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Wohnungsnot in Deutschland – Ist die Warnung berechtigt?

In der vergangenen Woche hat der Deutsche Mieterbund vor einer neuen Wohnungsnot in Deutschland gewarnt. 250.000 Wohnungen fehlen in Deutschland.

Ist diese Warnung berechtigt?

Die Fakten, die für eine aufkommende Wohnungsnot sprechen:

  • Der Leerstand von Wohnungen in den begehrten Innenstadtlagen ist vielerorts unter die Umzugsreserve geschrumpft.
  • Der Neubau von Wohnungen, vor allem von Mietwohnungen, liegt seit Jahren unter dem Bedarf.
  • Bis zu 400.000 Wohnungen fehlen in Deutschland, sagen verschiedene Quellen; der Deutsche Mieterbund hat in seiner Pressekonferenz in der vergangenen Woche von 250.000 fehlenden Wohnungen gesprochen.
  • In vielen Großstädten steigen die Neuvertragsmieten; der IVD berichtet von Mietsteigerungen von 8% in Berlin, bundesweit von etwa 3%; der Mieterbund konstatiert Preissprünge von bis zu 10% in einem Jahr.
  • Der Zuzug in die Städte hält an. Viele Großstädte haben einen Zuwachs an Einwohnern und Haushalten.
  • Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Haushalte in Deutschland bis in das Jahr 2030 steigen wird.
  • Zum Semesterbeginn haben viele Studenten in den Uni-Städten keine Wohnung gefunden. Das Thema hat sogar politischen Widerhall gefunden, als Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer einen runden Tisch zur Knappheit bei Studentenwohnungen einberufen hat.

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Gibt es auch Argumente gegen eine aufkommende Wohnungsnot?

  • Der Leerstand in der Peripherie der Großstädte lässt die weitere Aufnahme von Wohnungssuchenden häufig zu.
  • Im Programm „Stadtumbau“ des Bundes sind in Ost und West in den vergangenen Jahren etwa 300.000 Wohnungen abgerissen worden.
  • Das Programm „Stadtumbau“ wird fortgeführt und weitere Wohnungen werden vom Markt genommen.
  • Die aktuellen Mietsteigerungen in vielen Großstädten kompensieren die Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre bei der Mietenentwicklung.
  • Bundesweit steigen die Mieten nur moderat.

Steuern wir also auf eine Wohnungsnot zu?

Die Frage werden wir an vielen Standorten sehr differenziert beantworten müssen. Folgende Trends zeichnen sich ab:

  1. Nicht jeder Wohnungssuchende findet an seinem Wunsch-Standort eine Wohnung.
  2. Vor allem in Groß-Städten und Ballungsräumen werden zu wenige Mietwohnungen gebaut.
  3. Die verstärkte Nachfrage nach Wohnungen konzentriert sich auf die Städte. Im ländlichen Raum steht der Wohnungsmarkt vor ganz anderen Schwierigkeiten.
  4. Wenn der Markt allein es richten soll (Regulierung durch Angebot und Nachfrage), dann wird der Trend zu steigenden Mieten im Neubau anhalten, weil die Kosten für Grundstück und den Neubau einfach keine Mieten von 5,- oder 6,- € je Quadratmeter zulassen.
  5. Wenn der Staat (Kommunen, Länder, Bund) es für erforderlich achten, mehr Wohnungen mit niedrigeren als den Marktmieten vorzuhalten, kann dies nicht den privaten Anbietern von Wohnungen allein aufgezwungen werden. Die Resultate der vergangenen Jahre im Wohnungsbau zeigen, dass dann nur in dem Segment neu gebaut wird, in dem auch kostendeckende Mieten zu erzielen sind.

Fazit zur Eingangsfrage: Ja, die Warnung vor einer neuen Wohnungsnot ist für die Großstädte berechtigt. Es werden zu wenige (Miet-)Wohnungen in Deutschland neu gebaut.

Nicht an jedem Standort in Deutschland entsteht eine neue Wohnungsnot. Großstädte, Ballungsräume, Studentenstädte sind an erster Stelle zu nennen.

Der Staat hat noch keine Antwort auf diese Entwicklung gefunden.

Wie sieht es bei Ihnen vor Ort aus? Ich freue mich auf Ihre Beispiele.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.