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Working Capital Management gibt Anlegern Auskunft

Die Basis des Working Capital Managements ist die Kennzahl „Working Capital“, zu Deutsch „arbeitendes Kapital“. Privatanlegern verdeutlicht Working Capital, wie stabil ein Unternehmen finanziert worden ist.

Je besser bzw. höher der Wert des Working Capital, desto solider ist die Finanzierung und es droht kein Liquiditätsrisiko. Das bedeutet, die Firma muss sich nicht zwischendurch Gelder leihen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Insofern ist es für Anleger nützlich zu wissen, ob der Firma zusätzliche Kosten für Geldmittel entstehen. Umgekehrt bedeutet ein gutes Working Capital Management, dass das Unternehmen auch besser durch eine Krise kommt, als Konkurrenten mit Liquiditätsengpässen.

Hintergrund des Working Capital

Bei der Berechnung des Working Capital werden Lagerbestände, Forderungen und Verbindlichkeiten eines Unternehmens betrachtet. Oft fallen in diesem Zusammenhang neben Working Capital die Begriffe „Net Working Capital“ und „Gross Working Capital“.

Beim Gross Working Capital wird vom gesamte Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, Steuer- und sonstige Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten) abgezogen. Beim Net Working Capital werden hingegen zusätzlich zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten, die liquiden Mittel vom Umlaufvermögen abgezogen.

Working Capital Ratio

Wird das Working Capital durch das kurzfristige Umlaufvermögen geteilt, ergibt dies das Working Capital Ratio – auch bekannt als Liquiditätskoeffizient. Dabei sollte der Working Capital Ratio nicht nur positiv ausfallen, sondern auch idealerweise in einem Verhältnis von 2:1 sein. Ein zu hohes Working Capital Ratio sollte aber ebenfalls vermieden werden, weil dann meist zu wenig mit dem Kapital gearbeitet und investiert wird.


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Bei einem positiven Working Capital ist zumindest ein Teil des Umlaufvermögens langfristig finanziert, was zur Liquidität, Profitabilität und somit zur Sicherheit des Unternehmens beiträgt. Bei einem Working Capital Ratio gleich 0 oder negativ, kann davon ausgegangen werden, dass zumindest ein Teil des Anlagevermögens kurzfristig finanziert worden ist. Dem Unternehmen droht Illiquidität und dadurch zusätzlich Kosten.

Ziel von Working Capital Management

Gerade die Finanzkrise von 2008 und der damit verbundene verschlechterte Zugang zu Fremdkapital, hat aufgezeigt, wie wichtig für Unternehmen der Einsatz eines Working Capital Management ist. Dessen Aufgaben ist es gezielt Prozesse, die ein geringes Working Capital verursachen, zu erkennen und zu optimieren.

Dazu zählen im Einzelnen:

  • aktives Forderungsmanagement: z.B. anpassen der Zahlungskonditionen, effizientes Mahnwesen, Bonitätsprüfungen, beschleunigen des Rechnungs- und Zahlungsprozesses
  • optimieren der Lagerwirtschaft: z. B. durch just in time Produktion, Standardisierungen, strukturierte Lagerwirtschaft, Bedarfsprognosen
  • managen der Verbindlichkeiten, z.B. höhere Preisnachlässe, günstigere Zahlungskonditionen usw.

Der Cashflow soll durch schnelleren Kapitalzufluss und langsameren Kapitalabfluss optimiert werden. Dabei können oft bis zu 30% zu viel gebundenes Kapital frei gesetzt und für notwendige Investitionen im Unternehmen genutzt werden.

Working Capital Management für Anleger

Working Capital Management trägt nicht nur zur Liquidität und Profitabilität des Unternehmens bei, die Firmen werden insgesamt flexibler und effizienter. Das bedeutet für Anleger, es lohnt sich vor dem Kauf einer Aktie, einen Blick auf die Finanzierungsstruktur des Unternehmens zu werfen. Ist der Working Capital Ratio Wert 0 oder negativ, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Unternehmen kein Working Capital Management hat und eine Illiquidität möglich ist.

Bei einem Working Capital zwischen 0 und 2 sollte im Einzelfall die Finanzierungsstruktur des Unternehmens näher betrachtet werden. Eventuell sollten Privatanleger dessen Entwicklung auch über einen größeren Zeitraum hinweg vergleichen und beurteilen. Ist das Ratio dagegen größer als 2, könnte es sein, dass die Firma zu wenig investiert und somit Chancen ungenutzt bleiben.

Unternehmen mit einem Working Capital Ratio ca. 2 verfügen in der Regel über ein aktives Working Capital Management. Deshalb können Anleger auch von einer gesteigerten Profitabilität und Bonität ausgehen. Außerdem können Investoren erwarten, dass der Unternehmenswert dank dem Working Capital Management in Zukunft weiter zunimmt.

13. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.