So finden Sie die besten Aktien für Ihr Depot
Die Prognose von Aktienkursen ist keine einfache Aufgabe. Schließlich existieren eine ganze Menge von Einflussfaktoren, die mit dem Unternehmen nichts zu tun haben, beispielsweise die allgemeine Stimmung an den Börsen. Ein wichtiger Grundsatz hilft Ihnen bei der Auswahl der richtigen Aktien: Kaufen Sie günstig bewertete Aktien. Diese besitzen höhere Gewinnchancen, außerdem ist das Risiko eines Kursrückschlags geringer. Bei der Frage ob eine Aktie günstig bewertet ist oder nicht, helfen Ihnen Bewertungskennzahlen weiter. Im Folgenden zeige ich Ihnen die wichtigsten Kennzahlen bei der Aktienanalyse.
Die 4 wichtigsten Kennzahlen bei der Aktienauswahl
Alle Bewertungskennzahlen haben eins gemeinsam: Sie setzen den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zu aktuellen oder zukünftigen Unternehmenszahlen. Diese Daten finden Sie im Jahresbericht, der Bilanz und den Quartalsberichten, die börsennotierte Unternehmen regelmäßig veröffentlichen. Prognosen für zukünftige Zahlen finden Sie oftmals in Bankanalysen zu den einzelnen Unternehmen oder im Lagebericht der Unternehmen selbst.
Die meistgenutzten Kennzahlen bei der Aktienanalyse sind
- das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV),
- das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV),
- das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und
- die Dividendenrendite.
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Die meistgenutzte Kennzahl ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es hat den Vorteil, dass es sehr einfach zu berechnen ist. Teilen Sie einfach den aktuellen Aktienkurs durch den Jahresgewinn pro Aktie (alternativ den Börsenwert des Unternehmens durch den Jahresgewinn). Dabei gilt: Je niedriger der ermittelte Wert, desto günstiger ist die Aktie.
Im Schnitt liegt das KGV bei 15. Als grobe Orientierung gilt: Unternehmen mit einem KGV von weniger als 12 gelten in der Regel als günstig bewertet. Unternehmen mit einem KGV von über 20 gelten in der Regel als teuer. Unternehmen mit hohen Wachstumsraten wird generell ein höheres KGV zu gestanden.
In wirtschaftlich schwachen Zeiten sinkt die Aussagekraft des KGV. Denn es bezieht sich auf Schätzungen für zukünftige Unternehmensgewinne (üblicherweise das laufende Geschäftsjahr). Verlassen Sie sich bei der Bewertung von Aktien daher nicht allein auf das KGV, sondern ziehen Sie auch noch andere Kennzahlen zu Rate.
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
Das KBV setzt den Börsenwert eines Unternehmens ins Verhältnis zum Buchwert. Beim Buchwert handelt es sich um die Summe aller Vermögenswerte eines Unternehmens (Immobilien, Produktionsanlagen, Maschinen, Fahrzeuge, Patente, Unternehmensbeteiligungen, Cashbestand etc.) abzüglich der Schulden. Unabhängig davon, welchen Gewinn oder Umsatz ein Unternehmen macht, können Sie auf diese Weise den Substanzwert eines Unternehmens ermitteln.
Ausgesprochen interessant aus Anlegersicht sind vor allem Unternehmen, die ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 aufweisen. Denn das bedeutet: Die Substanz des betreffenden Unternehmens ist höher als der Preis, der an der Börse dafür gezahlt wird. Nicht selten werden Beteiligungsgesellschaften und Finanzinvestoren auf solche Unternehmen aufmerksam und übernehmen die Mehrheit der Aktien. Denn sie sind oft bereit, ein Unternehmen auch aufzuspalten und seine Einzelteile zu verkaufen. Diese Einzelteile werden dann oftmals ebenfalls nach dem Buchwert bewertet.
Nur bei Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und eine solide Bilanz aufweisen, ist ein niedriges KBV ein gutes Auswahlkriterium und Hinweis auf ein Schnäppchen. Bei Unternehmen die hohe Verluste machen, ist das KBV weniger aussagekräftig. Der Buchwert wird durch die Verluste auf Dauer immer weiter reduziert. Daher sollten Sie das KBV immer im Zusammenhang mit der Gewinnentwicklung betrachten.
Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)
Das KUV setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Umsatz pro Aktie (alternativ den Börsenwert des Unternehmens zum Unternehmensumsatz). Es ist also unabhängig vom Unternehmensgewinn, was ein Vorteil sein kann, wenn ein Unternehmen noch keinen Gewinn macht oder eine Gewinnprognose zu unsicher ist.
Allerdings macht es wenig Sinn, Unternehmen mit unterschiedlicher Profitablität miteinander per KUV zu vergleichen. Ein hochprofitables Unternehmen hat in der Regel ein wesentlich höheres KUV als ein Unternehmen, das rote Zahlen schreibt. Sind die Gewinnmargen mehrerer Vergleichsunternehmen hingegen ähnlich hoch, liefert Ihnen das KUV einen guten Anhaltspunkt, welche Aktie mehr Potenzial bietet, nämlich die, mit niedrigerem KUV.
Dividendenrendite
Bei der Dividende handelt es sich um die jährliche Ausschüttung der Unternehmen an ihre Aktionäre, quasi als Erfolgsbeteiligung. Die Dividendenrendite gibt gewissermaßen eine Art „Verzinsung“ Ihres Kapitals an, nämlich Ihre Rendite, wenn der Kurs der Aktie stagniert. Die Dividendenrendite lässt sich einfach berechnen, indem Sie die erwartete Dividendenzahlung durch den Aktienkurs teilen und mit 100% multiplizieren. Je höher der so ermittelte Wert, desto besser. Als normal gelten Dividendenrenditen von 1 bis 3%, es gibt aber viele Unternehmen, die ihren Aktionären deutlich mehr zahlen.
Statistisch entwickeln sich Aktien mit hoher Dividendenrendite besser als der breite Aktienmarkt. Eine Erfolgsgarantie bedeutet dies jedoch noch lange nicht. Denken Sie beispielsweise an die Aktie der Deutschen Telekom, die seit Jahren in puncto Dividendenrendite an der Spitze der 30 DAX-Aktien steht, die Performance der Aktie hinkt jedoch weit zurück.
"GeVestor täglich"
Täglich kostenlose Nachrichten vom Finanzmarkt
Bleiben Sie am Puls der Zeit.
GeVestor-Experten analysieren für Sie täglich das gesamte Finanzmarktgeschehen.
Kostenfrei - mit sicheren Empfehlungen - verbindlich.


