Klar war, dass die USA sich auf eine neue Schuldenobergrenze einigen würden. Zu groß sind die Interessen von Bediensteten in den USA, die sowohl Demokraten als auch Republikaner sein können. Die Politik wollte niemandem weh tun - und hat sich an unseren Chancen an Finanzmärkten vergriffen. Der Kompromiss ist faul - und erschwert Ihre Vorsorge. Hier alle Details für diese Phase. Sie werden aber weiter investieren können - Aktien sind trotz der USA-Krise das Investment der Zukunft. Ein Präsidentschaftskandidat bringt die Sache auf den Punkt.
Kurse rauschen an allen Märkten runter
In den vergangenen Tagen sind sowohl die Kurse bei Aktein als auch bei Anleihen einfach nur in den Keller gefallen. Wer wie ich auf den Dax setzt, beklagt Verluste von deutlich mehr als 6% bis 7% - auf dem Papier. Denn diese Tage sind nur eine Momentaufnahme, wie ich Ihnen schreiben möchte. Der Ausblick auf die Finanzmärkte insgesamt ist trüb, Aktien jedoch bleiben auch nach dieser Woche auf meiner Empfehlungsliste für Sie.
Dabei erinnere ich Sie daran, dass Aktien Unternehmensbeteiligungen sind und daher ein stabiler Sachwert, wenn es demnächst an den Märkten weiterhin drunter und drüber geht. Kürzlich schrieb ich davon, dass Sie mit einem "Beben" rechnen müssen. Dies läuft gerade vor unseren Augen ab. Für Ihre Einschätzung gerade der Ereignisse und Enttäuschung der vergangenen Tage habe ich eine Erklärung von Ron Paul herausgesucht, die dieser vor Tagen veröffentlicht hat.
Den Wortlaut dieses Präsidentschaftskandidaten können Sie unter dieser Adresse nachlesen: ronpaul2012.com. Es lohnt sich.
Präsidentschaftskandidat deckt auf: Ausgaben sinken kaum, Misstrauen ist extrem
An sich hätte die Einigung auf die neue Schuldenobergrenze in den USA die Aktienkurse steigen lassen müssen. Die Nervosität sollte schwinden, so der Plan auch von Barrack Obama. Die Beruhigungspille hielt nicht einmal wenige Stunden.
Zwei von drei großen Rating-Agenturen in den USA erwarten bereits eine negative Entwicklung. Moody's war die erste Agentur, die den Rating-Ausblick auf "negativ" senkte. Die Märkte reagierten mit fallenden Aktienkursen auch in den USA empfindlich.
Gleichzeitig meldeten die Märkte einen Gold-Rekord nach dem anderen, Gold blieb dieser Tage die Fluchtwährung. Warum? Weil die Vereinbarung in den USA das Papier kaum wert ist, auf der sie gedruckt wird. Dies deckt der Präsidentschaftskandidat Ron Paul auf. Die Ausgaben werden kaum sinken.
900 Milliarden weniger Ausgaben - in zehn Jahren
Halten Sie sich bitte vor Augen: die USA haben angeblich ein Sparprogramm verabschiedet. Dieses aber umfasst gerade einmal 900 Milliarden Ausgabenkürzung in den nächsten zehn(!) Jahren. Diese Zahl ist geradezu ein Witz, denn:
Nur in diesem Jahr 2011 werden die USA bereits weitere 1,6 Billionen US-Dollar Staatsdefizit aufbauen. Das bedeutet grob gerechnet: im zweiten Halbjahr bauen die USA alleine noch einmal 800 Milliarden US-Dollar Verbindlichkeiten auf. Damit sind die Einsparungen der nächsten zehn Jahre bereits verfrühstückt.
Erste Analysten begreifen diese Mogelpackung bereits. Unter anderem dies erhöht schon das Misstrauen. Insgesamt schulden die USA den Märkten bereits ohne die neuen Verbindlichkeiten einzuberechnen 14,3 Billionen US-Dollar. Vor dem Hintergrund sind die 900 Milliarden geradezu lächerlich niedrig.
Kandidat warnt vor neuen Tricks
Die Kritik von Ron Paul aber geht noch weiter. Er unterstellt indirekt "altbekannte Tricks" der Washingtoner Bürokratie. Einer dieser Tricks besteht darin, etwas weniger Geld auszugeben als bis dato zusätzlich(!) geplant und dies dann als Kürzung zu verkaufen.
Ein anderer Trick, den ich hier bereits einige Male beschrieben habe: Arbeitslose werden aus den Sozialversicherungen gedrängt und erhalten stattdessen etwa Lebensmittelmarken. Schon 45 Millionen Amerikaner beziehen solche Lebensmittelmarken. Viele davon fallen aus den Statistiken heraus - und damit auch aus den offiziellen Ausgabeprogrammen. Dies sieht dann aus wie "Sparen".
Ron Paul kritisiert aber zudem, dass Barrack Obama und die Republikaner in den USA eine "Defizit-Kommission" einsetzen wollen. Also einen Arbeitskreis, der weitere Maßnahmen beschließen soll. In einer Übersetzung heißt es: "In meinen vielen Jahren Dienst an der Öffentlichkeit hat es Kommissionen zu allem gegeben, von der Sozialversicherung bis zur Energiepolitik. Diese haben jedoch nicht eine Lösung vorgelegt".
Der Trick besteht unter anderem darin, dass die Mitglieder des Kongressen dank solcher Kommissionen reine Abnicker sind. Entweder sie stimmen Plänen mit einem "Ja" zu oder lehnen mit einem "Nein" ab. Dazwischen gibt es keinen Meinungsaustausch.
Kandidat befürchtet Steuererhöhungen
Schließlich weist Ron Paul darauf hin, dass das neue Gesetz zur Schuldenobergrenze keine Möglichkeit gibt, Kommissionen Steuererhöhungen zu verbieten. Damit aber lebt ein altes Schreckgespenst vor allem der Republikaner weiter.
All das reicht schon, um die schlechte Stimmung nach der US-Einigung zu begründen. Denn: so wie Ron Paul denken viele Experten vor allem in den USA. Und von dort kam die schlechte Stimmung, die auch den Dax so sehr belastete.
Mittelfristig allerdings rechne ich mit einem neuen Ansturm auf Aktien - genau aus diesen Gründen. Die Anleihe-Volumina werden wieder steigen. Somit tritt genau das ein, was Ron Paul und Andere befürchten: die USA drucken ebenso wie die Eurozone Geld. Die Inflatinsgefahr steigt und treibt das größere Vermögen in Sachwerte wie Aktien.
Profiteure: Banken
Sie werden sehen, wie genau davon wiederum die großen Banken profitieren werden. Hier greife ich noch einmal die Ausführungen von Ron Paul aus der zurückliegenden Woche auf: er deckt auf, dass die amerikanische Notenbank den scheinbar notleidendenden Großbanken weltweit insgesamt 16(!) Billionen US-Dollar überwiesen hat.
Dies diente laut offiziellem Prüfungsbericht des obersten Rechnungshofes der USA wohl der Rettung der Großbanken. Ein politischer Skandal, der jedoch Ihnen als Investor und Vorsorger wiederum helfen kann. Das Finanzsystem bleibt stabil - und bestimmte Bankaktien können Sie schon in wenigen Jahren, ja Monaten wiederum kaufen.
Ich persönlich bleibe jedoch bei meiner Empfehlung, aus dem Segment der Finanzunternehmen vor allem deutsche Werte zu wählen. Münchener Rück und die Deutsche Bank sind noch vergleichsweise gut aufgestellt und eine Investition wert. Diese Unternehmen stehen auch auf der Empfehlungsliste des Informationsdienstes "Neuer Deutscher Geldanlagebrief".
Fazit: Stimmung hat die Kurse nach unten gedrückt
Ron Paul habe ich deshalb zitiert, weil er verdeutlich, wie die Stimmung in den USA und damit auch an den Weltmärkten in den vergangenen Tagen war. Trotz der Einigung im Schuldenstreit haben die Finanzmärkte zunächst die Reißleine gezogen.
Achtung: Darüberhinaus gab es schlechte Konjunkturdaten aus den USA. Diese aber können Sie kaum überraschen, wenn Sie hier regelmäßig mitlesen. Denn: die hohe Arbeitslosigkeit, den Untergang des Mittelstands und den daraus resultierenden Konsum"verzicht" habe ich bereits oft beschrieben.
Die Märkte haben auch diese Nachrichten jedoch in schlechteren Kursen verarbeitet. Genauso, wie sie demnächst bessere Zahlen wieder nutzen werden, um die Kurse zu steigern. Denn: Die Tricks, von denen Ron Paul spricht, gibt es gerade in den USA zuhauf.
Ich rechne damit, dass demnächst die Arbeitslosenquote zunächst wieder schöner gerechnet wird als sie ist. Ausgehend von schlechten Daten werden auch die Konsumquoten wieder nach oben gehen. Dies ist von einer niedrigen Basis aus einfacher als von Rekordwerten. Kurz: alleine die Konjunkturzahlen sorgen schon bald wieder dafür, dass die Aktienkurse auch kurzfristig anziehen.
Vorsorge-Strategie dieser Tage: Aktien aufbauen
Diese Tage jedoch sind vor allem eine Einladung zu einer neuen Vorsorge-Strategie. Investieren Sie auch und gerade nach den trüben Aussichten und Einschätzungen des US-Präsidentschaftskandidaten in Sachwerte. Aktien bieten sich in erster Linie an, da diese gegenüber anderen Sachwerten wie Immobilien sehr stark verloren haben.
Niedrige Kurse sind daher nicht so schlecht, wie sie im Wochenrückblick möglicherweise wirken. Wer die Nerven behält, holt über niedrige Einstandskurse auch in diesen Tagen noch etwas mehr Rendite raus. Die Gründe für das Misstrauen gegenüber der neuen Schuldenobergrenze der USA bleiben bestehen. Ron Paul hat sie auf den Punkt gebracht. Den Kurs der USA Richtung Untergang jedoch können Sie nutzen, wenn Sie vor allem im deutschsprachigen Raum investieren.
PS: Nur wenige Werte aus den USA halte ich persönlich für kaufenswert. Dies bleibt vor allem eine Empfehlung aus dem "Neuen Deutschen Geldanlagebrief": "Berkshire Hathaway", das Beteiligungsunternehmen von Warren Buffett. Der verdient aktuell durch einfache Überlegungen und Sachinvestitionen wieder viel Geld. Eisenbahnen, in die er investierte, profitieren von den hohen Spritkosten in den USA. Dies zeigt: die richtigen Überlegungen zu unternehmerischen Beteiligungen funktionieren - langfristig.



