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Witwenrente – ab diesem Zeitpunkt zahlt der Staat

Gestern schien das Leben noch in ruhigen Bahnen zu verlaufen, doch heute ist durch den Tod des Ehepartners das große Chaos ausgebrochen. Neben der großen Trauer stürmen tausend Fragen auf Hinterbliebene ein. Wie und wann soll die Bestattung ausgerichtet werden? Wer muss informiert werden und was ist mit dem Nachlass?

Aber auch ungeklärte Themen wie die weitere finanzielle Versorgung der nächsten Angehörigen drängen sich jetzt auf. Was für viele Partner von Verblichenen besonders wichtig ist: Ab wann gibt es Witwenrente?

Ab wann gibt es Witwenrente? – Antworten für Hinterbliebene

Zunächst einmal müssen Hinterbliebene, die in der ersten Trauerphase ja auch gar keinen Kopf dafür haben, sich gar nicht so sehr beeilen. Sie erhalten nämlich nach dem Tod des Partners 3 Monate lang dessen gesetzliche Rente weiter ausgezahlt – und das in voller Höhe.

Hierzu muss der verstorbene Ehegatte wenigstens 5 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt oder schon eine Rente bezogen haben. Allerdings wird nicht automatisch gezahlt sondern erst dann, wenn der Hinterbliebene einen entsprechenden Antrag auf Witwen- oder Witwerrente gestellt hat.

Im Anschluss daran haben die Angehörigen entweder einen Anspruch auf die so genannte kleine oder große Witwen- bzw. Witwerrente. In Deutschland erhielten Ende 2013 nach einer Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung knapp 4,8 Millionen Frauen und rund 600.000 Männer eine Witwenrente.

Was es bei der kleinen und großen Witwenrente zu beachten gilt

Grundsätzliche Voraussetzungen für den Anspruch auf die große Witwenrente sind, dass der Hinterbliebene nach dem Tod des Partners nicht wieder geheiratet hat und dass der Partner mindestens 5 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

Darüber hinaus muss wenigstens eine der folgenden 4 Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Hinterbliebene ist erwerbsgemindert.
  • Der Hinterbliebene hat die erforderliche Altersgrenze (abhängig von Jahr der Antragsstellung) erreicht.
  • Der Hinterbliebene erzieht ein minderjähriges Kind.
  • Der Hinterbliebene kümmert sich um ein behindertes Kind.

Wenn die Voraussetzungen für die große Witwenrente nicht erfüllt sind, kommt die kleine Variante in Betracht. Beispielsweise dann, wenn der Hinterbliebene zum Zeitpunkt des Todes die Altersgrenze noch nicht erreicht hat.

Die kleine Witwenrente wird durch die Rentenversicherung zeitlich befristet gezahlt – normalerweise nur in den ersten 2 Jahren nach dem Tod des Partners.

Bei der großen Witwenrente beläuft sich die Rentenzahlung nach Ablauf des Sterbevierteljahres auf 55 % der Rente, die dem verstorbenen Partner zum Zeitpunkt des Todes gezahlt wurde oder worden wäre. Dementsprechend beträgt die kleine Witwenrente 25 % der Rente des Verstorbenen.

Auch wenn sich niemand gerne mit dem Tod oder auch mit den finanziellen Folgen beschäftigt, Versicherte und deren Angehörigen sollten wissen, ob und wann sie einen Anspruch auf die kleine oder große Witwenrente haben.

14. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.