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Wohnung war Schauplatz eines Verbrechens? Kein Kündigungsgrund

Als im August 2003 der auf drei Jahre befristete Mietvertrag unterzeichnet wurde, ahnten die neuen Mieterin nicht, welche traurige und grausige Vergangenheit ihre neue Wohnung hatte.

Sie hatte soeben die Wohnung gemietet, die Schauplatz eines grausamen Verbrechens war, das als „Pullacher Hammermord“ in die Annalen der Kriminalgeschichte einging: Ein Ehemann hatte seine Frau in der Wohnung vorsätzlich mit einem Hammer getötet.

Mietvertrag: angefochten und(!) fristlos gekündigt

Als die Mieter unmittelbar nach ihrem Einzug von der Bluttat erfuhr, waren sie natürlich schockiert. Unverzüglich fochten sie den abgeschlossenen Mietvertrag an und reichten außerdem die fristlose Kündigung ein. Begründung: Sie waren vor dem Vertragsabschluss nicht über das Verbrechen informiert worden. Außerdem sei es nicht zumutbar, in einer Wohnung zu leben, in der ein Mensch umgebracht wurde.

Die Mieter zogen deshalb nicht in die angemietete Wohnung ein und zahlten auch keine Miete. Die Vermieterin forderte jedoch eine Mietzahlung für drei Monate sowie Schadensersatz in Höhe von 280 Euro: Denn nach drei Monaten war ein neuer Mieter gefunden, der jedoch 280 Euro weniger Miete bezahlte.


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Verhärtete Fronten – ein Fall für’s Gericht

Die Mieter verlangten vor Gericht rund 15.000 Euro, um damit Kosten für eine Ersatzunterkunft, Maklerkosten, Handwerkerkosten sowie die durch den Umzug und die Einlagerung der Möbel entstandenen Ausgaben abzudecken.

Doch das Amtsgericht München entschied für die Vermieterin und schmetterte auch die Widerklage ab. Als Begründung wurde im Urteil genannt, dass ein Mord in einer angemieteten Wohnung keine fristlose Kündigung rechtfertige.

Außerdem muss auch die Vorgeschichte einer Wohnung nicht thematisiert werden. Für die rechtliche Bewertung hat die persönliche Bewertung eines Verbrechens wie etwa eines Mords keine Relevanz.

GeVestor.de empfiehlt: Die Vorgeschichte einer Wohnung bietet keinerlei Begründungen, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Außerdem sind Sie als Vermieter nicht dazu verpflichtet, Mieter über eventuelle Vorkommnisse wie in der Wohnung verübte Verbrechen zu informieren.

Allerdings zeigt der vorliegende Fall, dass sich ein Rechtsstreit schnell hochschaukeln kann, sodass Sie abwägen sollten, ob Sie potenzielle neue Mieter auch über die dunkle Vorgeschichte einer Wohnung informieren wollen.

Amtsgericht München, Aktenzeichen 452 C 33861/03

 

15. Oktober 2009

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.