bei den Immobilien.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Florida bei vielen US-Amerikanern immer beliebter. Viele nutzen die langen Wärmeperioden dazu, dem kalten Alltag ihrer Heimatstaaten zu entfliehen.

Immer mehr Einwohner, immer höhere Preise

Die Einwohnerzahl Floridas stieg daher rapide an – ein Anstieg, der durch die Immobiliensituation nicht abgedeckt werden konnte. Die Preise verdoppelten und verdreifachten sich innerhalb weniger Jahre, was zu diesem Zeitpunkt jedoch noch realistisch nachzuvollziehen war.

Die rasante Preissteigerung lockte jedoch zahlreiche Spekulanten an, die sich von dem Kampf um Immobilien den schnellen Reichtum versprachen. Schnell wurde Florida von Immobilienanlegern oder Maklern überrannt, die ahnungslose Bürger ausnehmen wollten. Und die Situation war für kurze Zeit günstig und Millionen wurden mit deutlich überteuerten Grundstücken verdient.

Verkaufspreis muss über Einkaufspreis liegen

Leider gilt für den Immobilienmarkt jedoch eine ähnliche Regel wie beim Handel mit Aktien: Um eine wirkliche Rendite einfahren zu können, müssen die Verkaufspreise deutlich über den Einkaufspreisen liegen. Auf kurze Sicht funktionierte diese Taktik, und die Grundstückspreise vervierfachten sich in weniger als zwölf Monaten.

Wenig später kam man jedoch an einen Punkt, an dem keine „ahnungslosen Käufer“ mehr zur Verfügung standen, die die hoffnungslos überteuerten Ändereien kaufen wollten. Langsam glichen sich die Preise wieder an.

Die Spekulanten realisierten, dass der Preisboom sein Limit erreicht hatte und verkauften ihr Land schnell zum bestmöglichen Preis, um zumindest kleine Gewinne zu sichern.

Massenpanik unter den Käufern

Als die Immobilienanzeigen schnell ins Unermessliche stiegen, begann eine Massenpanik unter den Immobilienbesitzern. Panikverkäufe begannen, die von tausenden von Verkäufern ausgelöst wurden, denen jedoch nur wenige Käufer gegenüber standen.

Der Immobilienpreis fiel rasant ab und erholte sich nur für einen kurzen Moment. Wenig später war das Ausgangsniveau wieder erreicht – der Markt hatte sich von selber geregelt.

19. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.