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Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse: Was zu beachten ist

In Deutschland muss man – beispielsweise bei einigen Medikamenten – Zuzahlungen zu den gesetzlichen Krankenkassen entrichten. Was die meisten Menschen jedoch nicht wissen ist, dass man ab einer bestimmten Belastungsgrenze eine Zuzahlungsbefreiung der Krankenkassen erhalten kann.

Diese Belastungsgrenze liegt in der Regel bei 2% der jährlichen Einnahmen. Für chronisch Kranke beträgt die Belastungsgrenze nur 1%. Außerdem gilt die 1%-Grenze für Frauen, die nach dem 1.04.1987 geboren sind und die Beratung über die Früherkennungsuntersuchungen für Krebs in Anspruch genommen haben.

Errechnung der Belastungsgrenze

Zu den Einnahmen des Versicherten gehören auch die Einnahmen der anderen Personen, die im gleichen Haushalt leben. Meist sind das der Ehegatte oder Lebenspartner sowie die familienversicherten Kinder. Sollten die Kinder allerdings als Auszubildender oder Student selbst versichert sein, werden sie nicht berücksichtigt.

In bestimmten Fällen können auch andere Angehörige bei der Berechnung durch die Krankenkasse einbezogen werden und zwar wenn ihr gesamtes Einkommen der Familie zur Verfügung steht.

Um die Belastungsgrenze zu bestimmen werden die Zuzahlungen und das jährliche Einkommen der Angehörigen, die mit dem Versicherten im gleichen Haushalt leben, verrechnet.

Die Einnahmen müssen mit Belegen bei der Krankenkasse nachgewiesen werden. Es werden beispielsweise Verdienstbescheinigungen, Bescheide des Arbeitsamtes und Rentenbescheide verlangt.

Bei der Berechnung geht man von einem Familienbruttoeinkommen aus. Deshalb ist die Anzahl der Personen im Haushalt, die von den Einnahmen leben, auch so wichtig, denn es wird für jeden Familienangehörigen ein Freibetrag berücksichtigt.

Freibeträge für die Familienmitglieder

Von dem Bruttojahreseinkommen müssen noch die Freibeträge abgezogen werden. Für 2016 gilt für den Ehepartner ein Freibetrag von 4.652 €. Für jedes familienversicherte Kind können 7.248 € abgezogen werden.


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Für Kinder, die beim Versicherten im Haushalt leben, jedoch nicht familienversichert sind, werden die Freibeträge trotzdem abgezogen.

Zuzahlungsbefreiung Krankenkasse: Beispielrechnung

Für diese Beispielrechnung gehen wir von einem Ehepaar mit 2 Kindern aus:

Bruttojahreseinnahmen des Ehemannes: 25.000 €

Bruttojahreseinnahmen der Ehefrau:         15.000 €

Bruttojahreseinnahmen gesamt:                 40.000 €

  • Freibetrag Ehemann: 4.652 €
  • Freibetrag Kinder:      7.248 x 2 = 14.496 €

= zu beachtende Familieneinnahmen: 23.800 €

  • Belastungsgrenze bei 2%: 476 €
  • Belastungsgrenze bei 1%: 238 €

Also müsste die Familie insgesamt maximal 476 € beziehungsweise in Sonderfällen 238 € an Zuzahlungen entrichten.

Belege über die Zuzahlungen

Wenn man eine Zuzahlungsbefreiung der Krankenkasse erhalten möchte, muss man die Belege über die Zuzahlungen aufbewahren und bei der Krankenkasse vorlegen, sobald die Belastungsgrenze erreicht ist.

Nur die gesetzlich vorgeschriebenen Zuzahlungen für Verband-, Heil-, Arznei- und Hilfsmittel, Krankenfahrten, Krankenhaus, häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfen werden berücksichtigt. Dazu zählt aber auch die Praxisgebühr.

Die Krankenkassen sind dazu verpflichtet, den Mitgliedern einen Befreiungsbescheid für den Rest des Jahres auszustellen, wenn sie innerhalb des Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht haben.

Allerdings muss erst ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Befreiung erfolgt nicht automatisch.

14. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.