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Witwenrente: Beamte mit eigenen Regeln

Nicht nur in der Kommunalwirtschaft, auch in privatisierten ehemaligen Bundesbehörden wie der Telekom gibt es neben Arbeitnehmern auch Beamte. Einer der Unterschiede zeigt sich mit Blick auf den Ruhestand. Der eine erhält seine Rente, der andere eine Pension.

Für Arbeitnehmer Witwenrente, für Beamte Witwengeld

Auch bei der Versorgung der Hinterbliebenen sind die Begriffe streng genommen verschieden. Laut Beamtenversorgungsgesetz erhalten Ehegatten bzw. Lebenspartner ein Witwengeld. Hier greifen weitgehend die gleichen Regeln wie bei der Witwenrente. Für Beamte gelten aber einige Sonderfälle, die zu beachten sind.

Zu den Aspekten, die bei der Witwenrente für Beamte und Angestellte gleich sind, zählt etwa, dass seit 2002 in beiden Fällen die Höhe der Witwenrente von 60% auf 55% des Ruhegehalts gesenkt wurde.

Hinterbliebene, die vor 1962 geboren wurden, erhalten noch den alten, höheren Betrag, alle jüngeren Bezieher den niedrigeren. Vergleichbar mit der Mindestwartezeit bei Rentnern muss auch ein Beamter zuvor 5 Jahre tätig gewesen sein, es sei denn er hatte einen Dienstunfall erlitten.

Und ähnlich wie bei der Witwenrente wird bei Beamten das Versorgungsgeld gekürzt, wenn der Überlebende ein Erwerbseinkommen, eine eigene Witwenrente oder eigenes Beamtenruhegehalt bezieht. Im Gegensatz zu Arbeitnehmerwitwen jedoch bleiben nach der Anrechung grundsätzlich mindestens 20% der Pensionsansprüche des verstorbenen Beamten erhalten.

Keine Hinterbliebenenversorgung bei Zweckehen

Im Vergleich zur Witwenrente gibt es zudem spezifische Regeln zu Zeit und Alter bei der Eheschließung. Um „Versorgungsehen“ auszuschließen, muss die Partnerschaft mindestens ein Jahr Bestand haben. Anderenfalls wird davon ausgegangen, dass sie nur der sozialen Absicherung im Todesfall dienen soll.

Das wäre der Fall, wenn der schon bei der Heirat etwa wegen einer Krebserkrankung absehbar ist. Das Ganze wird aber nicht starr gehandhabt und erlaubt eine Einzelfallprüfung, bei der es auf den tatsächlichen Zweck ankommt.

Problematisch ist auch, wenn die Witwe mehr als 20 Jahre jünger und dazu kinderlos ist. Hier wird das Witwengeld prozentual gekürzt. Und zwar für jedes Jahr Altersunterschied um 5%, allerdings höchstens um insgesamt 50%.

War der Verstorbene zur Zeit der Eheschließung bereits im Ruhestand und hatte die Regelaltersgrenze zwischen 65 und 67 Jahren überschritten, so besteht kein Anspruch auf Witwengeld. Allerdings gibt es nach dem Beamtenversorgungsgesetz in dem Fall die Möglichkeit, stattdessen einen Unterhaltsbetrag zu beziehen.

Unterhalt statt Witwengeld

Der wird häufig in gleicher Höhe gezahlt, unterscheidet sich aber zum Beispiel durch verschärfte Anrechnungsregeln eigener Einkommen, Renten, Abfindungen oder Kapitalerträge. Den Unterhaltsbeitrag gibt es jedoch nicht, wenn etwa die Ehe mit weniger als 2 Jahren zu kurz gedauert hatte. Außerdem kann er versagt werden, wenn die Witwe jünger als 35 Jahre oder der Verstorbene Ex-Beamte bei der Heirat 80 Jahre und älter war.

So zumindest hält es auch die Deutsche Telekom. Was bei vielen Anlegern kaum noch bekannt ist: Seit der Privatisierung vor über 20 Jahren beschäftigt das im Dax gelistete Unternehmen immer noch rund 2.700 Mitarbeiter, die nach Beamtenrecht vergütet werden.

10. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.