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Zyklische Aktien richtig bewerten – KGV mit optischer Täuschung

Mit zyklischen Aktien lässt sich das Auf und Ab im Konjunkturzyklus wie ein Gezeitenkraftwerk für Gewinne nutzen. Wer aber an den Kursausschlägen volatiler Papiere verdienen will, muss, den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg finden. Die Frage lautet vor allem: Wann sind zyklische Aktien billig und wann teuer?

Zunächst: Zykliker sind Unternehmen, die stark von der Konjunktur abhängen. Im Wirtschaftsaufschwung verdienen sie besonders gut, in der Rezession entsprechend schlecht. Beispiele sind Chemie-, Stahl-, Halbleiterunternehmen oder Maschinenbauer.

Bei defensiven Werten hingegen verläuft das Geschäft ruhig. Pharmaunternehmen, Versorger oder Nahrungsmittelhersteller sind von der Konjunktur weitgehend unabhängig.

Zyklische Aktien und der Schweinezyklus

Zyklische Werte folgen einem Konjunkturverlauf, der auch als Schweinezyklus bekannt ist: Bei hohen Marktpreisen und großer Nachfrage wird verstärkt investiert. Die Investitionen zeigen erst mit Zeitverzögerung Wirkung und führen zum Überangebot und starkem Preisverfall.

Als Reaktion wird die Produktion zurückgefahren, was sich ebenfalls zeitverzögert auswirkt. Derweil steigt die Nachfrage, überholt das Angebot, die Preise steigen. Im Zusammenspiel zwischen Angebot, Nachfrage und Preis verursacht der ungleiche Verlauf erhebliche Schwankungen.


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Bei zyklischen Aktien geht es darum, sie möglichst billig zu kaufen, viel vom Aufwärtstrend mitzunehmen und umgekehrt. Es gilt, den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu erwischen. Doch die Kursentwicklung ist nur eine Sache. Entscheidend ist, ob eine Aktie tatsächlich billig oder teuer ist.

Hierzu wird meist auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) geschaut. Es ergibt sich, wenn man den erwarteten Gewinn je Aktie durch den Kurs teilt. Bei einem niedrigen KGV ist die Aktie günstig und umgekehrt. In der Regel werden Werte unter 10 als Kaufsignal gesehen, alles über 30 gilt als Verkaufsignal.

Steigt der Kurs, so wächst bei gleichbleibendem Gewinn das KGV. Es wird optisch teurer. Das aber täuscht. Bei genauer Betrachtung ist die Aktie billig. Der Grund liegt im zeitlich ungleichen Verlauf zwischen Gewinnerwartung und Kurs.

Das ist ähnlich wie beim genannten Schweinezyklus: Die Investitionen und Produktionserweiterungen als Antwort auf die steigende Nachfrage halten auch dann noch an, wenn am konjunkturellen Höhepunkt die Nachfrage stagniert und dann sinkt. Steigt sie wieder, dauert es ebenfalls bis die Kapazitäten ausgeweitet werden.

Nachlaufeffekt als Schwachstelle beim KGV

Der Verzögerungseffekt zeigt sich auch beim Kurs-Gewinn-Verhältnis. Die Gewinne werden nämlich in die Folgejahre fortgeschrieben. Sieht die Aktie bei hohem Gewinn schon zum Höhepunkt des Booms günstig aus, so wird sie durch die Fortschreibung optisch noch billiger, wenn der Markt wieder zu fallen beginnt.

Damit besteht die Gefahr, sie zu einem Zeitpunkt für günstig zu halten und zu kaufen, wo der Abwärtstrend gerade erst einsetzt. Und damit wird die Gewinnchance einer zyklischen Aktie verpasst. Dasselbe umgekehrt. Liegen die Preise am Boden, werden auch die Kapazitäten wieder abgebaut. Nach schlechten Geschäften sind die KGV hoch. Genau dann aber werden langsam wieder Gewinne eingefahren.

Keine Fehlinterpretationen!

Der ungleiche Verlauf zwischen Gewinneinschätzung und Kurs führt schnell zu falschen Rückschlüssen. Der Gewinn läuft der Konjunktur nach, der Kurs indes als Konjunkturindikator voraus.

Damit zeigt sich auch die Schwachstelle des klassischen KGV. Erstens sind Gewinne mitunter eine wackelige Größe. Und zweitens verzerrt es das Bild, wenn sie einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden oder Konjunkturschwankungen außer Acht lassen.

Diesem Problem versucht das sogenannte Shiller-KGV zu begegnen. Es ist zyklisch angepasst und berücksichtigt nicht nur den jeweiligen Vorjahresgewinn, sondern die Gewinne der letzten 10 Jahre.

Die Konstellationen zum Kauf- und Verkauf

Beim klassischen KGV indes gilt ein eigenes Kalkül. Die beste Konstellation für den Kaufzeitpunkt: Die Aktie sieht optisch teuer aus / die Kurse steigen wieder / Der Aufwärtstrend hat sich etabliert. Wer bisher den vorangegangenen Abwärtstrend überstanden hat, sollte sich nicht durch die Optik verleiten lassen, jetzt verkaufen und Verluste zu machen.

Der beste Verkauf-Konstellation: Die Aktie ist optisch billig / die Kurse fallen wieder / ein Abwärtstrend hat sich stabilisiert. Hier sollte man wegen des günstig erscheinenden Kurses keinem Kaufreflex erliegen.

Zyklische Aktien haben derzeit Nachholpotenzial. Wegen anhaltend niedriger Zinsen waren eher defensive Papiere gefragt. Im Verhältnis sind die nun überbewertet. Zieht die Konjunktur wieder richtig an, bieten sie mit der richtigen Bewertung Chancen auf Gewinne.

1. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.