Griechenland steht aktuell am Pranger der Wirtschaftsmedien im Euroraum.
Allein die gestrigen Verhandlungen sind alles andere als ein Meisterstück.
Denn:Das Land wird sich künftig weiter verschulden müssen, um die Schulden wenigstens halbwegs finanzieren zu können. Das „BIP“ (Bruttoinlandsprodukt) ist viel zu hoch, um die Verbindlichkeiten je abtragen zu können.
Damit wächst der Kapitalbedarf von Jahr zu Jahr.
Vorsicht: 163% Schuldenquote
In Zahlen: Die Griechen schulden ihren Gläubigern sage und schreibe 163% vom jährlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Volkswirte unterstellen, die maximale Schuldenquote dürfe bei ungefähr 90% liegen. Alles, was darüber kommt, bringt den Bankrott.
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist das Schicksal in Athen bereits besiegelt – um das Schuldenniveau tatsächlich zu sinken, müssten die Griechen damit etwa 180 Milliarden Euro Verbindlichkeiten direkt abtragen.
Der Staat ist weit davon entfernt, diese Summe auch nur als Kredit von der EZB zu erhalten.
Senkt Griechenland die Schulden aber nicht, steigen über den Zinseszinseffekt die Verbindlichkeiten automatisch. Daher sind die Verhandlungen, die derzeit laufen, eine Farce.
Ähnlich wird es sich in den anderen Krisenstaaten darstellen:
- Portugal hat eine „BIP“-Schuldenquote in Höhe von 102%.Die gesamte volkwirtschaftliche Leistung („BIP“) beträgt tatsächlich nur 173 Milliarden Euro. Auch nur 10% Zinsen hierauf bedeuteten, dass Portugal 17 Milliarden Euro nur an alten Zinsen stemmen muss.
- Spanien hat offiziell eine BIP-Schuldenquote in Höhe von 70%. Dies wird sich jedoch schnell verschieben, wenn das Desaster der spanischen Banken sichtbar wird. Dann greift der Staat ein - und wird die Schuldenquote hebeln müssen.
- Dazu diese Information: Spanische Banken haben eine Verschuldung in Höhe von 328 Mllliarden Euro, das ist fast noch einmal die Hälfte der Staatsschulden.
- Die Euro-Zone insgesamt hat eine BIP-Schuldenquote in Höhe von 88%. Dies entspricht in der Summe einem Betrag von 8,3 Billionen Euro. Wenn Sie die Zinslast darauf ausrechnen, landen Sie bei einer Summe von mindestens 400 Milliarden Euro – fast soviel, wie der gesamte Rettungsschirm verschlingt.
GeVestor meint: Vorsicht also bitte, wenn die Medien bald vorschnell von einer Rettung Griechenlands oder dergleichen melden. Die Zahlen über das BIP sind schlecht. Rein rechnerisch ist außer einem Schuldenschnitt nicht mehr viel zu machen. Das heißt: investieren Sie weiter beschleunigt in Sachwerte.
Aktien wie von Nestle bieten sich an, die nächsten Stürme an den Finanzmärkten zu überstehen. Wer weitere Sachwerte sucht, wird auch mit größeren Unternehmen aus Deutschland langfristig richtig liegen: Münchener Rück etwa wird sich dem Strudel entreißen können. Denn:
Rückversicherer können im Nachhinein ihre Prämien neu regeln, wenn die Margen wie 2011 aufgrund von Unglücksfällen sinken.
Münchener Rück wird daher wie - international - Berkshire Hathaway ("Versicherungs"konzern von Warren Buffett) auch in der Krise beste Geschäfte machen.


