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Zinsloses Privatdarlehen: Wieso der Fiskus an Ihnen verdient

So ein zinsloses Privatdarlehen mag für die Lieben, denen Sie es gewähren ein Segen sein, doch müssen Sie Acht geben.

Denn so komfortabel es sein mag, die Bank zu umgehen und keine teuren Zinsen zu zahlen – der Fiskus hält dabei häufig die Hand auf.

Und verlangt Schenkungssteuer.

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Zinsbetrag muss versteuert werden

„Geschenkt“ ist dabei nicht der Darlehensbetrag. Wohl aber die Zinsen, die dem Darlehensgeber entgehen.

Für diese Zinsen wird ein fiktiver Zinssatz von 5,5 % pro Jahr angesetzt. Er wird multipliziert mit der Laufzeit des Darlehens. Auf diese Weise wird der Wert der Schenkung ermittelt.

Liegt sie über dem Freibetrag des „Beschenkten“ – also des Darlehensnehmers, muss er sie versteuern.

Mehr dazu: Grunderwerbssteuer auch bei Schenkung von Immobilien?

Ein Beispiel: Bei Geschwistern liegt der steuerliche Freibetrag bei 20.000 €. Angenommen ein Bruder gewährt seiner Schwester ein zinsloses Darlehen über 150.000 €.

Die beiden vereinbaren eine Laufzeit von 10 Jahren. Dann beträgt der fiktive jährliche Zinsbetrag 8.250 €.

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Für 10 Jahre Laufzeit kommen damit 82.500 € zusammen. Davon müssen 62.000 € versteuert werden, und zwar mit dem Steuersatz, der für die Steuerklasse II (Geschwister) gilt.

15 % verlangt der Fiskus hier, und das sind immerhin 9.375 €, die der Staat für sich beansprucht.

Geld wird sofort fällig

Und noch eine Tücke gibt es in diesem Fall: Das Geld wird nicht etwa gestreckt über die Laufzeit von 10 Jahren. Sondern es wird sofort bei Gewährung des Darlehens fällig.

Also Vorsicht: Ein zinsloses Privatdarlehen ist ganz klar eine Steuerfalle. Kein Problem ist das allerdings, wenn der fiktive Zinsbetrag unter den Steuerfreibetrag fällt. Bei den eigenen Kindern ist er höher, nämlich 400.000 €.

Ein unverzinstes Darlehen in gleicher Höhe an den eigenen Sohn oder die eigene Tochter wäre somit kein Problem.

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

Vererben oder schenken – den Steuersätzen ist das egal. Für unentgeltlich übertragene Immobilien müssen Sie entweder Schenkungssteuer oder Erbschaftsteuer zahlen.

Und zwar denselben Betrag. Denn es gelten dieselben Steuersätze und Freibeträge.

Gewusst wie – rechtzeitig Vermögen übertragen hilft Steuern sparen

Fünf Millionen Euro haben oder nicht haben ist ein Unterschied.

Wer im Alter von 50 Jahren beginnt, im Rhythmus von 10 Jahren Teile des Vermögens seinen Kindern zu schenken, kann bei den geltenden Vorschriften ein Volumen von über fünf Millionen Euro steuerfrei übertragen.

Und spart so die Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer. Den Freibeträgen sei dank.

Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer: Der Freibetrag

Die persönlichen Freibeträge gelten für Schenkungen und Erbfälle.

Innerhalb von 10 Jahren kann das Finanzamt diesen Freibetrag zur Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs nur einmal – für ein und dieselbe Person – abziehen.

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer: Die Steuerklasse

Die Höhe der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer hängt von der Steuerklasse ab.

Denn der persönliche Freibetrag, der vom unentgeltlichen Erwerb abgezogen werden kann, richtet sich nach der Steuerklasse.

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer: Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei

Nicht jedes Geschenk müssen Sie versteuern.

Denn die üblichen Gelegenheitsgeschenke sind befreit von der Schenkungsteuer und interessieren das Finanzamt nicht.

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer: Den „richtigen“ Personen schenken

Bei Vermögensübertragungen in der Familie wird häufig der Fehler gemacht, dass der Schenker „gerecht verteilen“ will.

Um unter dem Strich möglichst wenig Steuern zu zahlen, sollten Sie vor der Schenkung prüfen, wie Sie die unterschiedlich hohen Freibeträge der Schenkungssteuer optimal ausnutzen können.

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer: Schenkungsteuer schenken

Mit einem kleinen Trick können Sie bei jeder Schenkung Schenkungssteuer sparen.

Denn das Finanzamt verzichtet auf einen Teil der Schenkungssteuer, wenn dem Beschenkten zusätzlich auch die Schenkungssteuer geschenkt wird.

Behalten Sie dies für ein zinsloses Privatdarlehen im Kopf.

15. Juli 2010

Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".