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Die Immobilien-Blase und Finanzkrise: Doppelt schockiert besser

Zwischen 2007 und 2009 erschütterte eine Immobilienblase die USA und Großbritannien. Gleichzeitig traf eine Finanzkrise die Welt, mit Verlusten von bis zu 60%.

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Rezession der frühen 2000er versuchte die US-Notenbank, die Zinsen auf kurzfristige Investments so niedrig wie möglich zu halten. Eine weltweite Sparwelle trat gleichzeitig ein, als viele Entwicklungsländer finanzielle Reserven ansparten.

Zinsen schnellen nach unten

Als all diese überschüssigen Gelder in den Markt investiert wurden, schossen die Zinsen weiter nach unten und erreichten schon bald Rekordtiefstände. Frustriert mit den niedrigen Erträgen flüchteten viele Investoren in risikoreichere Anlagen.

Für mehrere Jahre traten die globalen Finanzmärkte in eine Periode ein, die man die „Great Moderation“ nennt. Überdurchschnittliche Renditen trafen auf unterdurchschnittliche Volatilitäten, die in vielen Anlageklassen nachgewiesen werden konnten.

Immobilienboom in den USA

In den Vereinigten Staaten fand gleichzeitig ein Immobilienboom statt, bei dem die Preise an den Küsten und in Städten wie Phoenix oder Las Vegas anstiegen. Die steigenden Preise führten zu einer wachsenden Immobilienspekulation, während viele Hausbesitzer Hypotheken auf ihre Häuser aufnahmen, um ihr Leben zu finanzieren.

Viele Immobilienbesitzer konnten diese Hypotheken nicht mehr schultern. Die Blase stand bereits hier kurz vor der Explosion. Dennoch wurde das Ausmaß der Krise verschleiert, da viele der Hypotheken in topbewertete Sicherheiten umgewandelt wurden.

Nachdem der lange vorherrschende Glauben an weiter steigende Immobilienpreise zu platzen drohte, fielen auch die Preise für hypothekbasierte Sicherheiten. Die Banken nahmen heftige Verluste hin, die sich auch auf andere Anlageklassen auswirkten und die Kreditinstitute an den Rande eines Ruins führten.

Wirtschaftskrise: Höhepunkt im September 2008

Die Ereignisse erreichten ihre Höhepunkt mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers im September 2008, welches die globalen Finanzmärkte an den Rande des Zusammenbruchs führten. Unvorhergesehene Hilfen der Zentralbanken und Staatshilfen halfen jedoch zunächst, die Panik an den Börsen abzuschwächen.

Im Winter 2009 traten jedoch Gerüchte auf, dass große Banken wie die Citigroup oder die Bank of America verstaatlicht werden müssten, um die globale Wirtschaft zu retten. Ein scharfes Einschreiten der Regierungen konnte dieses Schreckensszenario zwar verhindern,  die Welt fiel jedoch in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Heftige Schwankungen an den Börsen

Diese führe zu heftigen Schwankungen an den Börsen. Aktienkurse fielen um mehr als die Hälfte, bevor sie wieder um 50% anstiegen, nachdem die ersten Anzeichen für eine Besserung eintraten.

Neben Aktien waren auch andere Formen der Geldanlage betroffen. Der Ölpreis fiel beispielsweise um 70%, bevor er sich innerhalb von wenigen Monaten wieder verdoppelte. Auch heutzutage spüren wir die Auswirkungen der Immobilienblase und der folgenden Finanzkrise. Viele Verhaltensweisen von damals mussten überdacht und angepasst werden.

Dies betrifft nicht nur Privatpersonen, sondern auch Regierungen, die von Rating-Agenturen für ihr Finanzverhalten abgestraft wurden. Investoren sollten aus den Fehlern dieser Krise lernen, sich aber dennoch nicht von Emotionen leiten lassen.

24. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.