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Zwangsversteigerung: Immobilien beim Zweittermin kaufen und Geld sparen

Nicht jede zur Zwangsversteigerung anstehende Immobilie findet gleich beim ersten Versteigerungstermin einen Käufer.

Der Grund: Beträgt das höchste Gebot weniger als 70% des geschätzten Verkehrswerts, darf der Hauptgläubiger dem Zuschlag widersprechen.

Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die Kreditbelastung so hoch ist, dass die Schulden aus dem Verkaufserlös nicht bezahlt werden können.

Hoffen Sie allerdings nicht darauf, dass Sie das Objekt bei einem solchen Zweittermin zu einem regelrechten Schleuderpreis erhalten.

Die Gläubigerbanken sind daran interessiert, allzu große Verluste zu vermeiden und werden das Objekt im Zweifel eher selbst ersteigern.

Aber Ihre Chancen für ein echtes Schnäppchen sind in solchen Situationen besonders groß.

Zwangsversteigerung: So kommen Sie an das Wertgutachten

Liegt beim ersten Zwangsversteigerungstermin das höchste Gebot mehr als 50% unter dem Verkehrswert, können Sie den Zuschlag sowieso „vergessen“.

In diesem Fall greift der gesetzliche Schuldnerschutz, der verbietet, dass durch die Notlage des Schuldners sein Besitztum zu einem Bruchteil des Wertes verschleudert wird.

Bevor Sie weitere eigene Ermittlungen über das Versteigerungsobjekt anstellen, sollten Sie die Ihren Vorstellungen entsprechenden Objekte zunächst von außen besichtigen und eine Vorauswahl treffen.

Erst dann beginnt Ihre Hauptaufgabe: Das Beschaffen von Informationen über das ausgewählte Objekt beim Versteigerungsgericht.

Wenn der erste Zwangsversteigerungstermin nicht mit dem Verkauf der Immobilie endet, wird vom Gericht ein zweiter Termin festgesetzt.


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In diesem Zweittermin gibt es allerdings keine Mindestgrenzen mehr – und dann könnte rein theoretisch die Immobilie auch für 30 oder 40% des Verkehrswerts den Besitzer wechseln, ohne dass jemand dagegen vorgehen kann.

Jedermann kann ohne weiteres wesentliche Bestandteile der Gerichtsakte einsehen. Dies ist während der Dienststunden des Gerichts in der für Zwangsversteigerungen zuständigen Geschäftsstelle möglich.

Am besten stimmen Sie die Einsichtnahme telefonisch vorher unter Angabe des Aktenzeichens mit dem Rechtspfleger ab.

So stellen Sie sicher, dass die Akte dann auch tatsächlich vorliegt, wenn Sie auf der Geschäftsstelle erscheinen.

Sicherheitsleistung bei einer Versteigerung

Denken Sie daran, dass Sie als Bieter eine Sicherheit in Höhe von 10% des Verkehrswerts leisten müssen.

Früher musste ein Bieter nach Abgabe seines Gebots auf Verlangen eines Beteiligten Sicherheit in Höhe von 10% des Gebots leisten, bei höheren Geboten also stets „nachlegen“.

Auch sind Wertpapiere als Sicherheit nicht mehr zugelassen.

Der Schritt-für-Schritt-Plan für Ihren Ersteigerungserfolg

Während bei einem freihändigen Kauf Grunderwerbsteuer und Maklerprovision mehr als 6% des Kaufpreises an Erwerbsnebenkosten ausmachen, betragen diese in der Versteigerung nur rund 3% des Steigpreises.

Bis zu Ihrem Ziel, dem Zuschlag, sollten Sie Schritt für Schritt folgendermaßen vorgehen:

  • Suche und Auswahl von Versteigerungsobjekten
  • Außenbesichtigungen
  • Beschaffen von Informationen über das ausgewählte Objekt beim Versteigerungsgericht
  • Auswerten eines gerichtlichen Verkehrswertgutachtens
  • Ermitteln der betreibenden Gläubiger
  • Einsicht in den Grundbuchauszug
  • Beschaffen weiterer Informationsquellen
  • Objektbesichtigung
  • Gläubigerkontakt
  • Sicherstellen der Finanzierung
  • Vorbereiten des Versteigerungstermins
  • Sicherheitsleistung und Beachten der Formalien
  •  Entwickeln einer Bietstrategie

Mehr zum Thema: Einfach sparen: Tipps und Tricks

19. April 2001

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.