Zertifikate: So profitieren Anleger von den Deals der Insider

Insider wissen, was in ihrem eigenen Laden los ist. Das gilt natürlich auch für Aktiengesellschaften. Als Insider gelten bei diesen beispielsweise Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder. Was sie von anderen unterscheidet: Ihre Geschäfte mit den Aktien der eigenen Gesellschaft müssen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet werden. Und diese wiederum publiziert danach die Aktienkäufe oder –verkäufe als sogenannte Director’s Dealings.

Auf Grundlage der gemeldeten Daten geben Emittenten wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank Indexzertifikate heraus. Dabei werden die DAX-Werte zusammengefasst, bei denen legale Transaktionen von Insidern mit den höchsten Kaufvolumina gemeldet wurden. Wenn solche Zertifikate unter Berücksichtigung der Kosten besser als der Index performen, sind sie auch für Privatanleger sinnvoll.

Insiderzertifikat: Welche kommen für Anleger in Frage?

In der Vergangenheit haben sich die Handelsaktivitäten der jeweiligen Unternehmensleitung als recht zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der entsprechenden Aktien erwiesen. Beispielsweise kann nach Ansicht von Finanzmarktexperten eine gezielte Nachbildung der im Fokus stehenden Insidertransaktionen zu einer deutlich höheren Rendite im Vergleich zum deutschen Leitindex DAX führen.


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Ein relativ beliebtes Insiderzertifikat ist das Open-End-Insiderzertifikat der Commerzbank. Das Finanzprodukt basiert auf einem besonderen Insider-Index und soll die Entwicklung des DAX langfristig schlagen. Allerdings gelingt das dem Commerzbank-Zertifikat nicht immer. Auf Sicht von 12 Monaten (Stand: September 2017) hinkt es mit plus 17,41 % knapp hinter dem deutschen Blue Chip-Barometer mit plus 20,06 % hinterher.

Auch über einen Zeitraum von 5 Jahren überzeugt die Entwicklung des Open-End-Insiderzertifikat der Commerzbank (plus 76,61 % – DAX: 70,55 %) nicht wirklich. Denn beim Finanzprodukt wird darüber hinaus auch noch eine Erfolgsbeteiligung von 10 % des monatlichen Renditevorsprungs gegenüber dem DAX abgezogen.

Beim Index-Zertifikat auf Solactive Insider Index der Deutschen Bank sieht es ganz ähnlich aus. Das Produkt umfasst aktuell 14 Unternehmen. Hierzu zählen etwa Adidas, die Deutsche Telekom oder Axel Springer. Anleger verteilen ihr Geld wegen der größeren Anzahl der Indexmitglieder auf mehr Titel als beim Commerzbank-Papier. Das Insiderzertifikat der Deutschen Bank weist eine Performance auf Sicht eines Jahres von 23,14 % auf. Dabei muss allerdings noch eine Managementgebühr von 1,5 % berücksichtigt werden.

Alternativen zu Insiderzertifikaten oft sinnvoller

Insiderzertifikate auf den DAX schlagen den Index meist nicht – und wenn, dann nur knapp. Empfehlenswerter scheinen da sehr gute aktiv gemangte Aktienfonds zu sein, die den Index der deutschen Standardwerte auch über längere Zeiträume deutlich schlagen. DAX-ETFs bieten sich ebenfalls an, da diese die Performance des Index nachbilden. ETFs überzeugen vor allem mit ihrer niedrigen Kostenstruktur.

25. September 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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