Wenn ein Unternehmen erst vor vier Jahren gegründet wurde und sein Börsenwert dennoch bereits auf mehrere Milliarden US-Dollar geschätzt wird, muss es mit hoher Wahrscheinlichkeit im Wachstumsmarkt Internet aktiv sein.
So auch der Zynga, der US-amerikanische Entwickler von Online- und Browserspielen. Die Games können auf der eigenen Homepage oder auf Plattformen Sozialer Netzwerke wie Facebook gespielt werden.
Die insgesamt rund 50 Spiele von Zynga werden monatlich von mehr als 220 Millionen Nutzern gespielt. Zu den bekanntesten unter ihnen zählen zum Beispiel die Simulations-Games „FarmVille“ und „CityVille“ sowie „Mafia Wars“.
Zynga schreibt schwarze Zahlen
Seinen Umsatz generiert der Konzern neben Werbeeinnahmen hauptsächlich mit dem Verkauf von virtuellen Gütern in den Online-Spielen. Die große Mehrzahl der Nutzer spielen die Zynga-Games allerdings kostenlos, weniger als vier Prozent bezahlen Geld für diese virtuellen Güter.
Trotz der vermeintlich geringen Anzahl von Bezahlkunden konnte sich das Ergebnis der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres sehen lassen. Der Umsatz lag bei rund 830 Millionen, der Gewinn bei etwa 30 Millionen US-Dollar. Damit hat der Konzern nach drei Vierteln des Jahres schon fast den gesamten Jahresumsatz von 2010 (850 Millionen Dollar) erreicht.
Unternehmenswert geschrumpft: „Nur“ noch rund sieben Milliarden US-Dollar
Am 15. Dezember wird Zynga nun 100 Millionen Aktien platzieren. Eine Aktie des Unternehmens wird zwischen 8,50 und 10 Dollar kosten. Firmengründer Mark Pincus hofft, durch den IPO etwa eine Milliarde US-Dollar einzunehmen.
Damit wird das Unternehmen nur mit einem Börsenwert von sieben Milliarden US-Dollar eingestuft. Noch vor wenigen Wochen rechneten Anleger mit bis zu zehn Milliarden Dollar. In den Sommermonaten spekulierten man sogar mit einem Börsenwert zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar.
Der Grund für die geringere Einstufung ist vor allem mit den nicht unproblematischen Börsengängen der Internetkonzerne Groupon und Pandora zu begründen. Die Schnäppchen- und Internetradio-Aktien starteten ordentlich, liegen aber nach einer Talfahrt derzeit sogar unter dem Preis bei Ausgabe.
Gründer und Chef Pincus wird weiterhin die Zügel in der Hand halten
Zynga tritt also vor dem Börsenstart nochmal kräftig auf die Bremse, um einen Fehlstart – wie er bei der Konkurrenz zu sehen war – zu vermeiden. Bei Zynga sind die Voraussetzungen allerdings etwas anders, da der kalifornische Konzern schwarze Zahlen schreibt.
Beim IPO von Zynga handelt es sich um den wohl wichtigsten Börsengang des Jahres, deshalb sind Anleger und Analysten gleichermaßen gespannt auf die Platzierung der Aktie.
Firmenchef Mark Pincus wird jedoch trotz des Börsenganges weiterhin die Zügel in der Hand halten. Durch unterschiedliche Stimmengewichtung liegen 38 Prozent der Stimmrechte bei Pincus.


