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Die große Depression: Eine Wirtschaftskrise wie keine zuvor

Im Oktober 1929 traf eine Wirtschaftskrise die Vereinigten Staaten, die wenig später auf die gesamte Welt übergreifen würde und alles bisher dagewesene in den Schatten stellen sollte.

Wenige Tage brachten einen generellen Kursabfall von mehr als 40%. In den Folgejahren sackten die Kurse weiter ab, bis sich im Juli 1932 eine Erholung abzeichnete – bei mehr als 90% im Minus seit dem Beginn der Krise.

USA weiter von eigener Stärke überzeugt

Auch nach der Florida Krise waren die Amerikaner zum Ende der 1920er Jahre sehr von der wirtschaftlichen Stärke ihres Landes überzeugt. Der Aktienmarkt war dafür bekannt, jeden Anleger reich zu machen.

Der Sieg im Ersten Weltkrieg sorgte weiter für positiven Aufwind, ebenso die voranschreitende Industrialisierung, die dem Land Luxus und Wohlstand brachte. Da der Aktienmarkt als risikolos bekannt war, steckten viele Bürger ihre Ersparnisse in den Kauf von Aktien. Das System der Börse hatten sie jedoch nicht verstanden.

Dies öffnete Betrügern die Tür, die von der Unwissenheit der Anleger profitieren wollten. Investmentbanker, Broker, Händler und sogar die Unternehmensvorstände kamen zusammen, um Aktienkurse zu manipulieren und persönliche Reichtümer zu erwirtschaften.

Aktienhandel als Tür zur Manipulation

Dies wollten sie durch den Handel von großen Mengen an Aktien untereinander erreichen. Bei jeder Transaktion wurde der Preis ein bisschen höher angesetzt. Nachdem die Anleger diesen langsamen Preisanstieg realisierten, wollten sie natürlich ebenfalls in diese Unternehmen einsteigen. Die Betrüger konnten ihre Anteile daher mit großen Profit zu überteuerten Preisen veräußern.

Dieser Kreis setzte sich jahrelang fort und auch die Anleger konnten profitieren: jederzeit fand sich ein Investor, der bereit war, die Aktien zu einem noch höheren Preis zu kaufen.

Studien haben bewiesen, dass die Unwissenheit eines Anlegers ihn deutlich anfälliger für emotionale Entscheidungen macht, die von einer Gruppe geprägt wurden (Herdenmentalität). Dieses Verhalten ist ein zweischneidiges Schwert, denn unwissende Investoren können gleichzeitig schnell zur Panik getrieben werden.

Diese beiden Seiten – Geldanlage und Panikverkäufe – werden selten durch belegbare Nachrichten oder Recherchen belegt. Die Menge folgt stattdessen einem Leitwolf, der den gesamten Markt zum Einsturz bringen kann.

Akademiker sagen Wirtschaftskrise voraus

Während der turbulenten Phase vor der Wirtschaftskrise hatten bereits viele Akademiker wie Roger Babson einen Crash vorher gesagt, sollten sich die Dinge nicht „verdammt noch mal beruhigen“.

Leider existierten für jeden Roger Babson vier blinde Experten, die dem Preisanstieg weiter folgen wollten. Sie waren überzeugt, dass die amerikanischen Aktienkurse unendlich weiter ansteigen würden.

Doch auch wenn die Warnsignale schon seit mehreren Jahren vorhanden waren, dauerte es bis zum Oktober 1929, als die Anleger endlich reagierten. Panik brach aus und die Kurse brachen ein.

Was darauf folgte, war eine zwölfjährige Depressionsphase, die erst mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieg enden sollte. Bis zum heutigen Tage gilt diese Phase als schlimmste Wirtschaftskrise der amerikanischen Geschichte. War der Crash selber zwar bereits relativ groß gewesen, konnte niemand vorhersagen, welchen langanhaltenden Schaden er für die Wirtschaft anrichten würde.

20. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.