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Zulieferer: Die wahre Macht hinter den Autokonzernen

Es ist der Traum vieler Deutscher: Endlich steht der Neuwagen in der eigenen Einfahrt, neidische Blicke der Nachbarn inklusive. Die Sonne spiegelt sich im blankpolierten Lack des neuen Volkswagen, des BMWs oder des Mercedes-Benz. Markennamen, die inzwischen jedoch gar nicht mehr aufzeigen, was eigentlich wirklich unter dem Blechkleid steckt. Große Teile neuer Fahrzeuge werden inzwischen nämlich von externen Zulieferern produziert.

Meist ist dies kein Problem, verlassen sich die großen Hersteller doch auf mehr oder weniger bekannte Unternehmen und achten penibel darauf, dass die angelieferten Teile dem eigenen Qualitätsstandard entsprechen.

Nur manchmal gibt es hierbei Ausreißer. So musste Aston Martin 2014 fast alle gebauten Modelle der vorangegangenen 7 Jahre zurück rufen, als bekannt wurde, dass die verbauten Gaspedale gar nicht aus einer Fabrik in England stammten, sondern aus einer Fabrik in China, die minderwertige Kunststoffe falsch auszeichnete und über mehrere Zwischenhändler an Aston Martin auslieferte. Die Folge: zahlreiche bei der Fahrt gebrochene Gaspedale und ein riesiger Imageschaden für das englische Unternehmen.

Autohersteller produzieren nur noch 25% intern

Natürlich ist dies nur ein Ausnahmefall. Rückrufaktionen sind auch heute noch vergleichsweise selten, vor allem unter dem Aspekt, dass selbst Premiummarken wie Audi oder Mercedes-Benz nur noch rund ein Viertel ihrer Fahrzeugteile selber herstellen und den Rest von externen Unternehmen zuliefern lassen.

Dies führt dazu, dass an der aktuellen Mercedes A-Klasse fast 50 verschiedene Hersteller beteiligt sind, die von den Bremsen bis zu den Türscharnieren Teile für jeden Bereich des Fahrzeuges liefern. Im Extremfall, dem von Mercedes als OM 607 bezeichneten Dieselmotor, kommt sogar das gesamte Aggregat aus einer fremden Entwicklungsabteilung. Der von Renault hergestellte Motor kommt beispielsweise als 180 CDI in der A- und B-Klasse zum Einsatz.

In unserer interaktiven Grafik finden Sie einige der Autozulieferer der aktuellen A-Klasse von Mercedes-Benz mit ihrer WKN. Fahren Sie hierzu einfach mit der Maus über die entsprechende Markierung.

Die Zulieferer der Mercedes A-Klasse

Fahren Sie mit der Maus über die Icons und erfahren Sie mehr über die wichtigsten Teile-Lieferanten der aktuellen A-Klasse von Mercedes-Benz.

Wie Sie in der Grafik erkennen können, sind viele Autozulieferer inzwischen auch an der Börse notiert. Deutsche Vorreiter auf diesem Gebiet sind aktuell Unternehmen wie Continental, das sich seit einigen Jahren nicht nur auf Reifen konzentriert, sondern vielfältige Bereiche des Automobilbaus abdeckt.

Autozulieferer: Erfolgsgeschichten an der Börse

Continental ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch Anleger das Feld der Autozulieferer nicht ignorieren sollten. In den vergangenen Jahren zeigte der Kursverlauf der Continental-Aktie bis auf wenige Ausreißer konstant nach oben. Notierte die Aktie noch im September 2011 bei knapp über 40 €, ist der Kurs vier Jahre später auf fast 190 € gestiegen.

Natürlich ist diese enorme Wertsteigerung eine Ausnahme. Dennoch gibt es weitere Beispiele für Erfolgsgeschichten an der Börse – auch die Leoni AG aus Nürnberg konnte den Wert ihrer Aktien in den vergangenen 5 Jahren mehr als verdoppeln.

Während diese Unternehmen das Börsengeschehen in Deutschland also fast genauso stark prägen wie die bekannten Automobilhersteller, gibt es andere Global Player, die überhaupt nicht an den Börsen notiert sind. Ein Beispiel hierfür ist die Robert Bosch GmbH, wahrscheinlich einer der bekanntesten Zulieferer der Welt. Diese befindet sich zu rund 92 % im Besitz der Robert-Bosch-Stiftung und wird wohl auch in den kommenden Jahren keinen Börsengang ankündigen.

Dennoch: Auch wenn Bosch nicht an der Börse notiert ist, beeinflussen die Produkte aus dem süddeutschen Gerlingen bei Stuttgart die Aktienkurse mehrere Hersteller in hohem Maße – schließlich sind Autoteile von Bosch in so gut wie jedem Neufahrzeug verbaut. Ein weiteres Beispiel also für die Macht der Automobilzulieferer, die Anleger nicht unterschätzen sollten.

22. September 2015

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Felix Reinecke
Von: Felix Reinecke. Über den Autor

Felix Reinecke war in der Vergangenheit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen tätig und verstärkt seit 2011 das Team von GeVestor.