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Wohnungsbesichtigung: Besichtigungszeiten sind zu beachten

Haben Sie einen konkreten Anlass, aus dem Sie die Wohnung besichtigen dürfen.

Dennoch bedeutet das selbstverständlich nicht, dass Sie die Wohnung betreten dürfen, wann und wie Sie wollen.

Vielmehr müssen Sie Ihr Besichtigungsrecht schonend ausüben und auf die Belange Ihres Mieters Rücksicht nehmen.

Zu diesen Zeiten dürfen Sie die Wohnung besichtigen

Eine Besichtigung können Sie grundsätzlich nur zu angemessenen Zeiten durchführen. Das sind üblicherweise die Zeiten von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 19 Uhr an Werktagen.

An Sonn- und Feiertagen dürfen Sie normalerweise keine Besichtigungen durchführen. Eine Besichtigung an diesen Tagen ist nur dann möglich, wenn Ihr Mieter sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt oder aber ein Notfall vorliegt.

Ist Ihr Mieter berufstätig, müssen Sie auf seine beruflichen Belange Rücksicht nehmen. Insbesondere können Sie von ihm weder eine Arbeitsunterbrechung noch die Inanspruchnahme eines Urlaubstags verlangen.

Ebenso müssen Sie Urlaubspläne und anderweitige Termine Ihres Mieters akzeptieren und in Ihre Terminplanung einbinden.

Achtung: Gerade mit berufstätigen Mietern ist es oft schwierig, einen oder gar mehrere Termine zu vereinbaren.

Dennoch haben Sie keinen Anspruch darauf, sich einen Schlüssel aushändigen zu lassen, um die Wohnung beliebig betreten zu können.

Mehrere Termine zur Auswahl stellen

Tipp: Schlagen Sie Ihrem Mieter vor, einen Nachbarn oder eine sonstige Person zu beauftragen, den Besichtigungstermin für ihn wahrzunehmen.


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Möchte Ihr Mieter aber unbedingt persönlich bei der Besichtigung anwesend sein, steht ihm dieses Recht zu. Schlagen Sie daher alternativ bei berufstätigen Mietern auch Termine während zumutbarer Feierabendzeiten zwischen 18 und 21 Uhr vor.

Sinnvoll ist es auch, mehrere Termine zu nennen. Ihr Mieter muss nämlich einen Termin, der ihm ungelegen kommt, nicht akzeptieren.

Sie dürfen die Wohnung auch samstags besichtigen

Im Hinblick auf die Berufstätigkeit der Mieter versuchen Vermieter immer wieder, hinsichtlich der Besichtigungstermine auf den für viele Arbeitnehmer freien Samstag auszuweichen.

Das wiederum passt dem einen oder anderen Mieter nicht, da an diesem Tag gern und häufig Freizeittermine wahrgenommen werden.

Dennoch: Sie dürfen die Besichtigung der Wohnung an einem Samstag durchführen.

Wie das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden hat, ist der Samstag ein Werktag, an dem die Besichtigung der Wohnung durchgeführt werden darf (OLG Frankfurt/Main, Urteil v. 26.06.09, Az. 24 U 242/08).

Verhindern Sie Mehrfachbesichtigungen

Wie bereits gesagt, müssen Sie bei der Besichtigung auf die Belange Ihres Mieters Rücksicht nehmen. Dazu gehört auch, dass Sie nicht für jeden Anlass eine gesonderte Besichtigung vornehmen.

Bündeln Sie besser Ihnen bekannte Gründe, um die gewünschten Informationen nach Möglichkeit in einem Besichtigungstermin zu erhalten.

In der Wohnung Ihres Mieters ist eine Fensterscheibe gerissen, außerdem ist die Dusche defekt. Beide Mängel möchten Sie sich zusammen mit den zuständigen Handwerkern ansehen.

Machen Sie hier nicht 2 verschiedene Besichtigungstermine aus, sondern vereinbaren Sie einen Termin, etwa Montagvormittag, mit beiden Handwerkern zusammen.

Besichtigung max. 1-mal pro Woche

Auch wenn Sie die Wohnung vermieten oder verkaufen und zu diesem Zweck zusammen mit Interessenten besichtigen möchten, dürfen Sie nicht ständig mit einem neuen Interessenten bei Ihrem Mieter vor der Tür stehen.

Auf keinen Fall können Sie von Ihrem Mieter die Besichtigung häufiger als 1-mal die Woche verlangen. So hat etwa das Landgericht Frankfurt/M. einer Vermieterin, die ihre Wohnung verkaufen wollte, ein Besichtigungsrecht mit Kaufinteressenten 3-mal im Monat zuerkannt (LG Frankfurt/M., Urteil v. 24.05.02, Az. 2/17 S 194/01).

Ausgehend von diesem Urteil sollten Sie Besichtigungen nicht häufiger als 1-mal wöchentlich vereinbaren.

Tipp: Vereinbaren Sie auch mit Ihren Mietoder Kaufinteressenten am besten Blocktermine, bei denen Sie die Wohnung mit mehreren Interessenten besichtigen.

Aber auch hier gilt, dass Sie auf die Belange Ihres Mieters Rücksicht zu nehmen haben. Massentermine muss er nicht hinnehmen. Fassen Sie daher 3 bis 4 Interessenten in einem Besichtigungstermin zusammen.

Für Terminvereinbarung sind Sie zuständig

Für Sie als Vermieter ist es sicher nicht leicht, einen Termin zwischen einem Handwerker oder Kauf- bzw. Mietinteressenten und Ihrem Mieter zu finden.

Das wird umso schwieriger, je mehr Ihr Mieter etwa durch seine Berufstätigkeit zeitlich eingeschränkt ist.

Einige Vermieter lösen dieses Problem, indem sie die Telefonnummer ihres Mieters an die Mietinteressenten weitergeben, damit diese sich mit ihm in Verbindung setzen.

Das geht jedoch grundsätzlich nicht. Ihr Mieter ist nicht für die Weitervermietung der Wohnung zuständig, Sie können daher nicht die Arbeit mit den Mietinteressenten auf ihn abwälzen.

Etwas anderes gilt nur, wenn Sie das mit ihm absprechen, er sich also ausdrücklich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklärt. Das Gleiche gilt für die Terminabsprache mit Handwerkern.

Auch hier obliegt die Terminvereinbarung grundsätzlich Ihnen als Vermieter. Sie können Ihren Mieter auch hier lediglich bitten, aus Gründen der Praktikabilität die Terminabsprache selbst zu übernehmen.

16. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.