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ZEW-Index: Was Ihnen der Frühindikator über die wirtschaftliche Lage verrät

Der ZEW-Index ist ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage in Deutschland, den auch der Privatanleger für sich nutzen kann.

Was der ZEW-Index aussagt

Der ZEW-Index ist ein konjunkturpolitischer Frühindikator, der die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland innerhalb von 6 Monaten wiedergibt. Frühindikatoren für die Konjunkturlage spielen an den Finanzmärkten eine wichtige Rolle

Dabei werden Finanzanalysten von Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen befragt. Die höchste Prognosequalität erzielt der ZEW-Index bei einem 6-Monats-Zeitraum. Historische Datenreihen zeigen, dass er auch die Finanzkrise 2008 richtig prognostiziert hat.

Ein Privatanleger kann beispielsweise seine Anlageentscheidungen danach ausrichten, wie die bei der monatlichen Ermittlung des ZEW-Indizes befragten Finanzanalysten die weitere Entwicklung der Aktienkurse beurteilen.

Sind die Einschätzungen vorwiegend positiv, kann der Privatanleger dies beispielsweise als Kaufsignal werten. Wenn Analysten und institutionelle Anleger nämlich ein Ansteigen der Aktienkurse erwarten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dies auch passiert.

Der ZEW-Index wird seit 1991 vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)  in Mannheim ermittelt, einem gemeinnützigen Forschungsinstitut, das sich in der Spitzengruppe der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung in Deutschland etabliert hat.

ZEW-Index: Wie er ermittelt wird

Zur Ermittlung des ZEW-Indizes werden rund 350 Finanzanalysten von Banken, Versicherungen und ausgewählten Industrieunternehmen nach ihren mittelfristigen Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung befragt.

Dabei werden nicht nur ihre Einschätzungen der Konjunktur, der Inflationsrate und der kurz- und langfristigen Zinsen abgefragt. Auch ihre Prognosen bezüglich Aktienkurse, Wechselkursen von für den Euro wichtigen Währungen, der Rohstoffpreise und der Entwicklung von Schlüsselbranchen sind von Bedeutung.

Dabei können die Befragten angeben, ob sie glauben, dass sich die einbezogenen volkswirtschaftlichen Variablen erhöhen bzw. verbessern, gleich bleiben oder sich verschlechtern bzw. reduzieren.

Der ZEW-Index ergibt sich dann als Differenz der prozentualen positiven und negativen Antworten der Umfrageteilnehmer auf die Frage nach der Konjunkturentwicklung in 6 Monaten. Der Anteil derjenigen, die mit keiner Veränderung der Konjunktur rechnen, spielt dabei keine Rolle.

Beispiel: Sind 30% der Umfrageteilnehmer der Meinung, die wirtschaftliche Lage wird sich verbessern, und 40% sind der Ansicht, sie wird sich verschlechtern, ergibt sich eine Differenz der Konjunkturerwartungen von -10.

Der langfristige Mittelwert für die Konjunkturerwartungen liegt bei 24,4. In der Finanzkrise 2008 lag der ZEW-Index dagegen bei durchschnittlich -47,5, während er 2013 bei durchschnittlich 44,7 lag, also weit über dem langfristigen Durchschnitt.

Welche Rolle spielen konjunkturpolitische Frühindikatoren?

Konjunkturpolitische Frühindikatoren haben sowohl auf die Zinsentwicklung als auch auf die Aktien- und Wechselkurse einen erheblichen Einfluss, indem sie die Erwartungen der Marktteilnehmer mitbestimmen.

Da die Veröffentlichung der tatsächlichen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt eines Landes nur mit erheblicher Zeitverzögerung geschieht, wird Frühindikatoren auf den Kapitalmärkten viel Beachtung geschenkt.

Untersuchungen zeigen, dass Frühindikatoren tatsächlich einen wesentlichen Beitrag zur Vorhersage der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Dabei ist der ZEW-Index einer der wichtigsten konjunkturpolitischen Frühindikatoren in Deutschland, den auch Sie als Privatanleger für sich nutzen können.

So können Sie den ZEW-Index als Orientierungshilfe für Ihre Anlageentscheidungen bezüglich Zinsen, Wechselkurse und Börsenindizes nutzen. Details der ZEW-Befragung finden Sie auf dem jeweils aktuellen Ergebnisblatt des ZEW.

Allerdings kann der ZEW-Index bei Anlageentscheidungen nur erste Anhaltspunkte liefern, die durch weitere Informationen abzusichern und zu ergänzen sind.

14. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.