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Yen-Abwertung – der Kampf gegen die Deflation

In den Zeiten von globalisierten Wirtschafts- und Finanzsystemen sollten Anleger auch immer die Geschehnisse im Ausland im Blick behalten. Gerade die Entwicklungen in ökonomisch starken Ländern wie Japan kann eine bedeutende Rolle spielen. Japan sollte auch deshalb besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden, weil es sich seit Jahrzehnten mit einer Ausnahmesituation konfrontiert wird – einer Deflation.

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Eine Deflation ist das Gegenteil einer Inflation, das allgemeine Preisniveau sinkt also. Die Wirtschaft hat mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen, Arbeitsplätze geraten in Gefahr und die Investitionen gehen zurück. Um einer solchen Deflationsspirale zu entgehen, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen und Ziele erreicht werden. Hierzu gehört in Japan auch die Abwertung des Yen.

Probleme eines starken Yen

Japans Wirtschaft ist stark von den Exporten abhängig. Ein starker Yen setzt die Wirtschaft deshalb unter Druck. Die in Japan produzierten Waren werden an den wichtigen Märkten der Welt teurer und entsprechend weniger nachgefragt. Auch fallen Gewinne im Ausland geringer aus, da sie durch den Rücktransfer ins Inland erheblich geschmälert werden.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, haben die Verantwortlichen in Japan zeitweise mit einer sehr lockeren Geldpolitik reagiert. Teilweise wurde diesbezüglich Kritik laut, da die Konsequenzen nicht nur in Japan spürbar sind.

Maßnahmen zur Yen-Abwertung

Das Ziel ist es, in Japan eine jährliche Inflation von 2% zu erreichen. Dies gilt als guter Mittelweg, bei dem die Wirtschaft wachsen kann, die Verbraucher konsumieren und die Geldentwertung nicht zu hoch ist. Dies soll in Japan über eine sehr lockere Geldpolitik erreicht werden. So kündigten die Währungshüter 2013 an, in rund 2 Jahren etwa 1,4 Billionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf pumpen zu wollen.

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Dies soll vor allem durch den Kauf von Staatsanleihen und börsengehandelten Fonds geschehen. Eine Abwertung des Yen soll bewirken, dass die Exporte steigen, die Wirtschaft wachsen kann, Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden können und damit auch der Konsum angekurbelt wird.

Allerdings werden die entsprechenden Maßnahmen im Ausland nicht immer mit Wohlwollen betrachtet. Mitunter ist sogar von einem Währungskrieg die Rede, da andere Nationen ihre Exporte bedroht sehen.

Die Folgen einer Yen-Abwertung

Für Japan gilt es, das richtige Maß zu finden. Eine übermäßig starke Abwertung der Währung kann insofern problematisch werden, als dass Importe teurer werden. Doch es geht auch um die Absatzzahlen auf den wichtigsten Märkten dieser Welt. Hier spielen vor allem Schwellenländer wie China, Russland oder Brasilien eine Rolle.

In diese Länder exportieren die großen Exportnationen einen großen Teil ihrer Waren. Eine Yen-Abwertung bedeutet deshalb auch: Wenn Japan mehr exportiert, können die Exporte von Deutschland oder den USA darunter leiden. Die Obama-Regierung merkte deshalb an, dass Japans Wirtschafts- und Geldpolitik auf Wachstum ausgerichtet sein müsse und nicht auf eine Verzerrung des Wettbewerbs durch eine künstliche Abwertung des Yen.

Einen Zwischenerfolg kann Japan im Jahr 2013 verbuchen: Die Exporte stiegen im Juli so stark an, wie in den vorherigen knapp 3 Jahren nicht. Durch ebenfalls gestiegene Importe gibt es jedoch trotzdem eine defizitäre Handelsbilanz. Damit bleibt die Situation in Japan weiterhin herausfordernd und interessant. Anleger sollten sie im Blick behalten, da Japan trotz aller Probleme eine große Rolle in der globalen Wirtschafts- und Finanzwelt spielt.

12. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.