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Zweiseitiges Oligopol: Beispiel und Erklärung

In einem Oligopol stehen wenige, meist recht große, Anbieter einer Vielzahl von Nachfragern gegenüber.

Es gibt verschiedene Arten von Oligopolen. Gibt es beispielsweise nur zwei Anbieter eines Produktes, die einer großen Nachfrage gegenüberstehen, spricht man von einem Duopol. Ein zweiseitiges oder bilaterales Oligopol liegt vor, wenn es für bestimmte Güter wenige Anbieter, aber auch wenige Nachfrager gibt.

Zweiseitiges Oligopol: Definition und Erklärung

Das Oligopol ist eine Marktform wie das Monopol und das Polypol. Während im Monopol ein Anbieter den ganzen Markt beherrscht, stehen im Polypol viele Anbieter einer sehr großen Nachfrage gegenüber.

In der Regel treffen bei einem Oligopol wenige Anbieter auf sehr viele Nachfrager. Umgekehrt gibt es aber auch das Nachfrageoligopol, in dem sehr viele Anbieter ein Produkt herstellen, für das die Nachfrage sehr gering ist.

In Deutschland gibt es Oligopole im Mobilfunkmarkt, Strommarkt und im Fahrtreppenbau. Am Mobilfunkmarkt gibt es in Deutschland nur vier öffentliche Netzbetreiber: T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2. Diese vier Anbieter bedienen Millionen von Nutzern.

Europaweit ist die Mineralölwirtschaft ein Oligopol, da sie nur von den fünf großen Anbietern BP/Aral, Esso, Jet, Shell und Total beherrscht wird.

Bei einem zweiseitigen Oligopol stehen wenige Anbieter auch wenigen Nachfragern gegenüber. Die Preisbildung in einem Oligopol hängt immer vom Verhalten der Anbieter ab. Ein Anbieter kann die Preisführerschaft übernehmen, nach der sich die anderen richten.

Häufig finden aber in Oligopolen auch Absprachen und Kartellbildung statt, da die Organisation von Absprachen sehr einfach ist. Aus Furcht vor der Konkurrenz kann es in einem Oligopol auch zu einer Preisstarrheit kommen, bei der die Preise nahezu konstant bleiben.

Zweiseitiges Oligopol: Beispiele

In einem zweiseitigen Oligopol ist die Anzahl der Anbieter genauso gering wie die Anzahl der Nachfrager. Generell treten reguläre Oligopole, in denen wenige Anbieter einer großen Nachfrage gegenüberstehen, in der Realität häufiger auf als zweiseitige Oligopole.

Ein zweiseitiges Oligopol liegt beispielsweise vor, wenn es an einem Markt nur ein Unternehmen gibt, das Elektro-Loks herstellt und gleichzeitig nur eine Eisenbahngesellschaft, die diese Loks abnimmt.

Ein reales Beispiel für ein zweiseitiges Oligopol sind Fluggesellschaften. Auf diesem Markt treffen sehr wenige Anbieter von Passierflugzeugen auf sehr wenige Fluggesellschaften, die diese Flugzeuge abnehmen.

Ebenso kann man im Fall von Kerosin von einem zweiseitigen Oligopol sprechen. Es gibt nur sehr wenige Mineralölgesellschaften, die Kerosin herstellen und verkaufen und gleichzeitig nur sehr wenige Nachfrager.

13. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.