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Zinsabschlagsteuer: Kapitalertragsteuer in besonderer Form

Die Zinsabschlagsteuer ist eine spezielle Form der Kapitalertragsteuer und wurde im Jahr 2009 durch die sogenannte Abgeltungssteuer ersetzt. Prinzipiell unterliegen Kapitalerträge in Deutschland der Einkommensteuer. Dies gilt auch für die meisten anderen europäischen Staaten.

Steuern: Klarheit im Begriffsdschungel

Die Kapitalertragsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer und Körperschaftsteuer. Sie wird bei der Steuerveranlagung ähnlich einer Steuervorauszahlung behandelt und ist eine Quellensteuer.

Um den Steueranspruch zu sichern, werden Kapitalerträge direkt an der Quelle – also meist vom Kreditinstitut – einbehalten und an den Fiskus weitergeleitet.  Auch Dividenden zählen als Kapitalertrag. Für den Fall, dass die Kapitalertragsteuer Privatanleger betrifft, gibt es seit 2009 die Abgeltungssteuer, die die vorherige Zinsabschlagsteuer ersetzt.

Die Zinsabschlagsteuer wurde im Jahr 1993 eingeführt und bewirkte, dass Kreditinstitute bis zum Jahr 2009 30% Steuern auf Kontoguthaben und 35% Steuern auf Tafelgeschäfte direkt an das zuständige Finanzamt abführten. Dieser Abschlag wurde bei der Einkommensteuererklärung wie eine Vorauszahlung behandelt und verrechnet.

Seit 2009 die Abgeltungssteuer für die Zinsabschlagsteuer eingeführt wurde, kann dieser Abschlag in der Steuererklärung nicht mehr geltend gemacht werden. Die Höhe der Steuer liegt seitdem bei pauschal 25% und wird ebenfalls direkt vom Kreditinstitut an die Finanzämter abgeführt. Im neuen Steuergesetz zur Abgeltungssteuer wird nicht mehr zwischen Kontoguthaben und Tafelgeschäften unterschieden.

Die Änderung der Zinsabschlagsteuer im Rahmen der Kapitalertragsteuer wurde im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland beschlossen und trat zum 1.1.2009 in Kraft.

Freibeträge bei der Abgeltungssteuer

Kapitalerträge müssen erst ab einem bestimmten Betrag versteuert werden. Dieser sogenannte Sparerpauschbetrag liegt für Einzelpersonen bei 801 € und für Eheleute bei 1.602 €. Liegt der Ertrag der Zinsen unter diesen Beträgen, müssen keine Steuern auf Kapitalerträge gezahlt werden.

Sparer sollten nicht vergessen, ihren Freistellungsauftrag zu beantragen, falls ihre Erträge über den aufgeführten Beträgen liegen sollten. Eheleute müssen diesen Antrag stets gemeinsam stellen, für Kinder beziehungsweise Minderjährige müssen beide Elternteile den Antrag unterschreiben.

Welche Abgaben noch auf Anleger zukommen

Sowohl aktuell auf die Abgeltungssteuer als auch damals auf die Zinsabschlagsteuer wird im Rahmen der Kapitalertragsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5% erhoben. Hinzu kommt noch die Kirchensteuer von 8 oder 9% (je nach Bundesland), wenn der Sparer einer Konzession angehört.

Alle Formen der Kapitalertragsteuer fließen Bund und Ländern zu. Selbst wenn Kapitalerträge wie im Fall von Privatdarlehen nicht der Kapitalertragsteuer unterliegen, müssen sie trotzdem in der Einkommensteuererklärung aufgeführt werden. Sie werden dann nachträglich versteuert.

26. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.