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Wohnungsfläche: Dürfen Makler lügen?

Der Fall schien eindeutig: Ein Mieter hatte festgestellt, dass die Wohnung nicht wie in der Anzeige des Maklers versprochen 74qm, sondern lediglich 62qm aufwies. Deutlich mehr als die laut herrschender Rechtssprechung zu tolerierenden 10%.

 Keine Mietminderung trotz zu kleiner Wohnung?

Er minderte die Miete. Zu Recht möchte man meinen, doch das Amtsgericht Frankfurt entschied anders: Der Mieter muss die einbehaltene Miete zurückzahlen.

„Makler dürfen Lügen“ oder ähnlich lauteten die Überschriften der Artikel, die über dieses Urteil berichteten. Das ist natürlich Unsinn.

Erstens und hauptsächlich weil das Urteil gar nicht auf das Verhältnis Makler und Mieter, sondern das von Vermieter und Mieter abzielte.

Und zweitens, weil es möglicherweise in einer höheren Instanz noch geändert wird.

 Verlassen Sie sich nicht allein auf die Angaben in der Annonce

Aber nehmen wir das Urteil mal so hin wie es ist.

Die Kernaussage lautet vereinfacht: Im Mietvertrag gab es keine konkreten Angaben zur Wohnungsgröße. Was der Makler in der Anzeige schrieb, oder bei der Besichtigung erzählte, spielt keine Rolle. Der Mieter hat die einbehaltene Miete nachzuzahlen.

 Kein Freibrief für Makler

Wichtig hierbei ist, dass dies dem Mieter immer noch die Möglichkeit lässt, den Makler zu verklagen. Die Streitparteien in diesem Fall waren nämlich Mieter und Vermieter.


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Daher ist die Interpretation, dass Immobilienmakler lügen dürfen, unsinnig.

Man ist im Alltag geneigt, den Makler als Vertreter des Vermieters anzusehen, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt wer den Makler in den meisten Fällen bezahlt.

Aber Tatsache ist: Der Makler spricht nicht automatisch für den Vermieter. Macht der Makler falsche Angaben, liegt die Verantwortung hierfür zunächst bei ihm selbst. Außer wenn er die Informationen direkt vom Vermieter hat.

Ein guter „ehrlicher Makler“ tritt als Mittler zwischen den Parteien auf, nicht als Vertreter einer Seite.

 Was für Mieter wichtig ist

Achten Sie immer darauf, was genau im Mietvertrag steht.

Ist dort eine Quadratmeterangabe zu finden, so ist diese in praktisch jedem Fall rechtsverbindlich. Der Vermieter kann möglicherweise versuchen, sich auf Zahlendreher oder Messfehler zu berufen.

Aber die Rechtssprechung geht hier in eine ganz klare Richtung: Auf Mietverträge kann man sich verlassen.

 Papier ist geduldig, aber sinnvoll

Oftmals fragt man den Makler bei der Besichtung nach Punkten, die einem wirklich wichtig sind. Wenn sich dessen Angaben als unwahr herausstellen, ist die Beweisführung oft schwierig.

Daher sollten elementare Punkte stets schriftlich festgehalten werden. Hierbei gilt: Besichtigungsprotokolle sind gut, Mietverträge sind besser.

Wer so handelt, hat gute Chancen zu seinem Recht zu kommen.

 

 

Referenz:

Amtgericht Frankfurt

Aktenzeichen: 33 C 3082/12

8. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.