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Frei nach dem Motto "Es ist nicht alles Gold was glänzt" mahnt Norbert Lohrke vor falschen Versprechen und Ansichten der Presse.
Ich will Ihnen heute einmal anhand eines Ihnen wohlbekannten Unternehmens aufzeigen, wie Sie manipuliert bzw. verschaukelt werden, wenn Sie nicht kritisch sind und hinter die Schlagzeilen blicken. Und wie man etwas positiv darstellen kann, obwohl es bei Lichte betrachtet gar nicht so ist.
„Post profitiert von Aufschwung“, „Deutsche Post spart sich durch Krise“ und Deutsche Post kehrt in die Gewinnzone zurück“ lese ich da. Ich bin mir ganz sicher, dass wenn Sie das lesen und nicht die Zeit haben etwas tiefer zu blicken, sie durchaus auf den Gedanken kommen könnten, dass die Deutsche Post AG ein Kauf ist. Aber ist sie das wirklich? Und kann man den Artikelüberschriften der deutschen Zeitungen und derer die diese nachbeten Glauben schenken?
Wobei die alle ins gleiche Rohr blasen wie die Post selbst, die auf Ihrer Pressemitteilung bzw. Internetseite folgendes schreibt: „Deutsche Post DHL übertrifft Ziele im Jahr 2009 und strebt nachhaltige Ergebnisverbesserung an“
Das sieht die Auslandspresse irgendwie ganz anders. Das Wall Street Journal schreibt „Surprise Loss for Deutsche Post“ (übersetzt: Überraschender Verlust für Deutsche Post). Weiter schreibt sie, dass die Deutsche Post steigende Gewinne für 2010 in den Raum stellt, obwohl sie gerade die Markterwartungen mit einem Verlust im 4. Quartal weit verfehlte.
Und so fragt man sich, was denn nun stimmt. Sind die Ziele denn nun übertroffen worden, wie Herr Appel von sich gibt oder sind die Markterwartungen verfehlt und enttäuscht worden?
Wenn Sie mich fragen, vertraue ich zunehmen der Auslandspresse. Auch in diesem Fall. Weil die offenbar näher an den Fakten sind als unsere deutschen Kollegen. Offensichtlich hilft räumlicher Abstand in der sachlichen Wahrnehmung.
Hier die Fakten zur Deutsche Post DHL:
Umsatz 2009 -15,2 % auf 46,2 Mrd. Euro
Umsatz Q4/2009: -11,6 % auf 12,3 Mrd. Euro
Umsatz international 2009: -19,3 % auf 30,3 Mrd. Euro
EBIT 2009: +123,9 % auf +231 Mio. Euro
EBIT 2009 vor Einmaleffekten: -26,8 % auf 1,4 Mrd. Euro
EBIT Brief 2009: -36,5 % auf 1,3 Mrd. Euro
EBIT Gobal Forwarding/Freight 2009: -47,2 % auf 191 Mio. Euro
EBIT Express 2009: +63,2 % auf -807 Mio. Euro
EBIT Q4/2009: +95,2 % auf -136 Mio. Euro
Nun weiß ich ja nicht, wie Sie das sehen, aber Erfolgszahlen sind das nun gerade nicht. Jedenfalls nicht für mich. Und wenn da getönt wird, dass DHL erstmalig den annähernd gleichen Gewinnbeitrag liefern soll wie das früher lukrative Briefgeschäftt, dann vor allem deshalb weil sich das Briefgeschäft in 2009 mit einem Einbruch um -36,5 % nach unten auf das DHL Geschäft zubewegt hat. Und nicht umgekehrt, was dann wirklich positiv wäre.
Und dass Vorstandsvorsitzender Appel keine Umsatzprognose abgeben will beruhigt mich auch nicht gerade. Wobei ich ihn verstehe. Wenn künftig die Kunden auch Umsatzsteuer bezahlen müssen, weil das Umsatzsteuerprivileg fällt, dann wird der Druck auf die Gewinne in der Briefsparte noch stärker.
Sie sehen schon, dass ich ein wenig skeptischer bin. Und das man manches so und so sehen kann. Je nachdem auf welcher Seite man steht. Die Frage ist aber nicht, wie man es sieht, sondern wie es tatsächlich ist.
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