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Wohin läuft die US-Wirtschaft? Diese Daten zeigen den Weg

Wie ist es um die Wirtschaft bestellt? Wie steht es mit der Auftragslage? Lohnt das Risiko neuer Aktieninvestments?

Einschätzungen zur Lage geben regelmäßig veröffentlichte Konjunkturbarometer. Während hierzulande etwa der Ifo-Geschäftsklimaindex oder der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Beachtung finden, schaut die Finanzwelt in den USA auf den Philly Fed Index.

Philly Fed Index – wichtiges US-Konjunkturbarometer

Die grobe Linie ist einfach zu erkennen: Aufschwung oder Abschwung zeigen sich daran, ob der der Index über Null liegt oder darunter. Geht es aufwärts, kann das den Aktienmarkt beflügeln, den Dollar stärken oder mittelfristig steigende Zinsen andeuten. Da die USA als größte Volkswirtschaft die Börsen der Welt beeinflussen, sind die Zahlen auch für deutsche Anleger interessant und gehen regelmäßig durch die Presse.

Aber wieso gerade der Philly Fed Index? Schließlich gibt es auch den Einkaufsmanagerindex ISM, der die Lage der gesamten USA spiegelt. Der Philly Fed Index ist einer von mehreren Indizes und bezieht sich auf das verarbeitende Gewerbe in und um Philadelphia. Ermittelt wird er monatlich von der regionalen Federal Reserve Bank, daher auch der Name Philly Fed.

Tatsächlich beschränkt er sich auf ein Randgebiet im Nordosten der USA. Allerdings gilt der Großraum Philadelphia als industrielle Schlüsselregion mit zahlreichen Großkonzernen zwischen Washington D.C. und New York. Dessen Wirtschaftslage wiederum spiegelt sich im Fed-Index „Empire State Manufacturing Survey“.

Umfangreiches Datenmaterial

Die hohe Akzeptanz des Philly Fed liegt zum einen in der repräsentativen Bedeutung der Region. Zum anderen liefert er sehr umfangreiches Datenmaterial von Arbeitsstunden über Auslieferungszeiten oder Kapitalinvestitionen bis zu erzielten Preisen.

Die vielseitigen Informationen kommen von 250 befragten Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern. In die Ergebnisse fließen Auftragseingänge, Absatzzahlen, Lagerbestände, Preise, Mitarbeiterzahlen und Verbindlichkeiten der Firmen ein. Subindizes konzentrieren sich auf Bereiche wie Beschäftigung, Neuaufträge oder Auslieferungen.

Der Philly Fed Index zeigt seit 1968 die Herstellererwartungen für die nächsten sechs Monate, und zwar unter Berücksichtigung des jeweiligen Vormonats. Er wird auch als Vorzeichen für den nationalen Einkaufsmanagerindex ISM verwendet und ist somit einer der wichtigsten Frühindikatoren.

Vor- und Nachteile

In dieser Funktion muss man den Philly Fed interpretieren. Er ist wie die anderen Stimmungsbarometer, ein qualitativer und kein quantitativer Indikator. Letztere sind mit Blick auf die Messgrößen zwar genauer, brauchen aber lange bis die offiziellen Statistiken ausgewertet sind. Stimmungsbarometer zeigen zwar lediglich eine subjektive Einschätzung zur Lage und geben die grobe Richtung vor, sind aber viel schneller.

Dafür wiederum haben Indikatoren wie der Philly Fed eine relativ hohe Schwankungsbreite und müssen mit entsprechender Zurückhaltung gelesen werden. Die rasch folgenden Veröffentlichungen halten zwar stets auf dem Laufenden, dürfen aber nicht zur Kurzatmigkeit führen.

Nicht von Richtungsänderungen treiben lassen

Insgesamt liefert der Philly Fed Index einen guten Einblick in die aktuelle Entwicklung, zeigt aber natürlich nur einen bestimmten Ausschnitt, so wie alle Barometer. Den Indikator schlechthin gibt es ebenso wenig wie die ultimative Prognose.

Als Anleger sollte man sich vor allem nicht von teils monatlich wechselnden Richtungen hektisch treiben lassen. Hieß es etwa im April 2016: „Der Philly Fed Index springt überraschend an“, kam vier Wochen darauf die Meldung vom „überraschenden Einbruch“.

Mit Überraschungen und Änderungen im Konjunkturzyklus ist immer zu rechnen. Depotanpassungen sind erst dann überlegenswert, wenn sich eine Entwicklung nach einigen Veröffentlichungen verfestigt und von mehreren Indizes bestätigt wird.

3. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.