von Felix Gode

Zertifikate als Depotbeimischung II

Zertifikate als Depotbeimischung II

In der gestrigen Ausgabe habe ich Ihnen die Notwendigkeit der Derivate zur Depotbeimischung dargelegt. Als besonderes Merkmal sehe ich hier die Möglichkeit, von nahezu jeder Börsenphase zu profitieren, wohingegen ein Aktieninvestment nur bei steigenden Kursen einen Gewinn abwirft. Eine gute Eignung hierfür sehe ich bei den Zertifikaten, die ja rechtlich das Wesen einer Inhaberschuldverschreibung (also wie bei einer Anleihe) haben und die Möglichkeit bieten, überproportional an der Marktentwicklung zu partizipieren. Hierfür gibt es verschiedene Formen:
Knock-out-Zertifikate
Ich bin ich der Meinung, dass man neuartige und komplizierte Zertifikate-Konstruktionen nicht benötigt, da diese in der Regel nicht zum gewünschten Erfolg führen. Die einfachsten Zertifikate sind die besten, denn wenn ich mich erst stundenlang damit beschäftigen muss, wie ein Produkt funktioniert, habe ich weniger Zeit, mich um den Basiswert zu kümmern und diesen richtig einzuschätzen.
Neben den herkömmlichen Optionsscheinen hat sich inzwischen eine neue Generation von Hebel-Produkten etabliert, die sogar noch einen Hauch spekulativer sind:  die Knock-out-Produkte. Sie finden diese unter Namen wie Turbo, Turbo Bull/Bear oder auch Wave.
Der Unterschied zu Optionsscheinen: Diese Derivate besitzen eine Knock-out-Schwelle, die sich in der Nähe des Basispreises befindet. Wird diese Schwelle durch den Basiswert berührt oder durchschritten, tritt sofort der Knock-out ein. Das bedeutet für Sie, dass der Schein sofort wertlos verfällt oder bestenfalls ein Restbetrag ausbezahlt wird. Knock-out-Produkte haben gegenüber den klassischen Optionsscheinen einige Vorteile. So hat die Volatilität kaum einen Einfluss auf den Preis, der damit einfacher zu kalkulieren wird. Zugleich ist der über die Laufzeit hin konstante Hebel oft höher und damit die Chance auch größer.
Falls Sie über mehrere Wochen oder Monate in Knock-out-Produkte investieren wollen, wählen Sie – wie ich es auch bei meinen Empfehlungen mache – ein Produkt aus, bei dem die Knock-out-Schwelle weit vom aktuellen Kurs entfernt ist. So erhöhen Sie Ihre Sicherheit enorm.
Andere Zertifikate-Klassen

Andere Zertifikate-Klassen (etwa Discount- und Bonuszertifikate) sind meines Erachtens nur selten von Belang. Vor allem in Marktphasen mit einer starken Schwankungsbreite erscheinen solche Sonderkonstruktionen wenig sinnvoll. Wenn ein klarer Trend vorliegt, können Sie auch in die „Vollen“ gehen und mit Hebelzertifikaten oder Optionsscheinen agieren.
Auch das Argument, dass solche Produkte in Seitwärtsphasen attraktiv sein können, lehne ich ab. Denn selbst wenn die Märkte tatsächlich seitwärts laufen, gibt es immer Basiswerte, die einen klaren Trend in eine Richtung verfolgen. Nach oben oder unten ist egal, mit Hebelpapieren können Sie ja auf beides setzen.
Nochmals: Entscheidend ist und bleibt die richtige Auswahl des Basiswertes. Ein Optionsschein oder Knock-out-Zertifikat kann noch so gut ausgewählt sein: Wenn der Basiswert nicht die erwartete Richtung einschlägt, wird der entsprechende Schein an Wert verlieren!
Viel Spaß und Erfolg mit Ihren Anlageentscheidungen und ein schönes Wochenende!
PS: Haben Sie genug von schwachen Aktien-Märkten? Dann steigen Sie jetzt um. Was hier kommt, ist besser. Ab sofort können Sie Aktiengewinne ver-3-fachen, ver-5-fachen oder sogar ver-10-fachen. Und selbst mit fallenden Aktien-Kursen Gewinne in Ihr Depot holen.

 
 

Autor:

Felix Gode

Seit 2003 arbeitet Felix Gode als Finanzanalyst bei dem Augsburger Researchhaus GBC AG. Dort umfassen seine Aufgabenbereiche vor allem Unternehmensbewertung und Unternehmensanalyse von deutschen Nebenwerten (Small Caps und Mid Caps).