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Zugang des Kündigungsschreibens erforderlich

Es ist daher von höchster Bedeutung, wann genau Sie die Kündigung erhalten.

Rechtstechnisch spricht man vom Zugang der Kündigung.

Ihr Mieter wird Ihnen die Kündigung in der Regel nicht persönlich übergeben. Die Kündigung sollte daher derart in Ihren Machtbereich gelangen, dass Sie unter normalen Umständen die Möglichkeit der Kenntnisnahme haben.

Erst dann ist die Kündigung zugegangen.

Für den Zugang einer Kündigung ist es nicht erforderlich, dass Sie diese tatsächlich lesen. Andererseits reicht es aber nicht aus, wenn Ihr Mieter Ihnen das Schreiben zu nächtlicher Stunde in den Briefkasten einwirft. Dann ist das Schreiben  in Ihren Machtbereich gelangt.

Aber da Sie zu nächtlicher Stunde unter normalen Umständen nicht in Ihren Briefkasten sehen, fehlt es an der Möglichkeit zur Kenntnisnahme.

Benachrichtigung vom Einschreiben ist noch kein Zugang

Aufgrund der einzuhaltenden Kündigungsfrist ist es für Ihren Mieter nicht nur besonders wichtig, dass Ihnen das Schreiben rechtzeitig zugeht, er muss den rechtzeitigen Zugang auch nachweisen können.

Daher schicken Mieter ihre Kündigungsschreiben in der Regel als Übergabeeinschreiben oder Einschreiben mit Rückschein.

Trifft der Postbote Sie dann zu Hause nicht an, erhalten Sie eine Benachrichtigung über das Schreiben, mit der Sie dieses bei der Post abholen können.


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Das Kündigungsschreiben selbst befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Ihrem Machtbereich. Daher ist es dann auch noch nicht zugegangen.

Empfänger muss das Schreiben aber unverzüglich abholen

Wenn Sie aber die Benachrichtigung des Einschreibens in Ihrem Briefkasten vorfinden, dürfen Sie nicht zu lange mit der Abholung warten.

Es kann dann nämlich durchaus sein, dass die Kündigung, die Sie tatsächlich verspätet erhalten, als fristgerecht zugegangen gilt. So hat es z. B. das Landgericht Lüneburg entschieden (LG Lüneburg, Urteil v. 29.10.08, Az. 6 S 96/08).

Im entschiedenen Fall kündigten die Mieter am 28.08.2008 per Einschreiben ihre Wohnung zu Ende November. Da der Vermieter nicht anwesend war, warf der Postbote ihm einen Benachrichtigungszettel in den Briefkasten.

Der Vermieter holte das Schreiben erst am 12.09.2008 ab, obwohl er auch vorher Zeit dazu gehabt hätte.

Der Vermieter ging davon aus, das Mietverhältnis sei erst zum 31.12.2008 beendet, da ihm das Kündigungsschreiben erst mit Abholung am 12.09.2008 zugegangen sei.

Das sah das LG Lüneburg anders. Ein Einschreiben werde als zugegangen betrachtet, wenn der Empfänger es trotz ordnungsgemäßer Benachrichtigung auch am zweiten Werktag danach „aus Schlamperei“ nicht abgeholt habe.

Einige Gerichte begründen dies damit, dass die Empfänger des Schreibens es in der Hand hätten, die Kündigungsfrist künstlich in die Länge zu ziehen.

Da es hier noch keine höchstrichterliche Rechtsprechung gibt: Seien Sie lieber vorsichtig und holen Sie ein Einschreiben innerhalb von 2 Tagen bei der Post ab.

Bei späterer Abholung weisen Sie Ihrem Mieter im Zweifel nach, dass Sie es nicht früher besorgen konnten. Gelingt Ihnen das nicht, berechnen Sie die kürzere Kündigungsfrist.

Kündigung besser per Boten zustellen

Die hier dargelegten Grundsätze gelten selbstverständlich auch, wenn Sie Ihrem Mieter per Einschreiben kündigen.

Verlassen Sie sich hier aber nicht auf die Rechtsprechung des LG Lüneburg.

Es kann Ihnen durchaus passieren, dass Ihr Mieter den Zugang des Schreibens vereitelt und das zuständige Gericht dies für rechtens erklärt.

Stellen Sie Ihre Kündigung daher besser per Boten zu – so stellen Sie den rechtzeitigen Zugang und dessen Nachweis sicher.

Das passiert, wenn Sie Ihr Einschreiben nicht oder erst verspätet abholen

Möchte Ihr Mieter das Mietverhältnis kündigen, hat er die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten einzuhalten.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht bei dieser Kündigungsfrist eine Karenzzeit von 3 Werktagen vor, indem es formuliert: „die Kündigung ist spätestens am 3. Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig.“

Das bedeutet, wenn Sie am 03.02.2010 ein Kündigungsschreiben von Ihrem Mieter erhalten, endet das Mietverhältnis am 30.04.2010.

Erhalten Sie die Kündigung einen Tag später, also am 04.02.2010, endet das Mietverhältnis erst am 31.05.2010.

Damit hat Ihr Mieter Ihnen noch einen Monat länger die Miete zu zahlen.

16. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.