Zinsen steigen mäßig

Inflation in der Eurozone

Zinsen steigen mäßig weltweit

Die Zinsen werden in den kommenden Quartalen steigen. Dafür sorgt nicht nur der beschleunigte Preisauftrieb, sondern auch die wachsende Nervosität an den Bondmärkten.

Die Inflationserwartungen seien die zentrale Größe, die es zu beobachten gelte, sagte Ben Bernanke am Mittwoch in seiner viel beachteten ersten Pressekonferenz. Diese Erwartungen sind in jüngster Zeit bekanntlich gestiegen. Dazu trug am Mittwoch auch das Statistische Bundesamt bei, als es die harmonisierte Inflationsrate – die für EU-Zwecke berechnet wird – für den April mit 2,6% bezifferte.

Das ist ein Anstieg von 0,3 Prozentpunkten binnen Monatsfrist. Damit etabliert sich ganz deutlich ein Inflationstrend oberhalb der Schmerzgrenze, die die Europäische Zentralbank bei 2% definiert hat. Die EZB hat ja bereits vor drei Wochen den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% angehoben und ihre Bereitschaft versichert, dem wachsenden Preisdruck weiterhin entgegen zu wirken.

Zahlen zur Euroinflation am Freitag

Die Europäische Union wird am Freitag die jüngste Teuerungsrate berichten, Ökonomen erwarten einen Anstieg auf 2,7% im April, von 2,6% im März. Der wachsende Preisdruck setzt die Notenbanken zunehmend unter Zugzwang. Mit Blick auf die EZB rechnen Investoren und Anleger im laufenden Jahr noch mit zwei weiteren Zinsschritten. Bei der Fed hat Ben Bernanke weitere Schritte am Mittwoch offen gelassen und von “der Lage” abhängig gemacht.

In diesem Umfeld ist eine Zinsprognose sehr hilfreich. Unsere Grafik illustriert die Vorhersage, die vor wenigen Tagen die Citigroup bis ins dritte Quartal 2012 wagte. Stimmt dieser Blick in die Kristallkugel, dann werden die Zinsen stetig nach oben gehen, aber nicht so schnell, dass Börsianer nervös werden müssen.

Negative Überraschungen drohen

Die Frage ist natürlich, ob die Citi-Prognose nicht etwas konservativ ausgefallen ist. Die Überraschungen werden in den kommenden Monaten bei den Zinsen jedenfalls nach oben stattfinden. Für den Bondmarkt heißt das: Äußerste Vorsicht. Für Europa könnte es weiter steigende Wechselkurse für den Euro bedeuten, was der Exportwirtschaft schadet und sicher für Nervosität sorgen wird, zumal die Störung globaler Lieferketten durch Japan schon auf der Kostenseite für Unruhe sorgt.