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Worauf Anleger bei einer Kapitalerhöhung achten müssen

Wenn Aktiengesellschaften ihre Eigenkapitalquote erhöhen, ihre Bonität gegenüber Banken verbessern oder dringend mit frischem Geld investieren wollen, können sie neue Aktien ausgeben und so eine Kapitalerhöhung durchführen.

Wegen der Tragweite müssen die Aktionäre mit Dreiviertelmehrheit zustimmen, was aber nicht garantiert ist. Die Commerzbank etwa scheiterte schon einmal an der Hürde und Heidelberger Druck konnte sie nur ganz knapp nehmen.

Kapitalverwässerung – Definition und Folgen

Hauptgrund war eine befürchtete Kapitalverwässerung, die per Definition bedeutet, dass der Wert einer Aktie durch die Kapitalerhöhung – also durch zusätzliche Aktien – verringert wird. Bei der Kapitalverwässerung wird der Definition zufolge somit durch die Ausgabe von Gratisaktien oder solche unter dem inneren Wert die Aktienanzahl erhöht. Dies geschieht etwa, um neue Anleger anzulocken.


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Auf der anderen Seite aber steigt der Unternehmenswert im Verhältnis weniger an, denn er verteilt sich auf die künftig größere Anzahl von Aktien – eine Verwässerung tritt ein. Unproblematisch ist diese jedoch, wenn die Altaktionäre ein Bezugsrecht haben. In dem Fall ist die Verwässerung zunächst reine Optik, wie folgendes Beispiel zeigt.

Ein Beispiel für rein optischen Effekt beim Bezugsrecht

Die  X-AG führt eine Kapitalerhöhung durch und bietet junge Aktien an, die deutlich unter dem Börsenkurs liegen. Auf zwei alte Aktien im Wert von jeweils 20 € kann eine junge Aktie für die Hälfte, also 10 € bezogen werden. In dem Fall werden aus den zwei Aktien, die zusammen 40 € wert sind, zuzüglich derjenigen zu 10 € drei Aktien im Gesamtwert von 50 €. Diesen Wert verkörpert dann die junge Aktie, wobei er natürlich durch 3 Aktien dividiert werden muss, was letztlich 16,57 € ergibt.

Da sich der Kurs von zuvor 20 € auf 16,57 € verringert, ergibt sich ein optischer Verwässerungseffekt. Der betrifft auch den Gewinn pro Aktie, weil er sich wegen des halbierten Kurses der jungen Aktien auf eine entsprechend 50 % größere Anzahl von Aktien verteilt. Allerdings werden die neuen Kapitalteile später ebenfalls Ergebnisbeiträge erwirtschaften.

Beim Anleger geschieht also Folgendes: Für eine junge Aktie bezahlt er 10 €. An zwei Altaktien wird ihm dabei jeweils das Bezugsrecht abgezogen, das einen Wert von 3,33 € hat, also ein Drittel von 10 €. Zwei der Bezugsrechte ergeben dann zusammen mit dem Preis von 10 € für die junge Aktie den Wert für die neue Aktie von 16,67 €.

Auf die künftige Mittelverwendung achten

Das Bezugsrecht gleicht also die Verwässerung der Aktienanlage aus, sie besteht nur dem Augenschein nach.  Ob nun durch die Kapitalerhöhung nicht doch eine negative Verwässerung eintritt, hängt im Weiteren von der Verwendung der neuen Geldmittel im Unternehmen ab. Erzielen sie mindestens die gleiche Rendite wie bisher oder sogar mehr, kommt es zu keiner Kapitalverwässerung.

Genau dies ist der Punkt, an dem Anleger mitdenken und entscheiden müssen: Wozu wird das frische Geld verwendet und wie steht es um die künftige Kapitalrentabilität? Bei den eingangs erwähnten Abstimmungen auf den Hauptversammlungen waren dies die Sorgen, die die Aktionäre zur Zurückhaltung veranlassten.

6. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.