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Die Südsee-Blase: Investition in die South Sea Company

Die Südsee-Blase war die erste Wirtschaftskrise, die das Vereinigte Königreich traf. Sie hatte ihren Höhepunkt im Jahre 1711.

Anteile der South Sea Company wurden zuvor für mehr als 1.000 britische Pfund gehandelt – wenige Jahre später waren sie keinen Penny mehr wert. Immense Summen gingen dadurch verloren.

Wirtschaftskrisen: Das britische Empire

In den 1700ern war das britische Empire auf dem Zenit seiner Macht und umfasste Ländereien auf der gesamten Weltkarte. Für die Engländer war das achtzehnte Jahrhundert eine Zeit von Wohlstand und Macht. Dies bedeutete, dass viele Bürger Geld besaßen, dass sie investieren wollten. Sie suchten nach Möglichkeiten.

Daher hatte die South Sea Company keine Probleme, zahlreiche Geldgeber anzulocken – mit einem Schuldschein in Höhe von 10.000.000 Pfund kaufte das Unternehmen von der Regierung das Exklusivrecht für den Handel in der Südsee.

Die wenigen Unternehmen, die in dieser Zeit Unternehmensanteile anboten, waren allesamt solide, aber dennoch schwierige Anlagemöglichkeiten. Die East India Company gab beispielsweise große, steuerfreie Dividenden an ihre 499 Investoren aus. Die SSC wurde als beste Investition angesehen, besaß sie doch die lukrativste Monopolstellung des Planeten.

Aktienknappheit aus der Südsee

Die ersten Aktien reichten noch nicht einmal aus, um wenigstens die Hälfte der Investoren zu versorgen – der Durchschnittsinvestor ging dabei ganz leer aus.

Der Hintergrund war, dass viele Investoren davon ausgingen, dass Mexikaner und Südamerikaner nur darauf warteten, dass eine europäische Handelsgesellschaft Wolle und Fleece gegen die reichhaltig vorhandenen Vorkommen von Juwelen und Gold eintauschen wolle.

So hinterfragte niemand die immer schneller aufeinanderfolgenden Aktienemmisionen – die neuen Papiere wurden stattdessen binnen weniger Stunden aufgekauft, ohne den Preis zu beachten.

Die Anleger ließen sich auch dadruch nicht abhalten, dass die South Sea Company von einem sehr unerfahrenen Management geleitet wurde. Die Vorstandsmitglieder waren allesamt öffentlichkeitswirksame Persönlichkeiten, die ihre Büros mit der feinsten Einrichtung ausstaffierten. Bürger, die diese scheinbar vor Reichtum nur so strotzende Firma sahen, wollten natürlich Teil des Unternehmens werden.

Wirtschaftskrisen: Die Mississippi Company

Nicht lange nach dem Aufstieg der SSC setzte sich eine weitere britische Firma, die Mississippi Company, in Frankreich fest. Dieses Unternehmen war der Lebenstraum eines Briten im Exil mit dem Namen John Law. Seine Idee war weniger der Handel, sondern der Austausch des auf Gold und Silber basierten Währungssystems gegen eines mit Papiergeld.

Die Missisippi Company erlangte schnell die Aufmerksamkeit der Geldgeber und wurde schnell zum neuen Anlagetrend. Wenig später überstieg der Unternehmenswert alle Gold- und Silbervorräte in Frankreich um das Achzigfache. Law begann damit, inaktive Firmen in sein Unternehmen aufzunehmen.

Dieser Erfolg auf dem alten Kontinent trug dazu bei, den Nationalstolz der Briten weiter anzustacheln. Der allgemeine Glaube war, dass britische Firmen nicht mehr versagen könnten – der Anreiz für Investitionen stieg weiter an.

Dabei übersahen sie die deutlichen Anzeichen, dass die SSC noch nicht einmal genug Geld erwirtschaftete, um die Verluste des Unternehmens auszugleichen. Viele Schiffsladungen an Wolle wurden beispielsweise durch Missmanagement in falsche Häfen geschickt, wo sie langsam verrotteten.

Das öffentliche Bild der Unternehmen bleib jedoch weiterhin blendend. Der Run auf Investments führe zu Aktienemissionen zahlreicher Fimen, darunter auch Unternehmen, die Sonnenschein aus Gemüse gewinnen oder die britische Landfläche mit schwimmenden Gebäuden vergrößern wollten. Sie alle verkaufen Aktien in riesigem Maße.

Die Blase zerplatzt, die große Krise bleibt aus

Doch nur wenig später zerplatzte die Blase. Das Management der SSC erkannte, dass der Wert ihrer persönlichen Aktienanteile in keinster Weise den Unternehmenswert widerspiegelten. Daher verkauften sie die Aktien im Sommer 1720 und hofften dabei, dass niemand ihre neue Erkenntnis an die Öffentlichkeit bringen würde.

Doch wie jede schlechte Nachricht verbreitete sich auch diese wie ein Lauffeuer – und die Panik begann. Zusammen mit der SSC-Blase platze auch die der Mississippi Company. Der Wert beider Unternehmen fiel ins Bodenlose.

Ein kompletter Crash wurde jedoch, dank der großen finanziellen Reserven des Empires und der erlassenen Gesetze, vermieden. Die britische Regierung verbot jedoch weitere Aktienemissionen: Ein Gesetz, das bis 1825 Bestand haben sollte.

18. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.