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Wohn-Riester: Nur für Immobilien-Käufer geeignet

Mittlerweile wissen Sie: Riester-Fondssparpläne eignen sich gut für junge Sparer, Riester-Banksparpläne für ältere Sparer.

Für Immobilien-Käufer ist zudem das sogenannte „Wohn-Riester“ interessant, das jedoch mit einigen Nachteilen behaftet ist.

Wohn-Riester: Kompliziert und wenig flexibel

Die Riester-Zulagen können Sie nicht nur zum Sparen verwenden, sondern auch zur Finanzierung eines Eigenheims. Das nennt sich „Wohn-Riester“. Konkret helfen Ihnen die Zulagen, ein Hypotheken- oder Bauspardarlehen zu tilgen.

Mit diesem Kredit müssen Sie allerdings eine Immobilie (Haus, Reihenhaus, Wohnung) kaufen oder bauen, die Sie selbst nutzen. Sonst kommt eine Riester-Förderung nicht in Frage.

Wichtig: Immobilie darf nicht vermietet oder verkauft werden

Wer die mit Riester-Förderung gekaufte Immobilie vermietet oder verkauft, muss die Zulagen und Steuervergünstigungen an den Staat zurückzahlen. Vermeiden lässt sich dies nur, wenn binnen 4 Jahren vom Verkaufserlös eine neue selbstgenutzte Immobilie gekauft oder das Geld sofort wieder in einen Riester-Vertrag (z.B. Bank- oder Fondssparplan) gesteckt wird.

Da Sie bei Wohn-Riester nichts ansparen, erhalten Sie Ihre Rente in Form der gesparten Miete. Nun stellt sich die Frage, wie der Staat bei dieser Form der Riester-Rente die nachgelagerte Besteuerung, also die Besteuerung im Rentenalter bewerkstelligt. Hier gilt:

Der Anbieter von Wohn-Riester muss ein so genanntes Wohnförderkonto bilden. Das ist ein fiktives Konto, auf dem alle selbst gezahlten Riester-Beiträge und die Riester-Zulagen ausgewiesen sind. Dieses Wohnförderkonto wird mit 2% pro Jahr verzinst.

Was sich bei Beginn der Auszahlungsphase dann auf diesem Konto (fiktiv) angesammelt hat, muss mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. Sie können einen Steuerrabatt von 30% erhalten, wenn Sie die anfallenden Steuern gleich auf einmal zahlen anstatt laufend Jahr für Jahr.

Wohn-Riester: Änderungen geplant

Sie merken selbst: Das ist nicht gerade transparent. Vor allem aber wissen Sie jetzt nicht, wie hoch Ihr Einkommen während der Rentenzeit sein wird. Ein Vermögen versteuern zu müssen, das Ihnen dann gar nicht vorliegt, weil es in der Immobilie steckt, ist nicht gerade verlockend.

Beachten Sie aber: Aktuell plant der Gesetzgeber eine niedrigere Verzinsung von nur 1% und eine erweiterte Nutzung von Wohn-Riester-Darlehen auch für den barrierefreien Umbau vorhandener Eigenheime. Noch ist der Gesetzesentwurf im Vermittlungsausschuss. Stimmt der Bundesrat zu, treten die Änderungen zum 1. Juli 2013 in Kraft.

Riester-Bausparvertrag: Wenig überzeugend

Bei einem Riester-Bausparvertrag handelt es sich um eine Kombination aus Sparplan und Darlehen. Anders als beim Banksparplan stehen hier die gezahlten Zinsen von vornherein fest. Ebenso wissen Sie, welche Sollzinsen Sie für das Bauspardarlehen zahlen.

Die Riester-Förderung fließt zunächst in den Sparplan und später in die Tilgung des Bauspardarlehens. Das darf – siehe Wohn-Riester – nur für selbstgenutztes Wohneigentum verwendet werden.

Trotzdem ist ein Riester-Bausparplan nicht so attraktiv wie es zunächst scheinen mag. Das hat vor allem 3 Gründe:

  • Grund 1 sind die Gebühren. Üblicherweise werden 1 bis 1,6% der Bausparsumme verlangt. Achtung: Die Bausparsumme besteht nicht nur aus der Ansparleistung (also der Summe, die angespart werden muss, bevor sie mitsamt dem Darlehen zuteilungsreif ist), sondern auch aus dem Bauspardarlehen.
  • Grund 2 ist der ungewisse Zeitpunkt der Zuteilung. Wann genau Sie die angesparte Summe mitsamt Bauspardarlehen bekommen, steht in den Sternen. Die Bausparkassen haben ein höchst kompliziertes System, das zu ermitteln. Es reicht nicht einfach aus, die vereinbarte Ansparsumme erbracht zu haben. Oft werden daher teure Zwischenfinanzierungen nötig, um bereits aufgelaufene Kosten zu bezahlen.
  • Grund 3 ist die Tatsache, dass Sie ein Bauspardarlehen sehr schnell tilgen müssen. Um die Raten niedrig zu halten, können Sie Bausparverträge deshalb nur über vergleichsweise kleine Summen abschließen. Den Großteil der Immobilienfinanzierung müssen Sie über ein normales Hypothekendarlehen abwickeln.

3. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.