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Zahlungsbereitschaft und Marktpreis – so entsteht Mehrwert für Kunden

Aktienanleger sind es gewohnt, sich mit Begriffen wie Kosten und Gewinn zu beschäftigen. Einerseits was die Unternehmen angeht, in die investiert wird. Andererseits auch was die eigene Investition betrifft. Letztlich geht es um Kosteneinsatz und Nutzen.

Konsumentenrente: Definition und Abgrenzung

In der Ökonomie gibt es für dieses Verhältnis auf grundlegender Ebene eigene Begriffe wie Konsumentenrente und Produzentenrente. Die Konsumentenrente ist per Definition die Differenz zwischen der Zahlungsbereitschaft eines Verbrauchers und dem tatsächlichen Preis, den er bezahlt. Die Produzentenrente wiederum ist die Differenz zwischen Herstellungskosten und Marktpreis.

Sowohl bei der Produzenten- als auch bei der Konsumentenrente liegt der Definition folgender Gedanke zugrunde: Wie lassen sich Vorteile, die auf den Märkten erzielt werden, darstellen? Volkswirtschaftliche betrachtet geht es um die Wohlfahrt, die dadurch entsteht. Im Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot wird beim jeweils entstehenden Vorteil bzw. Nutzen von der Rente gesprochen.

Was sind Käufer bereit auszugeben

In Bezug auf die Konsumentenrente zeigt die Nachfrage wie stark sie bei einem bestimmten Preis ist. In ihr zeigt sich die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Käufer: Zu welchem Preis sind sie also bereit, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kaufen?

Diese Bereitschaft hängt von der subjektiven Bewertung ab. Wem das Produkt wertvoll erscheint, der wird bereit sein, mehr zu zahlen und umgekehrt. Und an dieser Stelle entscheidet der Preis, den der Kunde gerade noch zu zahlen bereit ist.

Bewertet er das Produkt sehr hoch und zahlt er, so entsteht im eine Rente. Der Kosteneinsatz passt zum Nutzen. Ist der verlangte Preis niedriger, so ist entsprechend seine Rente höher – die Konsumentenrente.

Konsumentenrente: ein Praxisbeispiel

Wenn beispielsweise Herr Müller und Herr Meier ein bestimmtes Smartphone kaufen wollen und ins Geschäft gehen, haben sie verschiedene Vorstellungen, was sie dafür ausgeben wollen. Herr Müller ist begeistert und bereit, 400 € zu bezahlen.

Herr Meier will 380 € ausgeben. Im Laden finden sie ein Angebot für 350 € und greifen zu. Jeder ist zufrieden, denn jeder von beiden hat eine Konsumentenrente erzielt: Herr Müller eine Rente von 50 €, Herr Meier eine von 30 €.

Volkswirtschaftlich betrachtet beträgt die gesamte Konsumentenrente 80 €. Der Marktpreis lag unter der Erwartung und damit unter dem Niveau der Nachfrage.

Produzentenrente auf der Gegenseite

Auf der anderen Seite kann auch beim Händler eine Rente entstanden sein – die Produzentenrente. Die kommt zustande, wenn der erzielte Marktpreis über den Herstellungs- bzw. Einkaufskosten liegt. Auch beim Händler geht es um den gerade noch akzeptablen Verkaufspreis. Der markiert die Untergrenze, um mit einem Mindesterlös in der Preiskalkulation wenigstens kostendeckend zu arbeiten.

Liegt dieser gerade noch akzeptable Verkaufspreis etwa bei 250 €, so hat er eine Produzentenrente von 100 € erzielt, weil er das gefragte Smartphone für 350 € verkaufen konnte. Weil seine Rente aufgrund der Kaufbereitschaft der Kunden 100 € über seinem Mindesterlös liegt, hat er sozusagen einen Extra-Gewinn erwirtschaftet, und zwar ohne zusätzliche Leistung. Somit sind sowohl eine Produzenten-, als auch eine Konsumentenrente entstanden.

Rente als Einkommen ohne aktuelle Gegenleistung

Eine Rente ist übrigens generell als Einkommen ohne aktuelle Gegenleistung definiert. Sie kann beispielsweise auch aus einer Geldanlage entstehen. Was zählt, ist allein der Marktpreis, also Zinsen sowie sonstige Erträge oder Kursgewinne.

Zur Einordnung: Die beiden Begriffe Produzenten- und Konsumentenrente gehen auf den britischen Nationalökonom Alfred Marshall zurück und haben einen festen Platz in der Theorie von Angebot und Nachfrage bzw. Grenznutzen.

Die wiederum ist Bestandteil der Wohlfahrtsökonomie, einem Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Zentral geht es um den optimalen Einsatz knapper Ressourcen zur Maximierung des Wohlstands.

18. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.