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Witwenrente – wer hat wann Anspruch?

Renten wegen Todes, so heißen die Renten, die nach dem Tod eines Ehegatten, Elternteils oder geschiedenen Ehegatten gezahlt werden können.

Es handelt sich hierbei also um Witwenrente, Halb- und Vollwaisenrenten und die Erziehungsrente.

Es sei angemerkt, dass hinterbliebene Ehemänner die gleichen Ansprüche wie hinterbliebene Ehefrauen haben.

Die im Folgenden einfach nur Witwenrente genannte Rente ist also eine Witwen- und Witwerrente. 

Inzwischen sind auch hier eingetragene Lebenspartnerschaften den Ehepartner gleichgestellt. Doch wer hat unter welchen Voraussetzungen Anspruch auf die Witwenrente?

Witwenrente-Anspruch: Grundsätzliche Voraussetzungen

Zunächst ist der Tod des versicherten Ehegatten die Grundvoraussetzung für den Anspruch auf diese Rente. Wichtig ist hierbei, dass es sich bei der Ehe nicht um eine sogenannte Versorgungsehe handelt.

Eine Versorgungsehe kann laut dem Gesetzgeber dann gegeben sein, wenn die Ehe weniger als ein Jahr bestanden hat.

Dies ist jedoch keine zwingende Grenze.

Wenn „nach den besonderen Umständen des Falles die Annahme nicht gerechtfertigt ist, dass es der alleinige oder überwiegende Zweck der Heirat war, einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung zu begründen“, kann die Rente gewährt werden.

Dies ist in § 46 SGB VI ebenso geregelt wie die sogenannte allgemeine Wartezeit von 5 Jahren, die der Verstorbene erfüllt haben muss.

Die bedeutet, dass der Verstorbene mindestens 5 Jahre rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben muss, damit dem Hinterbliebenen die Witwenrente zusteht.

Witwenrente-Anspruch: Die kleine Witwenrente

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen der kleinen und der großen Witwenrente.

Der Grund für diese Unterscheidung ist, dass den Hinterbliebenen je nach Einzelfall ein mehr oder weniger großer Eigenbeitrag zum Unterhalt zugemutet wird.

Bei der kleinen Witwenrente wird davon ausgegangen, dass der Hinterbliebene einen größeren Eigenbeitrag – beispielsweise durch eigene Berufstätigkeit – leisten kann.

Deshalb fällt diese Rente geringer aus und hat eine geringere Laufzeit.

Die kleine Witwenrente wird grundsätzlich für 24 Kalendermonate gezahlt. Über die 24 Monate hinaus kann sie gezahlt werden, wenn der Ehegatte vor dem 1. Januar 2002 verstorben ist.

Die Beschränkung auf 24 Monate tritt in der Regel auch dann nicht ein, wenn mindestens ein Ehegatte vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde und die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde.

Hierbei handelt es sich um sogenannte Altfälle.

Witwenrente-Anspruch: Voraussetzungen für die große Witwenrente

Neben der kleinen Witwenrente gibt es auch die große Witwenrente. Diese ist nicht grundsätzlich auf 24 Monate beschränkt.

Neben den Voraussetzungen für die kleine Witwenrente muss der Hinterbliebene mindestens eine weitere Bedingung erfüllen.

Eine dieser Bedingungen ist die Erziehung eines eigenen Kindes oder eines Kindes des Verstorbenen, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Auch wenn der Hinterbliebene erwerbsgemindert ist oder das 45. Lebensjahr vollendet hat, besteht grundsätzlich Anspruch auf die große Witwenrente.

Ab dem Jahr 2012 steigt die Altersgrenze von 45 auf 47 Jahre stufenweise an. Ausschlaggebend ist dann jeweils das Todesjahr des Verstorbenen.

Unabhängig davon, ob Anspruch auf die kleine oder die große Witwenrente besteht, gibt es das sogenannte Sterbevierteljahr.

In den drei Monaten nach dem Tod des Versicherten werden 100% der Rente an den Hinterbliebenen ausgezahlt.

23. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.